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Der Wohngarten am Haus
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Menschenwerk und Naturordnung
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Baustoffe
im Garten- und
Landschaftsbau
Der Garten am Haus - Menschenwerk und Naturordnung

Der Garten ist nichts Natürliches. Er ist Menschenwerk. Ein Garten ist
bebautes Land, was schon immer einer menschlichen Wohnstätte zugeordnet war und jeder weiß, wie schnell ein ungepflegtes Stück Land
verwildert oder wie schnell ein verlassener Garten bzw. ein verlassenes Haus
zur Ruine wird.
Der Zaun kann das Haus nicht mehr schützen. Zuerst werden die Fenster des
Hauses zerschlagen. Stürme reißen das Dach auf, Regen und Frost bröckeln an
dem Mauerwerk. Balkenkonstruktionen werden zur Nahrung der Pilze, Flechten und
Insekten. Die Natur zersetzt, ebnet und tilgt die alte menschliche Ordnung,
worauf Pionierpflanzen wie Birken, Holunder und Brennnesseln das Werk der roh
waltenden Kräfte fortsetzen und ihre neue Ordnung aufbauen.
In unserer modernen Umwelt haben wir kaum noch eine Vorstellung darüber, dass
besonders in unseren Breitengraden diese Naturordnung dem Menschen feindlich
gegenübersteht. Wilde Tiere, Kälte und Unwetter waren eine Bedrohung für
unsere Vorfahren und so suchte man sich einen schützenden Raum zu schaffen.
Schutzraum: Garten, Wand und Walm
Weidengeflecht Werbung:
Weidenzäune heute
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Der Garten war zu aller erst ein Schutzraum und Wohnplatz für Mensch, Haustier
und Nutzpflanze. Vielleicht ist er die älteste Bautätigkeit des Menschen
überhaupt, denn das Wort Garten bezeichnet ja zuerst einmal nur einen
umfriedeten Raum.
Die Linguisten übersetzen den Walm mit „Strohgeflecht“ und somit verrät der
Name die Art der alten Dachkonstruktion.
Die Gerte, also die geschnittene Weiden- und Haselrute war das Material der
Flechtzäune für die Einfriedung. Weide, ursprünglich im Wort: wida (und
gleichfalls verwandt mit vitis, der Weinrebe) bedeutet im Wortkern – winden.
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Aus Flechtwerk baute man den schlichten Zaun und mit derselben Technik auch
die Häuser – mit Holzpfählen, Flechtwerk und Lehm. „Stock-Werk“ sagt man heute
und denkt dabei wohl nicht mehr an die alte Bautechnik. Auch das Wort „Wand“
hat gleich der Weide und dem Wein im Wortstamm das „winden“ - „das Gewundene“
in sich. So auch der „Walm“ – die Linguisten übersetzen den Walm mit
„Strohgeflecht“. Somit verrät der Name die Art der alten Dachkonstruktion.
Ursprünglich verwendete man lebende Zäune. Der „Stecken“ war das gesteckte
Weidenholz für den lebenden Zaun. Man baute und formte mit lebenden Baustoffen
den Hag, die Hecke, die Hürde, den Hain oder die Laube. Der Mensch war Teil
der Natur und er baute mit der Natur.
Materialien in der Gartengestaltung
moderne Baustoffe im Garten
Mit der Verwendung der am Ort vorhandenen Baumaterialien entstanden
landschaftstypische Bauweisen und Baustile. Die Architektur bekam durch die
Baustoffe eine starke Prägung – weniger die Gärten – trotzdem unterscheiden
wir in der Gartengestaltung heute verschiedenste Gartenstile, welche letztlich
doch ihren Ursprung in der Verwendung der ortstypischen Baumaterialien fanden.
Holz, Stein oder Bambus prägten die verschiedenen Stilformen. Bauerngarten,
Cottagegarten, mediterraner Garten oder fernöstlicher Garten – alle diese
Stilrichtungen werden umso interessanter, je mehr wir uns mit ursprünglichen
Bauweisen vertraut machen. Zugleich kann mit einer sorgfältigen Wahl der
Materialien ein gestalterisches Chaos im Garten vermieden und durch die
verbindende Idee ein klares Grundkonzept und Leitmotiv entstehen.
Holz,
Stein
und
Bambus
Mit der Verwendung der am Ort vorhandenen Baumaterialien entstanden
landschaftstypische Bauweisen und Baustile. Die Architektur bekam durch die
Baustoffe eine starke Prägung – weniger die Gärten – trotzdem unterscheiden
wir heute verschiedenste Gartenstile, welche letztlich doch ihren Ursprung in
der Verwendung der ortstypischen Baumaterialien fanden. Holz, Stein oder
Bambus prägten die verschiedenen Stilformen. Bauerngarten, Cottagegarten,
mediterraner Garten oder fernöstlicher Garten – alle diese Stilrichtungen
werden umso interessanter, je mehr wir uns mit ursprünglichen Bauweisen
vertraut machen. Zugleich kann mit einer sorgfältigen Wahl der Materialien ein
gestalterisches Chaos im Garten vermieden und durch die verbindende Idee ein
klares Grundkonzept und Leitmotiv entstehen.
Bleiben bei dieser Herangehensweise etwa die wesentlichen Elemente des Gartens
völlig außer betracht? Die üppigen Blumenrabatten, die Wiesen, Bäume, Hecken
und Rosen? Nein – natürlich nicht, doch geht der Gartengestalter anders vor,
wie etwa der Kunstmaler. Der Maler bringt zuerst die Farben auf die Leinwand,
dann trocknet das Bild und zum Schluss kommt es in den Rahmen.
