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Symbole-Lexikon
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Stichwortverzeichnis

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Grab und Grabmal
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Zahlensymbolik: 0 und 1 |
Die Null, das Nichts - das Fehlen jeglicher Qualität und Quantität ist
zwar einerseits ein Symbol für die Nicht-Existenz, doch bei näherer Betrachtung
ist sie das nicht zu Erfassende: Symbol für das Unbegrenzte, grenzenlose Licht
(nach der Kabbala)
Der Kreis, der zugleich das Unbegrenzbare und das Eine, Einzige darstellt - wird
somit zum universellen Sinnzeichen für Gott (z.B. als Sonnenscheibe) |
O Die Null "als ein leerer Kreis stellt sie sowohl das Nicht-Sein des Todes als auch die
Totalität des Lebens dar, die beide im Kreis zusammengefasst sind, und hat an der
Symbolik des Kreises Teil. Als eine Ellipse gesehen, stehen beide Seiten für
Auf- und Abstieg, Evolution und Involution. Vor der Eins ist nur die Leere; der
Gedanke, das letzte Mysterium, das unfassbare Absolute."
• Aus der Eins gehen durch Vervielfachung alle
anderen Zahlen hervor - die Eins steht für Unteilbarkeit und somit für das
Göttliche.
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Zahlensymbolik: 2 |
Die Zwei ist das Symbol für zwei sich
ergänzende Gegensätze - bekannt auch durch das fernöstliche Yin (weiblich) und
Yang (männlich).
Die Darstellung dieses Dualismus hat auch die Gestaltung japanischer Gärten
geprägt - dort finden wir die Gegensatzpaare viel als horizontale und vertikale
Elemente.
Hier im Bild der Stein (horizontal-Yin) und Baum (vertikal-Yang) - der
malerische Baum in sich selber wieder: Stamm (vertikal) und Äste (horizontal)
... |
Aus der Eins geht zunächst durch die Verdoppelung die Zwei hervor:
• •
Es entsteht ein Paar, das in Beziehung zueinander steht, aber ein Gegensatzpaar
ist - ein Dualismus. Betrachtet man nur einen Punkt dieser Zweiheit, wird man
unweigerlich Unvollkommenheit feststellen ...
•
• • kommt zu der Zwei ein
dritter Punkt hinzu, erhält diese dualistische Ebene - (quasi die zweidimensionale
Welt) - eine dritte Dimension hinzu, welche die einfache Sichtweise des Dualismus
aufhebt. Im Daoismus heißt es: Das Dao erzeugt die Eins, die Eins erzeugt die
Zwei, die Zwei erzeugt die Drei, und die Drei erzeugt alle Dinge ...
somit wird die Drei zum universellen Symbol des Göttlichen, beziehungsweise zum
Symbol der handelnden Gottheit, die nicht in ihrer bloßen
Selbstbetrachtung (Dualismus) verharrt.
Aus der ewigen Liebe (Eins) geht
die ewige Weisheit (Zwei) hervor und aus dieser Liebe-Weisheit entfaltet
sich die göttliche Tatkraft (Drei). Die drei Punkte (oben) werden in der
Freimaurerei symbolisch verwendet, dort stehen sie für Weisheit, Stärke und
Schönheit.
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Zahlensymbolik: 3 |
Die Darstellung der göttlichen Dreifaltigkeit
auf einer Ikone als drei Engel:
"Und der HERR erschien ihm im Hain Mamre, während er an der Tür seines Zeltes
saß, als der Tag am heißesten war. Und als er seine Augen aufhob und sah, siehe,
da standen drei Männer vor ihm. Und als er sie sah, lief er ihnen entgegen von
der Tür seines Zeltes und neigte sich zur Erde und sprach: Herr, hab ich Gnade
gefunden vor deinen Augen, so geh nicht an deinem Knecht vorüber (1.Mose 18,1
..)" |
Über das Wesen der Trinität Gottes ist in den frühen Jahren der
Christenheit innerhalb der Kirche viel gestritten worden. Dieser Kirchenstreit
begann spätestens zu dem Zeitpunkt, als man begann die christliche Lehre - die
ursprünglich nur eine Lehre des tätigen Handelns war - mit lebensfremden
philosophischen Betrachtungen zu vermengen. (Ich gehe demnächst auf diese
Problematik noch ein).
