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Fertighaus bauen
I
Gartenhäuser
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Das vermutlich berühmteste und außergewöhnlichste Fertighaus steht bei Potsdam
in Caputh. Es war das Sommerhaus Albert Einsteins. Es war Einsteins kleines
Paradies. Nachdem ich es mir angesehen habe, kann ich es nur bestätigen:
Albert Einstein lebte im ländlichen Caputh wirklich wie in einem Paradiesgarten.
Es war das Wohnkonzept eines kleinen, schlichten Holzhauses das eng verwoben inmitten
eines Terrassengartens lag. Dieser Wohngarten wiederum lag inmitten eines alten Obstgartens
und ging fließend in diesen über und dieser tat dies wiederum mit der
Landschaft.
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Das Einsteinhaus in Caputh ist ein kleines Fertighaus mit angebauter Wohnveranda
+ Dachterrasse. Im Wohngarten befindet sich noch ein separates Gartenhaus,
welches der Familie Einstein als Gästehaus diente.
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Wie bereits an anderen Stellen von mir vorgeschlagen, um jungen Familien
finanziell und mit einem Minimum an Arbeitsaufwand den Eigenheimbau zu
ermöglichen, zuerst klein zu bauen und später das Heim zu erweitern. Das
Einsteinhaus wäre ein Prototyp dafür, welcher aus Haus, Wohnveranda und
Gartenhaus besteht ...
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das Gästehaus im Garten
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...Im Falle der Familie Einstein wurden Haus und Veranda allerdings in
einem Zuge gebaut und später kam das Gästehaus dazu. Diesem kleinen, sehr
praktischen Wohnkomplex liegt jedoch eine Wohnphilosophie zugrunde, die sich
anzueignen empfehlenswert wäre.
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Unsere Vorstellungen vom eigenen Heim werden oft sehr stark von unserer Umwelt
geprägt und von unseren Mitmenschen beeinflusst. Eigene Ideen und Träume werden
da ganz schnell verdrängt und verhindert.
Große Räume mit viel Glas und überdimensionalen Fenstern sollen Luxus
suggerieren. Und es muss großzügig gebaut werden. Schließlich baut man nur
einmal im Leben.
Der
wohl berühmteste Nobelpreisträger war da anderer Meinung. Kein Wohnen in
überdimensionierten Räumen.

Schlichtheit im Bau und in der Wohnphilosophie, dafür aber einen großzügigen und
praktisch eingerichteten Wohngarten. Das ist das etwas andere und wie ich meine
bessere Konzept. Im Garten
leben wann immer es geht. Individuelle Zimmer für jedes Familienmitglied mit
diesen so praktischen französischen Fenstern, die genügend Licht geben aber
auch Schatten ...
Eine kleine Küche und eine multifunktionale, schlichte Wohnveranda - Einstein war sich
nicht zu fein, hier die geistige Elite seiner Zeit zu empfangen und zu bewirten.
Das Einsteinhaus ist kein Holzhaus im klassischen Sinne, also kein Blockhaus
oder Blockbohlenhaus. Der Architekt Konrad Wachsmann lenkte die Einsteins dahin,
ein damals recht neuartiges Fachwerk-Fertighaus mit innerer und äußerer
Holzverkleidung zu wählen. Diese preiswerte Bauweise kam sicher auch Einsteins
damaligen
finanziellen Möglichkeiten entgegen, der nach seiner Trennung von seiner ersten
Frau nicht unbegrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung hatte. Trotzdem war es
wohl nicht mangelndes Geld, dass sich die Familie Einstein für ein sehr
schlichtes Wohnkonzept entschied.
Das Besondere am Einsteinhaus ist jedoch der Umstand, dass es keiner reinen
architektonischen Stilrichtung zugeordnet werden kann, weil der Bau einen
interessanten Stil-Mix darstellt. Korrekt müsste man von einem
"Elsa-Albert-Konrad-Stil" sprechen, der folgendermaßen zustande kam:

Der junge Konrad Wachsmann, viel gereist und bereits sehr erfahren, aber ein
angehender Architekt ohne Namen, wollte neue, revolutionäre Architektur
erschaffen und sicher auch berühmt werden. Wachsmann nutzte beherzt die Chance,
jenen populären Auftrag für das Einsteinsche Sommerhaus zu ergattern und traf
zunächst die eher ablehnend reagierende Ehefrau Alberts, Elsa an. Nachdem das
erste Eis bei dieser Aquise gebrochen war, nutzte Elsa ihre Chance, den jungen
Architekten nach ihren Vorstellungen zu instruieren. Elsa hatte wohl sehr
konkrete Vorstellungen von einem eigenen Heim. Sie wollte ein Haus mit
dunkelrotem Ziegeldach, französischen Fenstern und vielen Terrassen, wie sie in
den damaligen Schweizer Wohngärten modern wurden. Das Wohnzimmer sollte einen
Kamin haben. Die Zimmer sollten aber eher klein angelegt werden und Alberts
Schlaf-Wohn-Arbeitszimmer sollte möglichst ruhig und abgeschieden liegen.
Mit diesen Wünschen wurde das Wohnkonzept klar von Frau Einstein umrissen.
Konrad Wachsmann machte seine ersten Entwürfe, die am kommenden Tage dem
Hausherren vorgelegt wurden. Es war zuerst ein modernster Flachdach-Bau mit
klaren Linien, großen Fenstern und modernster Haustechnik - etwa mit einer
Gasheizung - aber ohne Kamin. Albert Einstein hatte nun wiederum ebenfalls klare
Vorstellungen von seinem zukünftigen Haus. Es sollte ein schlichtes Schweizer
Blockhaus sein. Ein Flachdach kam für Albert erst recht nicht in Frage. Konrad
Wachmann hatte nun ein Problem. Da galt es Elsas südfranzösisches Flair mit dem
eher nordalpinen Holzbau Alberts zu vereinen und daneben noch modern zu bleiben.
Außerdem hatte Konrad Wachsmann auch die Kritik und den Spott seiner
Berufskollegen zu fürchten. Zudem musste Wachsmann schnell sein und durchdachte
Lösungen präsentieren. Was er auch scheinbar spielerisch tat und damit die
Bewunderung Einsteins für den jungen Werkmeister hervorrief.
Die besonderen Wünschen von Elsa Einstein könnte man zuerst als mediterrane
Lebensart verstehen. Doch dies trifft nicht wirklich zu, denn dem mediterrane
Süden ist das geschlossene Hof-Haus zueigen. Stark vereinfacht ist es der von
Arkaden umgebene Hof oder das Atrium, um welches sich kühle Wohnräume lagern.
Beim Einstein-Haus ist das Prinzip genau umgekehrt. Die kühlen Wohnzellen liegen
quasi zentriert und sind von offenen Hof-Räumen [Wohnterrassen] umgeben. Wobei
ich die Wohnveranda ebenso als eine Art Wohnterrasse definiere. Das ist die
traditionelle nordalpine Bauart und Wohnkonzeption. Das einzige Zugeständnis an
den Süden sind die großen französischen Fenster mit ihren Lamellen-Klappläden,
welche es ermöglichen, die Räume im Sommer vom Fußboden her bis zur Zimmerdecke
erfrischend querzulüften. Im Winter lassen die Fenster wiederum
tageslichtdurchflutete Zimmer entstehen.
Es ist nicht selbstverständlich, dass Wachsmann diese speziellen französischen
Fenster
detailgetreu in sein Holzhaus übertragen hat, abgesehen von fehlenden
Fensterkreuzen. Man hat bis heute in vielerlei Art Bodenfenster gebaut, denen es
letztlich an den entscheidenden Details mangelt und wo die Funktion nicht
entsprechend der Form folgt [Bild links].
Nur mit äußeren Schattenläden ergeben die bodentiefen Fenster einen Sinn
und haben Stil. Lange, schmale, lichtschachtähnliche Fensteröffnungen mit
Jalousien erfüllen den Zweck der Sommer-Lüftung weniger gut. Wachsmanns moderner
Fertigbau bleibt somit ein Beispiel für wirkliche Meisterarbeit, welche
Gestaltung und Zweck in idealer Weise verbindet. Das ist der Unterschied zur
bloßen Nachahmung, wie uns bereits Johann Wolfgang von Goethe in seinem Gedicht
"Lehrbrief" aus "Wilhelm Meisters Wanderjahre" beschrieb.
Das Einstein-Haus ist ein funktionierendes Zusammenspiel von Weite und intimer
Nähe. Die Räume des Hauses sind auf die wirklich notwendige Größe, die es zum
Wohnen braucht, reduziert. Durch Einbauschränke oder verdeckte Waschnischen
wirken die Räume optisch großzügig und sind dabei multifunktional nutzbar. Bei
den schmalen Fluren hat man an den abgehenden Türen auf zum Teil auf Türgewände
verzichtet oder sie nur andeutungsweise ausgebildet. Dadurch strahlt der Holzbau
im Inneren eine ruhige, klare Ordnung aus. Die Proportionen und Dimensionen sind
auf einem Minimum ausgereizt, das bei aller Einfachheit und Genügsamkeit und bei
allem Maßhalten in keiner Weise beengend wirkt. Das gilt allerdings nur für das
Innere des Hauses. Tritt man aus dem obern Flur auf die Dachterrasse des Hauses, dann hat diese schon die optische Dimension eines Ballsaales.
So auch die Treppe zur Haus- und Gartenterrasse, die einem Lustschloss alle Ehre
machen würde.
In seinem Gesamtkonzept mit Wohngarten und Gartenhaus ist das Haus Albert
Einsteins in Caputh heute noch bemerkenswert. Es kann Muster für einen
Eigenheimbau sein, der von einem einfachen Baukörper ausgehend erweitert werden
kann, wenn man die Veranda am Einsteinhaus als möglichen Erweiterungsbau sieht.
Auch eine Erweiterung der Wohnfläche durch einen separaten Baukörper, wie es das
Gästehaus darstellt, ist durchaus ein nützliches Konzept. Zudem sind Garten und
Haus vielmehr als Einheit zu sehen.
[Literaturquelle: D. Bonfiglio, Paradies auf Zeit Albert Einsteins Haus in
Caputh, Potsdam 2005]
Ich danke Ihnen für den Besuch dieser Website.
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Kurz-Übersicht -> bedenke folgende Fragen:
1. -> wie groß muss mein Haus wirklich sein?
2. -> ist die Idee, vorzugsweise den Garten mit
einem Haus und Terrassen bewohnbar zu
machen, ein nützlicher Denkansatz?
Traumhaus bauen -> ein unauffälliges Eigenheim oder die
individuelle Traumvilla? Das Traumhaus planen, worauf es ankommt. Nicht der
Geldbeutel allein entscheidet, ob ein Traumhaus wirklich ein Haus der Träume
ist ...

[Bilder, © Fotolia.de und BRILLANT! Blockhaus]
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