Im Garten machen wir es anders. Da wird zuerst vom Gärtner der Rahmen gebaut,
dann gepflanzt und gegossen und erst dann wird der eigentliche Künstler ans
Werk gelassen: die Natur vollendet im Nachhinein das Menschenwerk mit üppigen
Farben und Formen und der Kontrast von Menschenwerk und dem gegenüber die
üppige Natur, lässt die gestalterische Spannung entstehen, welche heute in
mancher Gartenanlage fehlt. Wichtig ist das richtige Maß an Baulichkeiten und
Natürlichkeit im Garten und wir machen sicher die wenigsten Fehler, wenn wir
uns im Architektonischen auf die Notwendigkeiten beschränken, welche uns die
Funktionalität der einzelnen Gartenbereiche vorgibt.
Nach diesen etwas abschweifenden Gedanken wenden wir uns nun erneut den
Materialien zu, welche in ihrer Folge den Stil der Gartenanlage bestimmen
sollen.
Holz
Aus dem Baumstamm wird der Balken geschlagen, die Bohle, das Brett, daraus
entsteht die Brüstung, die Brücke ... das Bord, das Bordell (französisch =
Hütte) oder der Bildstock.
Anders als bei der Lehm- und Flechtbauweise, wo der Werkstoff formbar ist, so
ist bei der Zimmermannsarbeit das Holz nur begrenzt formbar. Deshalb wird die
Form der Bautätigkeit bedeutend durch das Material bestimmt.
Meist hatte man das Holz gelagert verarbeitet. Blockhütten sind uns allen
bekannt - doch neben dieser Blockbauweise aus waagerecht geschichteten Balken
stoßen wir zuerst im Norden Europas auf das so genannte Stab- oder Reiswerk.
Es ist eine Holzbautechnik aus senkrecht gestellten Pfosten und Masten und aus
steilen, hochragenden, mit gespalteten Holzschindeln gedeckten Dächern.
An asiatische Pagoden erinnern die norwegischen Stabkirchen mit ihren steilen
mehrfach übereinander gesetzten Pultdächern und gegenüber den Blockbauten ist
diese kompliziertere Bauart mehr als eine verbesserte Technologie. Es ist eine
Philosophie, welche von dem Wesen des verwendeten Material abgeleitet wurde –
vom Baum. Unser Wort „Baum“ hat eine interessante Wurzel, oder besser gesagt
einen interessanten Ursinn: der Wortkern bezeichnete neben „das sich im Wind
wiegende“ auch das Sein, das Dasein“ die Existenz. Auch das Wort „bauen“ hat
hier seine Wurzeln – also das ins Dasein schaffende, schöpferische Tätigsein
des Menschen ist „das Bauen“ und nicht von Ungefähr kommt das Bild vom
„Wachsen eines Bauwerkes“.

Die ursprüngliche Wohnung der Menschen im Norden Europas war das Hüttenhaus
mit steilem Stroh-, Schilf- oder Schindeldach (begründet um als
Baukonstruktion Regen und Schneelast standzuhalten). Die Vergrößerung der
Wohnfläche entstand nicht durch die Erweiterung der Wohnflächen in der Ebene,
sondern durch senkrechten Wuchs oder durch selbständige Nebeneinanderstellung.
Im Gegensatz dazu finden wir südlich der Alpen flache Dachdeckungen und die
Vergrößerung der Wohnfläche durch Zusammenschließung zu einer Reihe oder einem
Ring bei gleichzeitiger Aufgabe der Selbständigkeit des einzelnen Hauskörpers.
Durch Gliederung entsteht das südeuropäische Hofhaus, das sich als ein
komplexer Baukörper nach innen mit schattenspendenden Säulengängen öffnet und
den architektonisch gestalteten Gartenhof im Inneren umschließt. Die
künstlerische Entwicklung geht hier bis zum Renaissancepalast (dem
"Steinbaustil"), mit dem nach Außen hin abgeschlossenen, architektonischen
Renaissancegärten.
Die Nordalpine Bauart belässt auch bei Hofbildung jedem Haus des Gehöftes eine
Selbständigkeit und auch im Zusammenschluss in der Reihe, wenn sich die Giebel
zu Straße zuwenden, dann bleiben die Baukörper selbständig und schließen sich
zu den Nachbarhäusern hin ab.
Hochaufragende Spitz- und Pultdächer und senkrechte Linien machen das Wesen
dieses nordalpinen Baustils aus und vom Wesen des Hausbaues hängt alles andere
Bauen in Landschaft und Garten hinsichtlich Form, Stoff und Eigenart ab.
Beispiele von Holzarchitekturen sind Holzzaun: Staketenzaun. Faschinen,
Flechtwerk, Bohlwerk und Holzlauben mit Hochspitzdächern.
Kleinbauten aller Art in Holz mit Giebelbildung. Holz, Stroh, Rohr als
Dachstoff. Holzbrücken, oft mit Dachschutz gegen Verwitterung. Schutzhütten,
Vorratshütten, Hauslauben, Badehäuser, Saunen, Torhäuser aus Holz. "Trücken",
das heißt Umgänge und Austritte oberer Stockwerke aus Holz.
Holzwände: Bohlung, Fachung, Täfelung, Verschalung mit Schnitzwerk und
Färbung. Holzsäulen und Holztreppen. Bohlwege, hölzerne Bildstöcke, hölzerne
Hebebrunnen. Hölzerne Grabmäler.
Nordalpine Gartenanlagen:
Landschaftsgärten und Vorgärten, Hausgärten
der nordalpine Holzbaustil
Holz im Garten- und Landschaftsbau
Die künstlerische Entwicklung ging über die Stabkirche des Nordens bis zur
Spitzgotik, die aus dem Holz in Stein übersetzt ist - so nördlich der Alpen
bis Skandinavien ist alles "Holzbaustil" und die Gotik führte in Stein
gehauen, jene alten Fertigkeiten weiter über Jahrhunderte hinweg.
Die Nutzgärten, in denen Obst, Gemüse und Kräuter herangezogen wurden, waren
wie schon Jahrhunderte zuvor der Wohnstätte vorgelagert und das im ländlichen
Bereich ebenso, wie im Städtischen, wo die Gärten hinter den Häusern lagen.
