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Dohna:
Blick zur Kirche und zur Burg |
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Rechts ist der
Schlossberg zu sehen, auf dem sich seit der frühen
Bronzezeit eine Burganlage befand. Diese Wehranlage war sicher
als die die nördlichste Feste im besiedelten (Dresdner) Elbtal
erbaut worden, um die uralte Fernverbindung ins böhmische zu sichern,
welche übrigens den ähnlichen Verlauf hatte, wie die heutige
Autobahn A13 nach Prag.
Die Burg, die vorzugsweise Verwaltungszwecken diente und eher
einer wehrhaften autarken Klosteranlage ähnelte, reichte schon
im frühen 10. Jahrhundert mit einer Vorburg bis zum Taschenberg
(links, Kirche) herüber, dem sich dann ein "Marktplatz" mit
Bauernhöfen anschloss.
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Die alte
Burg Donin |
Der Blick auf Dohna, vor etwa 620 Jahren ...
Rechts Vorburg ?*** (Suburbium) mit St. Peter Kirche - rechts sicher der
militärische Komplex der Wehranlage und im Vordergrund
an der Müglitz ist der Wirtschaftskomlex - derjenigen
Gewerbe, die das Wasser der Müglitz benötigten: Mühle
usw ... |
Die allmähliche Missionierung und
Eingliederung der
sorbischen Gebiete in das Frankenreich begann im 8.
Jahrhundert und wurde vorzugsweise durch fränkische, hessische
und sächsische Klöster (und Bistümer) sowie durch das
Bayernkloster St. Emmeram in Regensburg getragen - so entstand hier in der Reichsburg Dohna
gegen 840 vielleicht die erste katholische Kirche (St.
Petri Kirche) im Gau Nisan - war doch der erste
eingesetzte Burgward
Aloysium von Urpach aus Südfrankreich stammend,
sicher schon christlichen Glaubens (siehe auch weiter unten)
-
daneben existieren etwa zeitgleiche
Kirchebauten und Vorposten der Missionierung: die Marienkirche an
der Furt (Flusshandelsplatz) in Hosterwitz (Dresden) und die
Andreaskirche in Leubnitz (Dresden).
Aus der Sicht des Archäologen noch diese Fußnote:
(Dr. Reinhard Speer in Frühe Kirchen in Sachsen, Stuttgart 1994)
"Der Vorwall der Burg verläuft quer über den Südteil des Dohnaer
Marktes, was noch deutlich zu erkennen ist, so dass die Kirche
innerhalb der ältesten Kirche Burg zu stehen kommt. Von K. Simon
in die frühe Bronzezeit datierte Scherben vom Burgberge deuten
an, dass dieser für die Wegesicherung nach Böhmen eminent
wichtige Platz wohl zu den ältesten Burgen unseres Landes
gehören dürfte. Es sollte Wunder nehmen, dass nicht schon
Karl der Große bzw. sein Sohn auf ihren Zügen nach Böhmen
hier tätig wurden, um das Nordende des Passes für den Rückzug zu
sichern. Das Peterpatrozinum könnte über Prag aus Regensburg
gekommen sein, wo die Domkirche ebenso wie in Salzburg diesem
Apostelheiligen geweiht war. Der betreffende Bayrische
Missionszug könnte bis zur Peterskapelle auf der Brandenburger
Dominsel gereicht haben"
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Marienkirche in Dohna |
Die Marienkirche in
Dohna ist ein wunderschöner gotischer Bau mit
beeindruckendem Gewölbe (Umbau von 1489) - Im
Hochmittelalter wurde die Kirche zum päpstlich
anbefohlenen Wallfahrtsort. |
Die Marienkirche wurde zwischen 1212 und 1250 erbaut, die
Gründer der Kirche gelten nicht die Dohnaer Burggrafen (1152-1402),
sondern die Markrafen von Meißen, welche nach dem Fall der Dohnaer Burg (1402)
die Lehnsherren der Kirche wurden.
Schriftliche Quellen erwähnen für den 18. Januar 1272
einen Ortsgeistlichen: "plepanus Henricus de Treperne".
nach den Quellen von Vosfio und Dreffero "in
Beilagen lit. O. ist zu lesen, dass die Kirche von Burggrafen
Ottone dem Älteren, unter der Regierung des Römischen
Kaisers Friedercici II. Anno 1212 zu bauen sei angefangen ..."
eingeweiht in der Ehre der heiligen Jungfrau Marias und des
Trostes Petri wie hiervon ein alter Ablassbrief auf Pergament in
originale auf hiesiger Pfarr zu finden ist, darin der
Papst Innocensius 40 Tage Ablass denjenigen verspricht, welche
Andacht, Gebet und Wallfahrt bei der Kirche zu Dohna angesetzten
Feiertagen verrichten, oder der Kirche etwas verehren ... ( 1357
den 10. Oktober)
Im Jahre 1489 begann man mit einem Umbau der Kirche im
gotischen Stil ein weiterer Umbau (Erweiterung) fand
zwischen 1830 und 1842 unter der Leitung von Professor Joseph
Thürmer (1789-1833) Thürmer statt - und wurde nach dessen Tode
von Gottfried Semper weitergeführt.
