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Tipp Teehausgarten und Teezeremonie   -  Gestaltung japanischer Gärten im Einfuß der Teezeremonie


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Trittsteinweg zum Teehaus

Der Teehausgarten

Tipp Der Teehausgarten, eigens geschaffen für die Teezeremonie, ist in seiner Idealform (so wie er in der Literatur beschrieben wird) ein klar erdachtes und geschaffenes Kunstwerk der japanischen Zen-Mönche, welche die Philosophie des Teekultes aus China zu sich holten und nach der Philosophie des Zen umformten.

Videos: Japanische Gärten Videos: Teehausgarten

 

Plan: Teehausgarten, Teehaus

historischer Teegarten

Übersichtsplan:
Garten für
die japanische
Teezeremonie

Gartengestaltung Das Zentrum des Teehausgarten ist das Teehaus (C) - es ist eine schlichte Hütte aus unbehandeltem Holz und am besten mit Stroh, oder Rinde gedeckt.

Lehmwand

Teehaus, die verwendeten Materialien

Die Teehäuser sind schlichte Hütten, so auch das Material. Hier sind es die traditionellen japanischen Baustoffe Holz, Lehm und Bambus.

Gartengestaltung Des Weiteren befindet sich eine Empfangshalle (A) nahe des Eingang (A), welche in einem ebenso schlichten Stil erbaut ist. Wenn reichlich Platz vorhanden ist, dann gibt es noch einen überdachten Warteplatz, in Form einer einfachen gedeckten Bank. der in den "Pausen" der Teezeremonie aufgesucht wird, vor allem, wenn das Wetter einen Aufenthalt im Freien nicht zulässt.

Wartebank und Bambuszäune

Warteplatz am Eingang

Weg zur Wartebank für die Besucher. Die Zäune sind traditionell aus Bambus, denn sie sollen grazil wirken und in der Landschaft nicht aufdringlich wirken.
japanischer Garten Bambuszäune

Gartengestaltung Die Teezeremonie beginnt schon im Vorfeld mit einem kurzen Besuch des Gastes bei dem Gastgeber und so kann der Besuch am Tage der Zeremonie schon mit mehr Gelassenheit angegangen werden. Zur Teezeremonie ist das Eingangstor zum Garten bereits leicht angelehnt, um die Besucher (meist 5 an der Zahl) Willkommen zu heißen. Sie finden sich in der Empfangshalle (A) ein, wo sie vom Gastgeber stillschweigend mit einer Schale heißem Wasser (oder dünner Tee) empfangen werden. Die Gäste werden sich hier einig, in welcher Reihenfolge sie das Teehaus betreten werden.

Gartengestaltung Schon bei der Überschreitung der Schwelle am Gartentor, die meist durch einen entsprechenden Stein gekennzeichnet ist, verlässt der Gast den lauten und hektischen Alltag und betritt den Garten, der eine in sich geschlossene Welt der Ruhe und Harmonie darstellt.
Hier auf dem Warteplatz stimmt sich die Gesellschaft weiter auf die Teezeremonie ein, beginnt die Alltagstimmung abzulegen und bekommt durch die Ruhe einen Blick für die Schönheit der Natur im Garten.

Gartentor

Tor

Das Torhaus markiert eine scharfe Grenze zwischen dem Mikrokosmos des Teehausgarten, der in der Gesamtform seiner Gestaltung einen sicheren Zufluchtsort vor dem hektischen Alltagsleben darstellen soll.

Die Trennlinie markiert der Schwellen-Stein im Entree - hier im inneren des Garten liegt dann eine Steinplatte symbolisch für den Gastgeber und nach Außen hin eine Steinplatte für den Gast.

Gartengestaltung Nahe des Warteraum oder am Teehaus befindet sich ein steinernes Wasserbecken (Tsukubai- meist nur ein Stein mit flacher Vertiefung). Dort hat der Teemeister eine Kelle abgelegt, wo sich die Gäste in Form einer symbolischen Waschung die Hände säubern und den Mund waschen. Im Kupferstich oben ist die Wasserstelle wohl nahe der Steinlaterne im Bereich (B) zu suchen - überhaupt liegt hier der Trittsteinweg, welcher zum Teehaus führt nochmals in einem separaten Gartenbereich.

 

Wasserbecken Trittsteinpfad

Gartengestaltung Der Gang der Teegesellschaft auf dem Trittsteinpfad (B), hin zum Teehaus, symbolisiert die erste Stufe der Selbsterkenntnis - das Abstreifen des Alltags. Der Gang durch den Garten dient somit zur geistigen Vorbereitung auf die Zeremonie.  Die Schönheit des Gartens soll dabei das Gemüt positiv beeinflussen und im Sommer sind die Steine vom Gastgeber mit kühlendem Wasser besprengt um eine Stimmung der Frische,  Reinheit und Natürlichkeit entstehen zu lassen, welche letztlich auch wieder nur der Herzensbildung dient.
 