Neu war im mittleren Europa der reine Wohn- oder Kunstgarten. Die Form dieser
Gartenanlagen hatte man von den Klostergärten übernommen. Mönchsorden, wie die
der Zisterzienser waren es, welche die Traditionen der südlichen Gartenhöfe
über die Alpen in den Norden brachten.
Der Wohngarten des Mittelalters und der wohlhabenden Bevölkerungsschicht jener
Zeit war also mediterran und es dauerte noch einige Jahrhunderte, bis sich in
der Gartenkunst des Nordens ein eigener Stil aus eigenen Traditionen
entwickeln konnte.
Mit dem Ende des Mittelalters drang auch das südliche Bauen ins mittlere
Europa vor, verbunden mit dem neuzeitlichen Gedankengut der Renaissance. Die
Gärten jener Kulturepoche entwickelten den Gartenhof mit geometrischen
Gliederungen und Formen weiter in die Fläche – stets ummauert und in Gedanken
als ein vergrößerter Hofraum. Auch die Architekturen, wie die herrschaftlichen
Schlossanlagen jener Zeit, ergaben geschlossne Gebäudeanordnungen, welche so
die Gestaltung größerer Hofflächen bedingte.
Im Barock öffneten sich nun aber Paläste und Gärten zur freien Landschaft hin
und damit war auch schon der Urgedanke für die europäischen Landschaftsgärten
geboren – obgleich der streng architektonische, barocke Gartenstil im Äußeren,
gegenüber der gewachsenen Landschaft, ohne Frage ein Extrem darstellte.
In England gab es bereits den von natürlichen Formen getragenen „Pleasureground“,
der aber auch nur eine vom Gärtner veredelte Gartenlandschaft darstellte und
wie im Barock Bindeglied zwischen Wohnstätte und Landschaft war, doch zeigt
sich hier, dass wir es mit einer nordalpinen Form des Gartens zu tun haben,
mit einem vorgelagerten Durchgangsgarten, der zwischen der freien Landschaft
und menschlicher Bautätigkeit vermitteln soll.

Die Engländer waren es, die im 18. Jahrhundert den Landschaftsgarten schufen
und mit dem in Europa ein neues Zeitalter der Gartenkunst einläuteten.
Man ist heute allgemein der Auffassung, dass dieser neue Gartenstil vorwiegend
durch fernöstliche Einflusse, also durch die Kopie chinesischer
Landschaftsgärten entstand. Doch Gegner dieser Annahme sind der Meinung, die
englischen Landschaftsgärten formten sich eigenständig durch das Anlegen von
Parkanlagen für die Jagd. Es mag tatsächlich so gewesen sein, dass sich auf
der britischen Insel traditionell nordalpine Gartenformen ungestört
fortentwickeln konnten, ebenso wie es dort der gotische Baustil vermochte.
Wenn auch der chinesische Garten kulturellen Einfluss nehmen konnte, so war
diese Gartenform in ihrer Heimat ebenso vom Holzbaustil geprägt, wie in
Nordeuropa.
Der Garten wurde der Wohnstätte vorgelagert und so entstand der Vorgarten.
Ich erinnere hier nochmals an die vorangegangenen Gedanken: Hat sich im
mediterranen Raum der Hofraum zum Grundbild des Garten entwickelt (Patio,
Atrium), so erfuhr im nordalpinen Raum der Garten und der Hof eine strikte
Trennung. Der Garten war der Wohnstätte vorgelagert. Einfache Bauerngärten
finden wir heute noch außerhalb der Bauernhöfe oder im Anschluss an den Hof
mit einer separaten Umzäunung. Der typische Vertreter dieses Gartentypus ist
der heutige Vorgarten und in seiner edelsten Form begegnet er uns im
englischen Cottagegarten, der wieder Indiz für die ungestörte Fortentwicklung
britischer und schottischer Gartenformen ist.
Der Cottagegarten, ein Hausgarten
Gestaltung: Cottagegarten
Die Tradition der Cottagegärten finden wir in England - es sind die kleinen
Gärten der Cottages, der ehemaligen Landarbeiterhäuschen.
Im Ursprung dienten die 400 bis 500qm großen Gärten der Selbstversorgung mit
Obst, Gemüse und Kräutern. Oft wurden Hühner gehalten und manchmal gab es auch
einen Teich für Enten und Gänse.
In den Cottagegärten blühten üppig Blumen: jeder freie Fleck wurde genutzt und
trotz der vermeintlichen Zwanglosigkeit wurde nichts dem Zufall überlassen.

In den Vorgärten blühten üppig Blumen - jeder freie Fleck wurde genutzt. An
den Wänden der Cottages wuchsen Spalierobstbäume, Rosen und andere
Kletterpflanzen, doch auch Geräteschuppen und Mauern wurden in malerisches
Grün gehüllt. Die Blumen stehen im Cottagegarten bunt durcheinander und nie in
großen Gruppen, es sei denn die Pflanzen haben sich selber ausgesät und in
lockeren Trupps das Gartenland erobert (z.B. Lupinen).
"Der Cottagegarten, so wie er sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat,
zeichnet sich durch eine wohlgeformte Zwanglosigkeit aus. Er ist ein Produkt
des gesunden Menschenverstandes, verbindet Nützliches mit Erfreulichem und ist
völlig unprätentiös."
Mit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Besitzer der Cottages nach und
nach wohlhabender. Die reinen Nutzgärten wandelten sich oft ganz in kleine
Blumenparadiese, welche je nach dem Bewohner recht individuell geprägt waren.
Bedeutende Gartenplaner, wie die Engländerin Gertrude Jekyll (1843-1932) oder
William Robinson (1838 - 1935) ließen sich von den Cottagegärten inspirieren.
