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Heimgang in der Frühe

In der Dämmerung
Um Glocke zwei, Glocke dreie,
trat ich aus der Tür
in die Morgenweihe.

Klanglos liegt der Weg,
und die Bäume schweigen,
und das Vogellied
schläft noch in den Zweigen.

Hör ich hinter mir
Sacht ein Fenster schließen.
Will mein strömend Herz
Übers Ufer fließen?

Sieht mein Sehnen nur
Blond und blaue Farben?
Himmelsrot und grün
Samt den andren starben.

Ihrer Augen Blau
Küßt die Wölkchenherde,
Und ihr blondes Haar
Deckt die ganze Erde.

Was die Nacht mir gab,
Wird mich lang durchbeben;
Meine Arme weit
Fangen Lust und Leben.

Eine Drossel weckt
plötzlich aus den Bäumen,
und der Tag erwacht
Still aus Liebesträumen.

Detlev von Liliencron

 










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Schlag ihn tot.

Wenn du zauderst und in Angst
Vor dem Nebenbuhler bangst,
Laß das Lieben, Laß das Küssen!
Lieben heißt aus Feuergüssen
in verschwiegne Mondesnacht
Unversehrt den Raub gebracht.

Zipfelt hinter jenem Baum
Deines Mitbewerbers Saum,
Höhnisch lach dem Sich-Verberger,
Daß er stickt vor Wut und Ärger:
Tigert er auf dich hinaus,
Tatz ihn! Wie die Katz die Maus.

Laß ihn liegen. Rotes Blut
Düngt die Erde gern und gut.
Dann im dunklen Frühlingsgarten
Wird dein Mädchen dich erwarten
Und empfängt den stolzen Herrn -
Zärtlich grüßt der Liebesstern.

Liebesgedichte
Verbotene Liebe

Die Nacht ist rau und Einsam,
Die Bäume stehn entlaubt.
Es ruht an meiner Schulter
Dein kummerschweres Haupt.

Der Fuchs schnürt durch die Felder;
Wie ferne ist der Feind.
Gleichgültig glänzen Sterne;
Dein schönes Auge weint.

Du brichst ein dürres Ästlein,
Das ist so knospenleer,
Und reichst mir deine Hände -
Wir sahn uns nimmermehr.

Detlev von Liliencron

noch ein kurzes Liebesgedicht
 


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Liebesgedichte :-) von Detlev (Detlef) von Liliencron. Die Nacht ist rau und Einsam, Die Bäume stehn entlaubt. Es ruht an meiner Schulter Dein kummerschweres Haupt ...
 


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Heimgang in der Frühe

In der Dämmerung
Um Glocke zwei, Glocke dreie,
trat ich aus der Tür
in die Morgenweihe.

Klanglos liegt der Weg,
und die Bäume schweigen,
und das Vogellied
schläft noch in den Zweigen.

Hör ich hinter mir
Sacht ein Fenster schließen.
Will mein strömend Herz
Übers Ufer fließen?

Sieht mein Sehnen nur
Blond und blaue Farben?
Himmelsrot und grün
Samt den andren starben.

Ihrer Augen Blau
Küßt die Wölkchenherde,
Und ihr blondes Haar
Deckt die ganze Erde.

Was die Nacht mir gab,
Wird mich lang durchbeben;
Meine Arme weit
Fangen Lust und Leben.

Eine Drossel weckt
plötzlich aus den Bäumen,
und der Tag erwacht
Still aus Liebesträumen.

Detlev von Liliencron

 










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Schlag ihn tot.

Wenn du zauderst und in Angst
Vor dem Nebenbuhler bangst,
Laß das Lieben, Laß das Küssen!
Lieben heißt aus Feuergüssen
in verschwiegne Mondesnacht
Unversehrt den Raub gebracht.

Zipfelt hinter jenem Baum
Deines Mitbewerbers Saum,
Höhnisch lach dem Sich-Verberger,
Daß er stickt vor Wut und Ärger:
Tigert er auf dich hinaus,
Tatz ihn! Wie die Katz die Maus.

Laß ihn liegen. Rotes Blut
Düngt die Erde gern und gut.
Dann im dunklen Frühlingsgarten
Wird dein Mädchen dich erwarten
Und empfängt den stolzen Herrn -
Zärtlich grüßt der Liebesstern.

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Verbotene Liebe

Die Nacht ist rau und Einsam,
Die Bäume stehn entlaubt.
Es ruht an meiner Schulter
Dein kummerschweres Haupt.

Der Fuchs schnürt durch die Felder;
Wie ferne ist der Feind.
Gleichgültig glänzen Sterne;
Dein schönes Auge weint.

Du brichst ein dürres Ästlein,
Das ist so knospenleer,
Und reichst mir deine Hände -
Wir sahn uns nimmermehr.

Detlev von Liliencron

noch ein kurzes Liebesgedicht
 


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