Teehaus, Lehmhütte

ROJI - Tauerde

Für den Teegarten wählten die alten Zenmeister den Namen ROJI, was wörtlich "Tau-Erde" oder im Wortspiel auch "Pfad" heißt - daher die symbolische Benetzung der Trittsteine mit Wasser ...

Der Teegarten symbolisiert einen vom Staub der Welt gereinigten Bezirk, wo auch Gedanken des Hasses, Neid und des Stolzes keinen Platz haben sollen.
Bild: schlichtes Teehaus
japanischer Garten japanischer Ahorn

 

Japanischer Felsengarten

Hütte am Meer

Im Idealfall ist der Teehausgarten einer rauen Berglandschaft nachempfunden oder einer Hütte am Meer und er darf auch nicht in der Gestaltung mit den reinen Betrchtungsgärten der Japaner verwechselt werden. Alle Teile des Gartens sind funktional - die Wirkung der Schönheit mit einbezogen.

Die Teegärten sollten rau und düster wirken und die Architektur, als Werk des Menschen, eher grazil, sehr einfach - ja beinahe zerbrechlich.

Das Teehaus muss sich in seiner Schlichtheit in die Natur einfügen - beherrschen darf sie es nicht - damit dient dieser Stil das Herz des Menschen zur Demut zu bewegen.

Der Felsengarten (Bild oben), der direkt an den Teegarten anschließt ist der japanischen Küstenlandschaft nachempfunden, die steil aus dem Meer aufragt.

Hinüber blicke ich
Weder Blumen
Noch farbige Blätter.
Am Gestade des Meeres
Eine einsame Hütte
Im schwindenden Licht
Eines Herbstabends


Sen Rikyu (1522-1591)

Gartengestaltung Die Teegäste betreten nun einzeln die Hütte durch eine sehr niedrige Schiebetür (D) - dadurch betreten sie in demütiger Haltung den Raum, was bedeuten soll, dass im Teeraum der Rang oder die Stellung des Alltagslebens draußen vor der Tür gelassen wird und Gäste und Gastgeber Gleiche unter Gleichen sind.

Hier sei mir nochmals der Hinweis gestattet, das schon Marie Luise Gothen in ihrer Geschichte der Gartenkunst  (Jena 1926) auf die große Ähnlichkeit von Teezeremonie und  Freimaurerei hinwies, wo ähnlich wie hier, bei der Versammlung der Brüder in der Loge weltliche Rangordnungen abgelegt werden müssen.

Die Ähnlichkeit geht bisweilen in kleinste Details, so entrollt der Gastgeber bei der Zeremonie ein Rollbild - im Freimauertempel wird ein "Arbeitsteppich" aufgelegt - das grundlegende Element beider Gesellschaften ist jedoch das Einüben von Lebenshaltungen durch symbolisches Handeln (Ritual), was nicht mit  religiösen Handlungen verwechselt werden darf: es ist eine Kunst!

Teehaus im sanften Licht der Koji

schlichte Teehütte

Während der Teezeremonie in der Hütte sind alle weltlichen Standesunterschiede unter den Gästen aufgehoben ...

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Gartengestaltung Haben die Gäste im Teehaus Platz genommen, beginnt die eigentliche Teezeremonie -
der Gastgeber schließt hörbar die Tür, damit hat die Zeremonie ihren Anfang genommen - zuerst wird ein kleines Essen gereicht und es folgt ein auflockerndes Gespräch unter den Gästen, meist zu den Gegenständen im Teehaus, danach geht man wieder in den Garten.

Gartengestaltung Fünf Gongschläge laden wieder in die Hütte - zuvor geht der Weg abermals über den Trittsteinpfad und zum Wasserbecken - Mund und Hände werden gesäubert. Inzwischen ist das Wasser im eisernen Kessel im Teeraum mit Holzkohle geheizt - der Kessel summt und der Duft von leichtem Räucherwerk füllt den Raum.
Der Tee wird nun nach altem Ritual bereitet und den Gästen gereicht. Zuvor werden kleine Reiskuchen gereicht oder Süßigkeiten. Zu Beginn wird ein starker Tee getrunken, dann ein leichter aus flachen Schalen. Je nach der Form des Teeritual folgen kleine Konversationen.

Gartengestaltung Am Ende verlassen die Gäste einzeln die Hütte, wobei der Gastgeber vor der Tür sitzen bleibt - die Gäste verabschiedet - und so lange verharrt, bis die Teegäste den Garten verlassen haben. Ist die Gesellschaft den Augen entschwunden, ist für den Teemeister die Zeremonie noch nicht beendet. Die Gerätschaften werden nun ordnungsgemäß verstaut und die Hütte nach vorgegebenen Ritual gesäubert - erst dann ist die Teezeremonie abgeschlossen.
 