Meist umpflanzte man den Garten mit einer hohen Weißdornhecke. Du kannst an
Stelle der Weißdornhecke natürlich auch eine andere Hecke pflanzen, da der
Weißdorn recht kratzig ist und leicht von Schädlingen befallen werden kann und
die Hecken dürfen sich mit der Zeit auch andere Pflanzenarten mischen (Ahorn,
Buche, Eibe, Johannisbeere, Schneebeere usw.). Du kannst auch gleich bei der
Neupflanzung eine gemischte Hecke pflanzen, doch nie als kunterbuntes
Durcheinander - am Ende muss es dann doch so aussehen, als hätten sich
einzelne wilde Sämlinge von allein angesiedelt. An der Straße konnte auch ein
einfacher Holzlattenzaun das Gelände begrenzen. Im Norden Englands wurden
häufig Natursteinmauern gesetzt, anderen Orts verwendete man Backsteinmauern.
Der Cottagegarten muss trotz seiner Zwanglosigkeit als eine architektonisch
gegliederte Anlage zu betrachten werden, denn die Gemüsebeete sind ähnlich wie
im Schrebergarten innerhalb eines wohlgeordneten, geradlinigen Rasters
angeordnet. Vom Eingangspförtchen verläuft der Weg immer schnurgerade zur
Eingangstür des Hauses, wo eine Bank zum Ausruhen einlädt.
Der Belag des Weges sollte schlicht sein - örtlichen, historischen Materialien
ist der Vorrang zu geben. In England verwendet man oft Backsteine, welche im
Fischgrätenmuster verlegt werden.
Plane den Weg nicht zu schmal, da die üppig wachsenden Blumen im Sommer den
Hauptzugang sonst zu sehr einengen.
Den Weg zum Haus können einfache Spalierbögen überspannen, welche mit Rosen
bepflanzt werden. Verwende hier besser stachellose Kletterrosen. Natürlich
sind auch andere Kletterpflanzen möglich: Glyzinie, Clematis x jackmanii,
Clematis flammula oder Clematis montana.
Der Weg kann mit Polsterstauden eingefasst werden - nie aber mit einer
geschnittenen Buxushecke. Rund geschnittene Buchsbäumchen dürfen als Paar am
Eingangstor im Garten stehen (auch Formschnitte des Buchsbaum sind möglich:
Ars tropiaria).
Die Blumen im Cottage-Garten mussten widerstandsfähig sein, da die meisten
Cottage-Gärtner früher wenig Zeit für die Pflege hatten. Pflanzen wurden zum
Teil aus der Natur genommen (Lupinen, Fingerhut, Königskerze) oder mit dem
Nachbarn getauscht. Somit setzten sich diejenigen Blumen in den Cottage-Gärten
durch, welche durch Teilung leicht zu vermehren sind (Phlox, Pfingstrosen,
Irisarten, Goldrute), oder welche sich leicht von selber aussähen: z.B.
Stockrosen, Ringelblumen, Kapuzinerkresse und Lupinen. Übrigens sind viele der
oben genannten Blumen ursprünglich als Heil- oder Küchenkräuter angebaut
worden, so etwa die Madonnen-Lilie. Der Aufguss der Lilienzwiebel wirkt
harntreibend und wurde gegen Wechselfieber angewendet. Heute gilt die Lilie
als giftig! Doch im echten Cottagegarten ist die Madonnenlilie sie ein Muss!
Stockrosen wohl ebenso, sie gehören zu den ältesten Gartenblumen Europas. Im
Cottagegarten wurden sie immer nahe an das Haus gepflanzt. Übrigens: die
ungefüllten Sorten der Stockrosen sollen gegenüber den gefüllten Sorten
resistenter gegen Pilzkrankheiten sein. Aber auch andere schlanke,
hochwachsende Blumenarten, wie die Lupine, Fingerhut und Königskerze (oder
ähnliche Arten) wurden nah an das Haus gepflanzt und sie geben dem
Cottagegarten letztlich erst die freundliche, verzaubernde Atmosphäre.
Zu sagen ist noch: der Cottage-Gärtner hatte neben den einfachen, grazil
wachsenden Blumen immer eine heimliche Vorliebe für gefüllte Blumensorten.
Was es im Cottage-Garten ursprünglich nicht gab:
1. Man hatte keinen Rasen - zum Aufenthalt im Freien baute man maximal eine
geräumige Laube.
2. Blütensträucher wurden nur sehr wenige verwendet (Flieder).
3. Es gab keine Buchsbaumeinfassungen der Beete.
4. Es gab keine bogenförmigen Wege aus gestalterischen Gründen.
Literatur:
Richard Bird, Kleine Gartenparadiese, Christopher Lloyd, Köln 1990
W. Lange, Die Gartengestaltung der Neuzeit Leipzig 1907
Fürst Pückler, Andeutungen über Landschaftsgärtnerei verbunden mit der
Beschreibung ihrer praktischen Anwendung in Muskau" 1834
Gertrude Jekyll (1843-1932) Malerin und Gartengestalterin übernahm
Stilelemente des Cottagegartens auch für größere Garten- und Parkanlagen und
sie experimentierte viel mit Farben und Farbwirkungen der Blumen.
Englischer Garten, nach Zeichnungen von George S. Elgood mit Anmerkungen von
Gertrude Jekyll (Gertrude Jekyll, Some English Gardens, London: Longmans,
Green & Co 1904 Some english Gardens, After Drawings by George S. Elgood with
notes by Gertrude Jekyll)
Stein und Hain

Als der legendäre König Salomo vor 3000 Jahren von Hiram Zedern- und
Zypressenholz, für seinen Tempelbau aus dem Libanon anforderte, war das zur
Zeit der Antike schon das Ende einer vom Menschen gemachten ökologischen
Katastrophe, die bereits in der vorderasiatischen Bronzezeit ihren Anfang
genommen hatte.
Schon damals holzte man für Bauholz, Brennholz und für den Schiffsbau
großflächig bewaldete Gebirgszüge ab. Die Überweidung mit Schaf- und
Rinderherden tat das Übrige und es entstanden durch die Überweidung lichte,
hainartige Wälder aus übriggebliebenen, uralten Bäumen, da ja das junge Holz
von den Herden über hunderte von Jahren vernichtet wurde.