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Der
Marktplatz und die Marienkirche in Dohna |
Auf dieser
historischen Zeichnung sehen wir den Marktplatz mit
Kirche (nach dem Umbau von 1830) und den alten Kirchhof mit Grufthäusern.
Neben dem Kirchhof gab es schon seit über 500 Jahren
einen zweiten Gottesacker, der ursprünglich als
Pestfriedhof angelegt und später für die
Gemeindeglieder des sehr gedehnten Dohnaer Kirchspiel
als Gemeindefriedhof genutzt wurde.
Die alten Dohner Burggrafen sind sicher anfangs in der
Burgwartkirche (St. Petrri) bestattet worden - später
dann in dem von ihnen geförderten Kloster Altzella,
der Zisterzienser (siehe unten) |
Der Stadtchronist Michael Christian Bartsch schreibt hierzu:
(Historie der alten Burg und des Städgens Dohna 1733)
"Anfänglich giebt man vor es habe Kayser Karl der Große, als er
die Sachsen mit Kriege überzogen und zum christlichen Glauben
gebracht, unter seinen vornehmsten Kriegs=Officirern einengehabt,
Aloysium von Urpach, eines Uhralten Geschlechts
aus Languedock, sonst Gallia Narbonensis (Provinz in
Südfrankreich) genannt. Diesem habe er die Böhmischen
Dalemannischen und Sorbischen Gränzen mit seinen untergebnen
Kriegs=Volck zu verwahren, ingleichen die neu aufgerichteten
teutschen Kolonien zu regieren und zu beschützen anvertreut.
Dieser herr habe hierauff Anno 806 zu Dohna an der
Müglitz ein Schloss oder Burg erbauet. So schreiben Drefferus,
Henelius, und der hochberühmte Ger Joh, Vosfius in
dem auf Fabian Burggrafen von Dohna gehltnen Panegycico.
Des obengedachten Alofii von Urpach Sohn ist
gewesen Conradus von Urpach ein sehr reicher und
gewaltiger Herr und bey dem Röm. Kayser Ludivico Pio
in sondern Gnaden, und wird von ihm gesagt. Es habe ihm der
Kayser nicht nur das Schloss und Gebiethe zu Dohna, sondern auch
den Character eines Burggrafen geschenkt, und zwar um das
Jahr Christi, 840. Jedoch war damals der Titel und die
Ehre der Burggrafen nicht erblich ..."
(Textgetreu übertragen)
... weiter im Text, von mir etwas freiere Form nachgeschrieben:
"Es ist wohl nicht zu bezweifeln, dass die Herren Burggrafen von
Dohna ihr Stammhaus, das hier fest begründet war, sie auch vor
sich und ihre Untertanen einen Christlichen Gottesdienst
gefeiert haben, indem sie sowohl als ihr christlicher Kaiser
Carolus M. (Carolus Maximus, Karl der Große) der
christlichen Religion zugetan gewesen, das hier mit der
Einführung des christlichen Glaubens die Heidnischen
Götzenbilder oder Tempel abgeschafft worden. Aus einer alten
Urkunde (Joh. Conr. Knauth. Zellische Chronik
P.ll.97 Christian Schlegel. in coll. vet. §.8.p.99.) ersieht
man, dass Anno 1279, der damalige Markgraf zu Meißen Heinrich im
Konsens dem damaligen Bischof Wittegonis (Bischof Withego von
Meißen) die Parochie Dohna zum
Kloster Zelle geschlagen habe, woselbst in dem Klostergarten die
Herren Burggrafen eine besondere Kapelle besaßen, darin sie auch
ihr Erbbegräbnis verlegt haben: wie Geog Fabiicus daselbst noch
abkopierte:
Nach Gotis Geburt MCCCC (1415) in dem
fünfzehnten Jahre, an der Eifftausend Jungwrowen Tage ist
gestorben der Edle Herr Heydo Burggrave von Donyn Ritter, in der
Zeit, als dy bose Kezerey (dogma Hussii)***
sehr obirhant nam, der hiet begraben
ruhet in GOtt Amen. Dicebat. GOtt biß mir Sünder gnädig"
*** das sind die Hussiten, deren Unruhen um 1429 bis 1436 sicher
auch Dohna erreichten.