Weiterhin symbolisiert die Drei ein dreidimensionales Weltbild, welches
den Kosmos in Himmel-Erde-Unterwelt teilt. Die drei Welt- Ebenen können durch
Tiere symbolisiert werden (Tiere des Himmels = Vögel, der Erde = Landtiere,
Unterwelt = Schlangen, Würmer), wie im bekannten Bibeltext: "Und Gott sprach :
Lasset uns Menschen machen, ein Bild, dass uns gleich sei, die da herrschen über
die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und
über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht."
mehr Infos >>
Die Drei steht für die so genannte Trichotomie des Menschen: Leib,
Seele und Geist.
Das Hauptsymbol für die Zahlensymbolik der 3 ist das
Dreieck.
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Zahlensymbolik: 4 |
Die Vier ist das Weltsymbol für die sichtbare
Welt. Sie steht für die vier Himmelsrichtungen, für die vier Flüsse des
Paradieses, für 4 Jahreszeiten oder für die 4 Elemente: Feuer, Erde, Luft und
Wasser. |
Aus 4 Punkten kann zum Ersten Male ein räumlicher Körper konstruiert werden
(Pyramide). Die Vier ist "das Raumschema bzw. die Ordnung der
Manifestation, das Statische im Gegensatz zum Kreisenden und
Dynamischen".
das DAU gebar das eine
das eine gebar die zweizahl
die zweizahl gebar die dreizahl
aus der dreizahl wurde die vielzahl
getragen vom YIN, umfangen vom YANG
(Laudse, Tao Te King - taoistische Philosophie) ***
Das Kreuz ist ursprünglich ein Weltsymbol, das
die
Verbindung von materieller Welt (horizontaler Balken) und geistiger Welt
(vertikaler Balken) darstellt - siehe auch oben: Dualismus - das Kreuz, also die
Vier, verbindet die dualistischen Gegensätze. Gleichzeitig ist das Kreuz
in vielen Kulturen das Sinnzeichen der 4 Himmelsrichtungen, also Zeichen der
sichtbaren Welt - Sinnzeichen der flachen Erde (der Lebensraum des Menschen).
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Zahlensymbolik: 5 |
Die Symbolik der Fünf ist im
Zusammenhang mit den vier Elementen zu erklären, aus denen man sich die
materielle Welt geschaffen dachte:
Feuer, Erde, Luft und Wasser.
Das 5. Element, das nicht der Materie zugehörig ist, das ist der Geist - der
materiell nicht greifbare Geist im Menschen, die so genannte Quintessenz. |
Nach Pythagoras (Pythagoräer) ist die fünf die Zahl des Mikrokosmos im Menschen - mit ausgestreckten Armen und Beinen bildet der Mensch, zusammen mit
dem Haupt den Fünfstern, das Pentagramm. Der Fünfstern ist ein Symbol des
Menschen und weist auf Kontemplation und geistiges Streben.
mehr Infos: Pentagramm
Im Zeichen des so genannten Quincunx (etwa die Fünfzahl auf einem
Würfel) steht der innere Punkt auf das unverrückbare Zentrum - außen die 4
Punkte weisen wieder auf das Weltsymbol. Die Quincunx wird somit zum Symbol für
Beständigkeit und Ernsthaftigkeit. Interessant: Jesus speiste mit 5
Broten 4000 Menschen - die fünf Wundmale Jesu deuten ebenso in ihrer Anordnung
(Hände, Füße, Herz) auf die Quincunx.