In den steinernen Tempelbauten der Bewohner dieser Landstriche, besonders aber
in den Tempelbauten der Griechen und Ägypter finden sich anfangs noch
Holzbautechniken, die von den Steinmetzen auf den Steinbau übertragen wurden.
Das waren besonders die Säulenhallen. Doch nicht nur die Technik, sondern auch
die Philosophie des Holzes hatte man beibehalten. Hier war es nicht die Form
des einzelne Baumes, der die Architektur beeinflusste – die Säulentempel waren
im eigentlichen zu Stein gewordene heilige Haine.
Im 1. Buch der Könige (Bibel), Kapitel 7 ist der Bau des Libanon-Waldhauses
von König Salomo beschrieben, der parallel zum Tempelbau verlief:
“An seinen Königshäusern baute Salomo dreizehn Jahre, bis er sie ganz
vollendet hatte. So baute er das Libanon-Waldhaus, hundert Ellen lang, fünfzig
Ellen breit und dreißig Ellen hoch. Auf drei Reihen von Zedernsäulen legte er
eine Decke von Zedernbalken und deckte auch mit Zedernholz die Gemächer über
den Säulen; und es waren fünfundvierzig Säulen, je fünfzehn in einer Reihe.
Und Gebälk lag in drei Reihen, und Fenster waren einander gegenüber dreimal.
Und alle Türen und Fenster waren viereckig.“
der Text beschreibt weiter den Bau der Paläste
Gleichzeitig baute man schon mit Stein, der das Holz ersetzte, wobei die
Säulen zum Teil noch hölzerne Stämme waren, also ein Stück gebauter Hain – ein
Stück gebauter Libanon-Wald.
Auch die ägyptischen Tempelhallen, wie die in Karnak, glichen einem heiligen
Hain.
Ihre Decken zeigten das Blaue des Himmels, Sterne und schwebende Geier. Ihre
Säulen waren meist als Pflanzen geformt, als Papyrus, Lotos oder Palme. Es gab
einfache und gebündelte Säulen. Sie standen auf einer niedrigen Basis, hatten
vielfach einen starken eingezogenen, von Deckblättern umhüllten Fuß und zum
Teil einen ausgebauchten Schaft. Den Säulenkopf bildeten geöffnete Blüten oder
Knospen, Dolden oder eine Reihe von Palmblättern.
Im Säulensaal von Karnak tragen 16 Reihen von mächtigen Säulen das Dach. Sie
lassen nur wenig Raum zwischen sich. Alle sind reich mit bunten Reliefs und
Hieroglyphen geschmückt. Die zwei mittleren Reihen sind 21m, die übrigen 13m
hoch. Die 3 erhöhten Mittelschiffe erhalten durch Gitterfenster gedämpftes
Licht. In diesen Räumen kamen sich die Menschen wohl zwergenhaft klein vor.
Ein Maximum an Aufwand – aber auch ein Maximum an Eindrücklichkeit.
Die Griechen führten diese Art der Bauweise in ihren wesentlich einfacheren
Tempeln auf ein anderes Maß zurück. Ein Optimum an Nutzbringung und ein
Optimum an Schönheit.
Wo mögen die Griechen ihre Anregungen für dieses Denken gefunden haben ?
Interessant ist, das den Griechen eine entwickelte Gartenkunst fremd war
(anders in Rom!). Ihre Tempel und Paläste bauten sie frei in die Landschaft.
Auch der oben schon erwähnte König Salomo besaß keine besonderen Gartenanlagen
– denn in den Lichtungen des Libanonwaldes, in den er seinen Wohnhaus bauen
ließ – hätte sich ein Garten gegen den uralten Zedernwald wohl erbärmlich
ausgenommen.
Ähnlich war dies bei den Hellenen. Sie brauchten keine Kunst- und Ziergärten,
denn sie besaßen diese schon. Ich meine damit ihre Obstplantagen. Und von den
vielen Obstarten pflanzte man auch den edelsten und nutzbringendsten Baum –
den Ölbaum. Karl Foerster beschrieb ihn mit folgenden Worten:
"Welch merkwürdige Mischung von morbidem Stammwerk mit tropisch
kraftvollem Silberlaubgeäst ist doch der Ölbaum. Er weckt keine Liebe
auf den ersten Blick, aber lerne ihn erst mal vierzehn Tage kennen!
Nie ist er schöner als im Mondlicht. Er ist ein wahrer Mondscheinbaum.
Auf Wind und Regen antwortet er mit Silberschauern ..."
Vielleicht hat man mit der Schönheit eines uralten Ölbaumhaines im Irdischen
eine Grenze erkannt ... eine durch höchsten Nutzen und Zeitlosigkeit
gesteigerte Schönheit.
(Beisp. Streuobstwiesen)
Äquivalent sehe ich in der antiken Architektur mit ihrem Maßhalten im
Gegensatz zur ägyptischen Architektur ... eine Grenze, wo Schönheit und
Nützlichkeit gleichgewichtig ineinanderwirken. Dieses Maß-halten in der
Architektur der Griechen und später auch in der der Römer sehe ich persönlich
den bedeutungsvollsten Aspekt dieser alten Baukunst
aus Stein.
Thomas Jacob 2005 (aus einem Vortrag in Dresden)
Bambus – ein Gras
Bambus
Bambuszäune
Bambus: brauchbares Pflanzenmaterial
Bambus ist ein Gras. Doch manchmal sind die unscheinbaren Dinge in der Welt
von größerer Nützlichkeit als jene, die vorgeben bedeutend zu sein. Gras ist
ein Beispiel dafür.
Wir bewundern uralte Eichen und schlanke Tannen, sagenumwobene Zedern oder
einen übervollen Apfelbaum.
Bäume bringen Nutzholz und zahlreiche Obstsorten hervor, doch in der Not
könnte man darauf verzichten – nicht aber auf das Gras.