        

Geschichtliches:

Gartengestaltung Der chinesische Dichter Luh-yü (618-907) verfasste um 700 das berühmte "Cha King" ("Ch'a King) - die erste umfangreiche Abhandlung über Teeanbau und Teezubereitung.

Gartengestaltung Im Jahre 801 brachte der Mönch Saicho Teesamen mit nach Japan und baute ihn in Hieizan an.

Gartengestaltung Der Zenpriester Murata Shuko (1422-1502) befasst sich mit der Kunst der Teezubereitung aus der Sichtweise des Zen. Er kannte den Ablauf der Teegesellschaften am Hofe der Shogune.

Gartengestaltung Innerhalb der Klassenschicht der Handelsleute, die eng mit der Philosophie den Zen vertraut waren entwickelte sich ebenfalls ein Teeritual - die bedeutendste Persönlichkeit aus dieser neu entstehenden Tradition war Takeno Jo-o (1512-1555). Er begründete den Stil der Zubereitung des Wabi-Tee in einer einfachen Hütte mit schlichten Teegerätschaften. Takeno Joo "vereinigte die Ästhetik des Zen mit der demokratischen Lehre der Gleichheit aller. Dieser Stil wurde später von Sen Rikuyu, dem Schüler Jo-o, bis zur Vollkommenheit entwickelt."

Geräte für die Teezeremonie, japanische Keramik

Geräte für die Teezeremonie

japanischer Garten Videos: Teezeremonie
japanischer Garten Bambus in der Gartengestaltung


Gartengestaltung Sen Rikyu (1522-1591) auch Sen no Soekis, verband mit dem Ritual der Teezubereitung spekulative lebenphilosophische Gedanken und so diene nun die Teezeremonie zu Einübung von 4 Lebenshaltungen: 1. Harmonie und Frieden; 2. Hochachtung und Erfurcht; 3. Reinheit und 4. Stille und Gelassenheit (durch die Übung 1.-3.)

Gartengestaltung Obwohl man als Europäer schnell den Eindruck bekommt, dass die Teezeremonie die menschliche Vollkommenheit anstrebt, so ist das Gegenteil der Fall. Der Weg der Tee-Kunst hat im Kern den Gedanken der Annahme der Unvollkommenheit.

"Des Teewegs Urgrund:
Wasser sieden lassen,
Tee schlagen und
ihn mit aufrichtigen Herzen trinken - nicht mehr!
Man sollte dies wohl wissen."

Rikyu



Literaturquellen
Leben auf dem Teeweg Sen, Soshitsu München 1991   ISBN 3-85936-048-5
Buch vom Tee Okakura, Kakuzo Frankfurt, Leipzig 2002  ISBN 3-458-34655-4
Marie Luiese Gothen, Geschichte der Gartenkunst,  Jena 1926

Bildquellen der SW-Bilder: Josiah Condor  Landscape Gardening in Japan (1912)

Zen Kunst, Tuschearbeiten von Peter Herzog, Dresden, Fische

Bilder von Peter Herzog, Dresden

japanischer Garten Finissage Januar 2008: Fische


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Aktualität 09/2009


ein kleiner japanischer GartenStaudengarten, Staudengärten Themengärten auf Gartenausstellungen sind die beste Möglichkeit Ideen für den Garten zu sammeln. Der Mensch ist ein Augentier und was er in wenigen Minuten alles durchs Sehen erfassen kann, das würde mit Lesen schon viel länger dauern.

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ein HortensiengartenStaudengarten, Staudengärten Hier auf diesem Gartenportal kannst du dir viele Ideen und Anregungen holen und weil hier alles an Infos etwas übervoll ist, empfehle ich dir morgen oder in einer Woche noch mal rein zu schauen.

Staudengarten, Staudengärten Die besten Ideen holt man sich durch gute Beispiele. Dafür hab ich extra ein
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ein Garten am HangÜbrigens: wenn du eine Gartenschau besuchst, dann nimm dir einen Fotoapparat mit und viel Zeit. Du kannst für deinen privaten Garten ruhig andere Gestaltungs-Ideen kopieren, wobei später bei der Umsetzung alles schon ganz anders aussehen kann, etwa wenn du mit anderen Materialien arbeitest.

kleine mediterrane TerrasseStaudengarten, Staudengärten Ideen kopieren ist die eine Sache. Du kannst auch versuchen eigene Ideen systematisch zu entwickeln. Dazu habe ich hier auf der Homepage auch einige Anleitungen gegeben. Das Problem ist meist nur der allererste Schritt, selber kreativ zu werden. Vorstellungen hat man ja viele, man muss sie nur etwas kanalisieren.

Staudengarten, Staudengärten Für den Anfang ist es hilfreich, wenn du dir über den Nutzungszweck deines Gartens [Balkon oder Terrasse] Klarheit verschaffst. Schon die alten Gestalter wussten: der Zweck bestimmt die Form.




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