Hierzu auch folgendes Zitat: "Der fünfte Geist Gottes (entsprechend den sieben Geistern
Gottes: Liebe, Weisheit, Tatkraft, Ordnung, Ernst, Geduld, Barmherzigkeit)
aber heißt der göttliche Ernst, ohne den kein Ding als etwas Bestehendes möglich
wäre, weil er gleich ist der ewigen Wahrheit in Gott und erst allen Wesen den
wahren Bestand, die Fortpflanzung, das Gedeihen und die endliche Vollendung
gibt. Ohne solchen Geist in Gott stünde es mit allen Wesen noch sehr schlimm.
Sie wären gleich den Fata-Morgana-Gebilden, die wohl etwas zu sein scheinen,
solange sie zu sehen sind; aber nur zu bald ändern sich die sie erzeugt habenden
Bedingungen, weil in ihnen kein Ernst waltet, und die schönen und wunderbaren
Gebilde zerrinnen in nichts! Sie sind zwar auch sehr wohlgeordnet anzusehen,
aber weil in dem sie hervorbringenden Grunde kein Ernst waltet, so sind sie
nichts als leere und höchst vergängliche Gebilde, die unmöglich einen Bestand
haben können. " (nach Jakob Lorber)
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Zahlensymbolik: 6 |
Die Sechs steht für Gleichgewicht und Harmonie
- auch für die die Verbindung und Gleichgewicht des göttlichen und weltlichen
Prinzips - bekannt durch die Verbindung zweier Dreiecke (Davidsstern).
Hier im Bild ist die Sechszahl als harmonischer Stern dargestellt - vielleicht
als Symbol der sechs Schöpfungstage ... |
Nach der Kabbala ist die Sechs die Zahl der Schönheit und Schöpfung, bei
den Chinesen ist sie die Zahl des Universum, denn zu den 4 Himmelsrichtungen
kommt noch oben und unten hinzu. Anders ist es in unserem Kulturkreis, hier ist
die Sieben die Zahl des Kosmos und zwar in Zusammenfügung
der Drei (geistiges
Prinzip) und der Vier (Weltprinzip) 3 + 4 = 7
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Zahlensymbolik: 7 |
Die Sieben steht für Vollständigkeit und
Totalität. In sechs symbolischen Tagen schuf Gott die Materielle Welt und ruhte
am siebenten Tag.
Bild: Siebenarmiger Leuchter als Deckenbild in einer jüdischen Katakombe,
Rom 3. jahrhundert nach Christi Geburt. |
Im neuen Testament gibt es den merkwürdigen Hinweis auf die Siebenfältigkeit
Gottes: "Das sagt, der die sieben Geister Gottes hat und die sieben
Sterne" (Offenbarung des Johannes) - im Sinne der Zahlensymbolik sind solche
Textpassagen leicht zu erfassen:
Betrachtet man die Zahlenfolge 1 bis 7 - und zieht zum besseren Verständnis die
6+1 Schöpfungstage hinzu, so beobachten wir bei der göttlichen Schöpfung
jeweils ein Weiterentwickeln eines Schöpfungstages aus dem vorhergehenden Tag -
quasi einer Entfaltung der 2 aus der 1 - der 3 aus der 2 - der 4 aus der 3 ...
usw.
Die Sieben ist also nichts weiter als die Entfaltung der Eins (der
göttlichen Einheit) in die Vielheit - oder modern ausgedrückt - die ganze
Bandbreite der Einheit.
Noch besser wird uns dieses am unsichtbaren Licht deutlich (Weiß = Symbol der
Null oder Eins) - im Prisma oder am Himmel teilt sich das Licht in sieben
Farben: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violett. Der
Regenbogen ist damit ein Symbol der Siebenzahl und bezeichnet in den
hermetischen Wissenschaften auch verschiedene Bewusstseinsstufen, wo wir wieder
beim Bild der geistigen Entfaltung angelangt sind, welche ihren Abschluss im
siebenten Tag der Ruhe findet ...
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Zahlensymbolik: 8 |
Achteckige Kirchtürme weisen oft auf
Begräbnis- oder Taufkirchen, auch die Taufbecken in den Kirchen sind häufig in
achteckiger Grundform gestaltet ...