Gras ist unser Hauptnahrungsmittel. Brötchen, Brot, Bier, Korn und
Schottischer Whisky sind Produkte von Gräsern , wie Weizen, Roggen und Gerste.
Hafer und Mais sind ebenfalls wichtige Grundnahrungsmittel und als Tierfutter
nicht mehr wegzudenken.
Gras ist das wichtigste Futtermittel für das Vieh – Milch und Käse haben
letztlich ihren Ursprung in saftigen Wiesen und Weiden.
Mit Stroh deckte man früher die Dächer, aus Stroh fertigte man Schuhe und
Kopfbedeckungen - Strohhüte sind heut noch modern. Neuerdings wird Stroh auch
in Kraftwerken verbrannt.
Miscanthus - das Riesenchinaschilf ist ein Neuling in der Landwirtschaft und
wird in der Zukunft ein bedeutender nachwachsender Rohstoff werden, besonders
als Brennstoff für spezielle Kraftwerke.
Miscanthus ist nicht nur als Energierohstoff nutzbar. In jüngster Zeit werden
seine hervorragenden Eigenschaften als Werkstoff entdeckt und eingesetzt. Ob
als Energierohstoff, Estrich, Wand, Dämmstoff, Verpackung, Verbundstoff oder
abbaubarer Kunststoff - Chinaschilf lässt sich mannigfaltig einsetzten.

Nun komme ich auf den Bambus zurück.
Man sagt, aus Bambus lässt sich jeder Gebrauchsgegenstand herstellen, der zum
Leben nötig ist:
Hütten, Zäune, Brücken, Wasserrohre, Stühle, Becher und sogar Bambussägen
lassen sich fertigen.
Die Bambus-Pflanze ist also ein idealer Rohstoff, sie ist extrem hart und
fest, dabei aber filigran und fast schwerelos im Wind. Bambus hat also zwei
Extreme in sich vereint.
Vielleicht war es dieser Kontrast, der die Philosophie des fernen Osten
angeregte – das Ying und Yang - die Philosophie der korrespondierenden
Gegensätze.
Gegensätzlichkeiten spielen im chinesischen Garten eine sehr wichtige Rolle.
Man stellte den Garten als idealisiertes Landschaftsbild dar - immer im
Gegensatz einer gewissen Heiterkeit und Melancholie.
Die alten Chinesen hatten dafür eine eigentümliche Bezeichnung:
man sprach vom „Lachenden“ und vom „Bedrohlichen“.
Bambus als Einzelpflanze oder als ein, sich im Winde wiegender Bambushain,
strahlt diese eigentümliche melancholische Gelassenheit und Leichtigkeit aus –
dessen Wesen ich auch in der Architektur der Pagoden wieder finde, zwar in
Holz gebaut – tragen sie mit ihren geschwungenen Dachfirsten jene Architektur
des Bambus in sich.
Bambus – ein Maximum an Schönheit und Nutzbringung.
Bambus ist nicht formbar –– dadurch entsteht eine spezielle Geometrie des
Bauens mit diesem Material oder besser gesagt es entsteht eine eigenständige
Bau-Philosophie ... die Philosophie des rechten Winkel. Aufgegriffen wurde
dieses Gedankengut in Holland von der Künstlervereinigung De Stijl.
Die großen polaren Kräfte des Lebens, "Natur und Geist, das Statische und das
Dynamische, das Horizontale und das Vertikale", sollten in der Kunst zum
Ausgleich kommen. Der rechte Winkel und die drei Grundfarben, ergänzt um
Schwarz, Weiß und Grau, galten als die elementaren Ausdrucksmittel.
japanische Gärten
chinesische Gärten
Notiz
(Der Bauhausstil und der Stil der neuen Sachlichkeit führte diese Gedanken fort
und sie fanden in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts ihren Ausklang. Dieser
Ausklang war vielleicht nicht das Ausklingen von Ideen, sondern das Aussterben
von Ideen.)
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Noch einige weitere Gedanken:
Hausgarten: Der Leitgedanke entsteht
Der Garten ist ein uraltes Kulturgut des Menschen und so ist die Freude am
Gestalten, Pflanzen und Pflegen sicher ein uraltes Vergnügen und eine uralte
Kunstfertigkeit. Das Gestalten folgte dabei gewissen Regelwerken, auf welche
wir heute zurückgreifen, wenn wir neue Ideen und Formen im Garten
verwirklichen.
Die Größe der Gartenanlage tut dabei nichts zu Sache und so gelten die in der
Folge beschriebenen Grundsätzlichkeiten für kleine und kleinste Gärten ebenso,
wie für große Gärten und Parkanlagen. Dieser Leitfaden ist kein starres
Regelwerk, sondern er beschreibt Beobachtungen, so wie es die alten
Gartengestalter taten, von denen in der Folge einiges zitiert werden soll.
Gestaltungsregeln sind keine starren Gesetzeswerke, sondern Beobachtungen
Meine Ausführungen fordern auf, das Auge zu schulen. Flüchtig sehen wir über
Formen und Farben in unserer Umgebung hinweg und erst die stille Beobachtung
des Gartenlebens weckt die Liebe zur Natur und lässt Wünsche wach werden. Aus
längst vergessenen Erinnerungen und aus Träumen fließen Ideen und langsam
entsteht daraus ein geordneter Plan.
Formuliere deutlich deine Wünsche! Das heißt: richte dein Auge auf dich selbst
und stelle fest, was du wirklich willst. Möchtest du nur den vermeintlichen
Anforderungen der Nachbarschaft gerecht werden - willst du sie übertreffen,
oder möchtest du deinen eigenen, ganz persönlichen Traumgarten Wirklichkeit
werden lassen?