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Wappen am Pfarrhaus |
Das Wappen am
Pfarrhaus besteht einerseits aus einem Hufeisen und
Stern mit der Jahreszahl 1493 und andererseits aus der
Jahreszahl 1593. |
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Wappen |
Das Wappen mit dem
Hufeisen und dem Stern ist auch im Inneren des
Pfarrhauses zu sehen und zwar über dieser alten Tür
im Hausflur. Das Wappen wird dem Pfarrer Andreas Faber
(Fabri) zugeschrieben.
,,er Andreas Schmidt (Faber, Fabri), ertzpriester und pfarrer zu Dhonen“
(vgl. über ihn Dohna, Stadt); er starb zwischen 1510
und 1512 (nach einer Pirnaischen Kämmereirechnungen)
(Dohna gehörte damals zur Kirchenprovinz Nisan - von
Pirna verwaltet? um 1540 wurde die Reformation
eingeführt) |
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Blick zum Templ |
Der Templ hat nichts
mit einem Tempel zu tun - der Name bezeichnet einen
Tümpel (von Häusern), die neben der Kirche im
ehemaligen Burggraben stehen.
Hinter den Hängen der Häuser auf der rechten Seite lagen
früher Weinberge - hier wurde bis zum berüchtigten
Reblausbefall vorzugsweise Abendmahlswein gekeltert. |
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im Mai |
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Kloster
Altzella bei Nossen (Sachsen) |
Das
Zisterzienserkloster war in ältester Zeit die
Begräbnisstätte vieler Adelsfamilien aus dem Umland,
auch für die Wettiner.
Das Kloster wurde nach der Reformation im Jahre 1540
aufgelöst, womit eine genau 400 jährige sehr
interessante Klostergeschichte ein vorläufiges Ende
nahm: |
Um 1140 wurde hier in der Nähe schon einmal ein Kloster von den
Benediktinern gegründet, doch nicht im Kulturland der ansässigen
Slawen, sondern in einem unbewohnten und unzugänglichen Urwald -
doch schon wenige Jahrzehnte später gaben die Benediktinermönche
ihr Siedlungsvorhaben schon wieder auf.
Die schon fast militärisch organisierten Zisterzienser
waren da weit erfolgreicher. Das erste Zisterzienserkloster in
Deutschland wurde
1123 in Kloster Kamp gegründet und bereits
1127 folgte das Kloster in Walkenried (Harz). Die Mönche
schickten zur nächsten Kolonisation
1137 den nächsten Trupp aus (über einen Umweg nach
Schmölln) und waren drei Jahre später in Pforta (Saaletal) und
1175 zog von dem Mutterkloster in Pforta dann auch schon
der berufene Konvent in das Kloster „Cella Sancte Marie“
(Kloster Altzella) ein.
Übrigens: mit dem Bau von Klosteranlagen ging allgemein eine
Kolonisation einher - zur Zeit Markgraf Ottos zählte man östlich
von Saale und Elbe etwa 200.000 deutsche und niederländische,
Neusiedler - in Sachsen waren es meist Franken.
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Mausoleum
der Wettiner |
Ähnlich dem
Adelsgeschlecht der von Dohna, wählten die Wettiner
schon im frühen Mittelalter das Kloster als
Begräbnisplatz ... |
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Landschaftspark im alten Kloster - idel für einen
Ausflug mit Kindern :-) |
Heue befindet sich in
einem Teil der Klosteranlage ein wunderschöner Garten
im romantischen Stil, der etwa zeitgleich mit der oben
abgebildeten Wettinerkappelle geschaffen wurde - um
1800.
Der Garten, der nach englischen Gartenvorbildern
entstand, schuf der Kunstgärtner Johann Gottfried
Hübler
mehr Bilder: Kloster Altzella |
Die alten Ruinen und Kellergewölbe, die in diesem Garten
integriert sind finden auch mal die Kinder interessant - also:
als Ausflugsziel sehr Familienfreundlich!
*** Blick zur Burg wahrscheinlich aus Süd-Osten
Burggrafen von Dohna (1152-1402)
zur Wahl: Bürgermeister in Dohna
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Dresdner Spezialität: Stollen, Weihnachtsstollen, Dresdner Christstollen
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Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten in Sachsen
Liebesgedichte
Impressum
Stadt und Marienkirche Dohna, bei Dreden, Sachsen
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