Bild: romanische Klosterkirche in
Cluny. |
Die Acht bekommt besonders in der christlichen Kultur ihren Sinn erst durch das
Verständnis der Zahlensymbolik 1 bis 7 (siehe oben). Mit der Sieben ist vorerst
das Ende einer in sich stimmigen Zahlenfolge. Mit der Acht beginnt dann eine
neu Qualität, der Eintritt in eine neue Welt. Jesus ist nach dem siebenten
Tag (dem abschließenden Tag der Woche), nach dem Sabbattag vom Tode auferstanden
und somit ist die Verbindung zur christlichen Taufe in der Architektur gegeben.
Auch bei Begräbniskapellen weist die Acht auf das ewige Leben in der neuen
Schöpfung hin und steht wie bei der Taufkapelle jeweils an den Grenzen des
menschlichen Daseins.
Das Achteck ist zugleich der Beginn der Transformation des Quadrates über
das doppelte Quadrat zum Kreis (und umgekehrt).
In spirituellen Kreisen ist die Acht somit ein Symbol für die Einweihung und
Ziel des Eingeweihten, der über sieben Stufen die neue Qualität erreicht hat.
Nach sieben Tagen des Fastens und der Buße folgt der achte Tag der Erneuerung.
7+1 ist die Zahl der Oktave - in der gregorianischen Choralmusik gibt es acht
Töne.
Zu erwähnen ist noch die Lehre des
Feng Shui, die unsere Umgebung in dieser Achteck-Form (Oktogon)
systematisiert und abstrahiert. Diese so genannte
Ba-gua-Form erweitert die Harmonie des Yin und Yang (zwei) über
Nord-Süd-Ost-West (vier) auf acht Aspekte.
Möglich ist nun, dass der Raum um uns in dieser achtfachen Symmetrie gestört
wird. So kann etwa die L-Form (Stiefelform) eines Hauses nach dem Empfinden des
Chinesen nicht harmonisch sein, weil es keine "ganze Form" ist. Wenn also ein
Raumteil vom Unterbewusstsein als unharmonisch empfunden wird, prägt dieser dann
den in der Skizze angezeigten Lebensbereich.
_______________________________________________________________________
*** Form der Übersetzung nach Ernst Schwarz,
in Laudse - Daudedsching, Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig 1985
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Stichwortverzeichnis: Symbole II
Impressum
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Übrigens: eine gute Möglichkeit zur
Information über die Grab und Grabmalgestaltung sind die aktuellen
Gartenschauen,
wie BuGa oder Landesgartenschauen. Dort gibt es jeweils Mustergräber mit
gestalteten Grabmalen und jeweils entsprechend der Jahreszeiten
Bepflanzungsbeispiele für
Gräber.
Grabausstellungen
Allerdings mau man wissen, dass man bei diesen Ausstellungen
eine Leistungsschau der
Friedhofsgärtner
und Steinmetzen vor sich hat. Nicht selten ist man etwas entmutigt, wenn man
sich die wunderschönen Wechselpflanzungen der Ausstellungsgräber sieht und mit
den eigenen Möglichkeiten vergleicht.
Wer sich über eigene Gestaltungsmöglichkeiten Gedanken macht,
der sollte sich trotz allem den L eitsatz
zu eigen machen: weniger ist mehr ...
Bei der Grabmalgestaltung ist das besonders zu beachten, da
man hier immer wieder zur Überfrachtung der Grabmalgestaltung neigt, ob im Form,
in Beschriftung oder manchmal auch in der Symbolik.
Bei der Herangehensweise, ein Grabmal zu entwerfen, solltest
du dir immer vor Augen halten, dass so ein Grabdenkmal wirklich auch ein Denkmal
ist.
Es
soll an das Leben des verstorbenen erinnern und für ihn sprechen.
So wie im Leben manchmal Blumen oder eine schöne Melodie
helfen einem schwierigen Gedanken Ausdruck zu verleihen, so kann das auch ein
Grabmal - aber in Harmonie der
Proportionen und Einfachheit ...
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