Hast du Klarheit über dein Wollen, so ist der nächste Schritt der Planung die
Zusammenfassung deiner verschieden Ideen hin zu einem durchbildenden
Grundgedanken und Grundkonzept der Gartenanlage. Der legendäre Fürst Pückler
(1785-1871) führte dazu weiter aus: „der leitende Gedanke muss in jeder
Einzelheit zu erkennen sein, aber damit verlange ich keineswegs, dass auch
schon im voraus der genaue Plan der Ausführung bis in jede Einzelheit
entworfen und streng daran festgehalten wird. Gerade das Gegenteil möchte ich
in gewisser Hinsicht empfehlen.“
Gartengestaltung ist nichts Endgültiges. Der Garten, den wir heute anlegen ist
in 10 Jahren nicht mehr derselbe. Setze dich gegen diese Veränderlichkeit
nicht zur Wehr, auch in dem Sinne, dass sich deine Wünsche und Bedürfnisse mit
der Zeit verändern. Nur ist bei nachträglichen Umgestaltungen des Gartens
besondere Sorgfalt geboten und du darfst nicht mit einem Schlage die Seele des
Ortes zerstören, also den Leitengedanken des Gartens aufgeben.
Nie darf dieses Leitmotiv durch Willkür oder durch Gedankenlosigkeit gebrochen
werden. Der Gartengestalter Will Lange (1864-1941) schrieb hierzu:
“In der Gartengestaltung entscheidet der leitende Gedanke über das, was in ihm
auftreten darf, und über das, was ausgeschlossen werden muss. Auch die Formen
werden dadurch bestimmt, denn sie gehen ja aus dem Inhalt - dem Zweck hervor,
und die Farben: denn die letzteren sollen den geistigen Stimmungsgehalt
verstärken, klären, aber nicht stören.
Wer gibt uns das Thema für den Garten? Antwort: Wir nehmen die leitenden
Gedanken aus uns, aus unseren Beziehungen zu den Dingen, aus den Dingen
selbst. So wird jeder Garten charakteristisch. Er wird persönlich aus der
Individualität des Besitzers oder des Zweckes heraus gestaltet: Die Kunst der
Gartengestaltung wird durch klare Durchführung der Leitmotive zur
Persönlichkeitskunst.“
(nach W. Lange, Die Gartengestaltung der Neuzeit Leipzig 1907)
Der Garten als Ziel
Heute bestehen gewöhnliche Freizeitgartenanlagen im Wesentlichen aus zwei
Komponenten: aus Wegen und Grün. Auch Parkanlagen wurden fast immer so
angelegt, dass sie auf endlosen und ohne Ziel erscheinenden bogenförmigen
Wegesystemen durchschritten werden konnten.
Ich erinnere mich noch genau daran, wie langweilig mir in den Kinderjahren
Besuche in den streng formalen Barockgärten waren, oder schlimmer noch die
Landschaftsgärten. Immer nur laufen und spazieren gehen … endlose Wege,
Wiesen, Baumalleen und langweilige Parkbänke. In den Heckengärten konnte man
sich wenigstens noch verstecken – doch im Park: nur krumme Wege.
Nachgeahmt im Kleinen versuchte das so mancher Gartengestalter mit gekrümmtem
Vorgartenweg und feiert dieses als gestalterischen Höhepunkt. Doch der Garten
ist mehr als eine Durchgangshalle. Der Garten selbst ist das Ziel. Er ist der
ruhende Punkt, an dem die Wege enden und so muss den beiden oben genannten
Komponenten noch eine Dritte hinzugefügt werden: Gartenplätze.
Der Garten ist mehr als eine Durchgangshalle. Der Garten selbst ist das Ziel.
Er ist der ruhende Punkt, an dem die Wege enden.
Gartenplätze, von denen man still die Natur beobachten kann, sind ebenso
wichtig wie Terrassen am Haus oder Plätze zum Sonnen oder zum Spielen für
Kinder - Wege sind nur Verbindungselemente derselben im Garten. Chinesische
Gärten sind nach diesem Prinzip geordnet, in denen das malerisch
gestaltete Wegenetz Pavillons und geräumige Lauben als architektonisch
gestaltete Ruheplätze miteinander verbindet. Der Garten sollte besser als eine
Zusammenfügung von Plätzen definiert werden und weniger eine Anhäufung von
Wegen sein. Reduziert man den Garten auf sein wesentlichstes Element - auf den
"Platz", so haben wir einen Gartenhof vor uns.
Der Hof (ein Hausgarten) war stets Mittelpunkt des häuslichen Lebens.
In unserer Geschichte war der Hof stets Mittelpunkt des häuslichen Lebens. In
mediterranen Landschaften sind ummauerter Hof und Garten voneinander kaum zu
trennen. Im nordalpinen Raum lagerten sich Wohnhaus, Stallungen und
Vorratsgebäude, sowie der abgegrenzte Hausgarten um den Hof, der meist durch
eine gewaltige Linde, Kastanie oder Walnuss (der "Hausbaum") oder durch
Torbäume geprägt war. Im Schatten des Hausbaumes fand sich Quelle oder
Brunnen.
Wein oder Spalierobst im Verbund mit dem Gemäuer trennten die menschliche
Behausung von der Landschaft und gaben den Bewohnern einen sicheren, schönen
Ort - eine Insel inmitten der Natur - in einer Zeit, als die Natur noch als
bedrohlich und lebensfeindlich empfundenen wurde.
Heute ist der Wohngarten und Gartenhof wieder ein besonderer Ort und
Mittelpunkt der Familie. Der Gartenhof kann Arbeitsplatz sein oder ein
abgeschiedener Flecken zur Ruhe und aktiven Erholung - bedrohlich erscheint
nicht mehr die Natur - heute ist es die Unrast, die Schnelllebigkeit - das
Fehlen eines ruhenden Mittelpunkt im Leben - der Garten kann es sein - auch
wenn er in seiner Fläche auf ein Minimum reduziert ist: auf einen bunt
blühenden und grünen Balkon.
Gestalterisch mag die oben gezeichnete Urform unserer Wohngärten Grundlage
neuer Ideen werden, wir müssen nur unbefangen bisherige Konzepte und
gestalterischer Ziele prüfen, um neue Maßstäbe anzulegen: Der Garten ist das
Ziel unserer Wege.
Wege und Plätze im Garten
Wege sind, abgesehen von Tierpfaden nichts Natürliches, sie sind Menschenwerk.
Ein Weg ist immer die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten und ohne
zwingende Gründe, wie Niveauunterschiede oder Hindernisse, sollte man von der
geraden Wegeform auch nicht abweichen.
Wege können Flächen teilen oder verbinden. Die Kunst ist es jedoch, dass wir
das Gewicht auf das verbindende Element legen, damit Wege nicht zu isolierten
Streifen im Gartenraum verkommen. Werden Wege zu schmal angelegt, wirken sie
wie harte Trennungslinien. In diesem Fall kann durch breite Blumenrabatten
entlang des Pfades eine Korrektur erfolgen.
In kleinen Gärten läuft der Weg oft ins Leere aus. Hier ist es sinnvoll, am
Wegende einen Endpunkt zu setzen. Vielerlei Gestaltungsmöglichkeiten hat man
mit Bänken, Lauben, Brunnen, Wasserbecken, Wandbrunnen, Quellsteinen,
Plastiken oder anderen Kunstobjekten. Auch ein kleiner Irrgarten kann der
gestalterische Zielpunkt im Garten werden.
Endet der Weg wie bereits vorgeschlagen, auf einem kleinen ruhigen
Gartenplatz, so bekommt der Garten im Einzelnen mit oben genannten
Gestaltungselementen ein Gestaltungsthema.
Wie ein Organismus in vielerlei Funktionsbereiche gegliedert ist, darf auch
der Garten nicht eine völlige amorphe Masse darstellen, sondern er muss durch
deutliche Akzente und Schwerpunkte sinnvoll gegliedert sein. Diese Akzente
dürfen auch nicht willkürlich eingefügt werden – sie ergeben sich vielmehr aus
der Funktion der einzelnen Gartenbereiche, oder die Natur bestimmt sie:
„Ein Platz um einen alten Baum, mit Tisch und Bänken unter ihm kann den
kleinen Garten beherrschen, im großen und im Park auch weit vom Hause Ziel der
Ruhe sein.
Ein kleiner Heckenirrgarten kann der gestalterische Zielpunkt im Garten werden
Plätze können aus Notwendigkeiten heraus entstehen, etwa für Anfahrten; zum
Umwenden; zum Parken; zum Spielen im Freien; zur Verbindung von Teilen des
Grundstückes von verschiedenen Ausgangspunkten her und wo zu gleichem Zweck
der Wege zu viele werden würden. Weiter um Gäste zu empfangen, zu
verabschieden, also am Haus, vor der Terrasse, am Garteneingang; als
Sammelplätze für größere Gesellschaften am Haus, im Park und großen Garten;
als Ruhepunkte an Wegen oder mittels kleiner Pfade abseits davon im Schatten
oder auf einer sonnigen Wiese.
Wenn das Haus nicht absichtlich im Grün der Bäume eingesponnen sein soll, so
ist ein freier Platz vor dem Hause ein Mittel, zu dessen Betrachtung den
nötigen Abstand zu gewinnen.“ Nach W. Lange, Die Gartengestaltung der Neuzeit
Leipzig 1907
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Themengärten
auf
Gartenausstellungen sind die beste Möglichkeit
Ideen für den Garten zu sammeln. Der Mensch ist ein Augentier
und was er in wenigen Minuten alles durchs Sehen erfassen kann,
das würde mit Lesen schon viel länger dauern.
Das Besondere dieser kleinen Schaugärten ist immer wieder die
Überraschung, wie es möglich ist, auf kleinen Flächen so viel
Atmosphäre zu schaffen.
 Das
Geheimnis sind die Gartenhecken und Mauern, die aus
zweidimensionalen Flächen romantische
Gartenräume zaubern.
Die
richtige Einfriedung macht den Hausgarten erst gemütlich - wir
trauen uns nur nicht, unserem Garten solche Räumlichkeit zu
geben, weil wir Hecken und Mauern immer etwas Negatives sehen
... die Nachbarn könnten ja denken, wir hätten etwas zu
verbergen ...
 Doch
überlege mal - eine stabile Gartenmauer wäre nicht nur
gestalterisch ein Zugewinn, sondern auch ein effektiver
Sichtschutz und ein Lärmschutz zugleich. Die Nachbarn werden es
dir auf jeden Fall danken, wenn sie von deinen Gartenpartys
nicht mehr so viel mitbekommen ;-)
 Hier
auf diesem Gartenportal kannst du dir viele Ideen und Anregungen holen und weil
hier alles an Infos etwas übervoll ist, empfehle ich dir morgen oder in einer
Woche noch mal rein zu schauen.
Die besten Ideen holt man sich durch gute Beispiele. Dafür hab ich extra
ein
Bilderarchiv in dem du herumstöbern kannst.
Gartenbilder
Übrigens:
wenn du eine Gartenschau besuchst, dann nimm dir einen Fotoapparat mit
und viel Zeit. Du kannst für deinen privaten Garten ruhig andere
Gestaltungs-Ideen kopieren, wobei später bei der Umsetzung alles schon ganz
anders aussehen kann, etwa wenn du mit anderen
Materialien arbeitest.
 Ideen kopieren ist die eine Sache. Du kannst auch versuchen eigene Ideen
systematisch zu entwickeln. Dazu habe ich hier auf der Homepage auch einige
Anleitungen gegeben. Das Problem ist meist nur der allererste Schritt, selber
kreativ zu werden. Vorstellungen hat man ja viele, man muss sie nur etwas
kanalisieren.
Für den Anfang ist es hilfreich, wenn du dir über den Nutzungszweck
deines Gartens [Balkon oder Terrasse] Klarheit verschaffst. Schon die alten
Gestalter wussten: der Zweck bestimmt die Form.
exklusive
Garten-Produkte
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