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Schattig, trocken und unter einem riesigen Laubbaum - hier wächst die
Kriechspindel |
Trockenheit und Schatten unter großen Laubgehölzen - diese Kombination findet
man häufig in Parkanlagen oder auf Friedhöfen.
Nach meinen langjährigen Erfahrungen als Friedhofsmeister kann man solche schwierigen Partien nur mit Euonymus fortunei radicans, mit einigen Epimedium-Arten, mit Luzula sylvatica
[Waldhainsimse], mit Geranium macrorrhizum [Balkan-Storchschnabel] und bedingt
mit Efeu bepflanzen.
Doch die Kriechspindel ist die sicherste Wahl und sie ist auch weitgehend trittfest! |
In der Natur sind solche supertrockenen Plätze selten, denn im Laubwald
bleibt das Herbstlaub liegen und bildet mit der Zeit lockere Humusschichten,
welche eher noch Feuchtigkeit speichern und ein nährstoffreiches Bodensubstrat
bilden. Hier wachsen nicht selten Bodendecker, welche das Herbstlaub
"zu schlucken" vermögen, wie etwa der Efeu oder Lamium galeobdolon [Goldnessel]. Auf dem
Friedhof, im Park oder Garten, wo unter den Bäumen ständig das Laub entfernt
wird, trocknet der Boden sofort aus und verliert die Nährstoffe. Das ist der Tod
für
viele Bodendecker, die zwar Schatten vertragen, aber keine langen
Trockenperioden und Stickstoffmangel.
grün-gelb panaschierte Sorte Euonymus fortunei 'Ermald
Gold'
Diese bunten Sorten der Kriechspindel wirken besonders interessant in
Schattenpartien, denn die Panaschierung wirkt dort wie das Spiel von Licht und
Schatten. |
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Euonymus fortunei 'Ermald Gold' im Winter |
Mit der Kriechspindel lassen sich ganz akkurate Flächen gestalten, die sich
kaum verändern. Die meisten dieser flachwüchsigen Euonymus-Arten haben eine
unscheinbare Blüte. Wem das zu monoton ist, der kann frühblühende Zwiebelpflanzen
in den Bodendecker hinein pflanzen.
Hierfür eignen sich am besten
Schneeglöckchen.
Doch so ganz unveränderlich sind Euonymusflächen doch nicht. Im Winter färben
sich die Blätter recht interessant.
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Euonymus fortunei 'Ermald Gaiety' grün weiße panaschierte Kriechspindel
Schnitt der Bodendecker-Fläche |
Hier ist noch eine Sorte in kühlerem Farbton zu sehen.
Ebene und flache Bodendeckerflächen entstehen dann, wenn die Kriechspindel
jährlich flach mit einer Schere überschnitten wird. Es ist auch nicht schlimm,
wenn der regelmäßige Schnitt mal ein, zwei oder drei Jahre ausgelassen wird. Auf
jeden Fall wuchert Euonymus bei weitem nicht so stark wie Efeu.
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Euonymus fortunei 'Sarcoxie' - eine der vielen einfachen, grünen Kriechspindeln
für Vollschatten geeignet |
Wenn im Schatten die zweifarbeigen Euonymus-Sorten besser wirken, dann sind für
sonnige Stellen oder für ruhig gestaltete Gräber die grünen Sorten optisch
ansprechender.
Für tiefen Schatten eignet sich neben 'Sarcoxi' die Sorte 'Coloradus' und
Euonymus fortunai var. radicans
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Euonymus fortunei 'Sheridan Gold' Kriechspindel mit Früchten |
Es gibt auch Sorten, die nach unauffälliger Blüte kleine, rote Früchte ausbilden,
doch nur, wenn die Pflanzen selten bis gar nicht geschnitten werden.
[für Bildvergrößerung das Foto anklicken]
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Es gibt auch Sorten - hier ist es Euonymus fortunei 'Kardinal', welche
speziell auf besondere Fruchtausbildung gezüchtet wurden. Hier zeigt sich auch,
dass Euonymus fortunei ein Pfaffenhütchen ist.
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Euonymus europaeus
Echtes Pfaffenhütchen
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Der "große Bruder" der Kriechspindel ist quasi das Pfaffenhütchen [Europäischer
Spindelbaum, Spindelstrauch]
[sommergrün]. Richtiger ist natürlich, dass Euonymus fortunei eine eigene Art
ist, welche von den japanischen Inseln Hokaido und Kiuschiu und aus China
stammen.
das Pfaffenhütchen
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Euonymus alatus
Geflügelter Spindelbaum
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Eine sehr interessante, strauchartige, sommergrüne Euonymus-Art ist Euonymus
alatus mit seiner knallroten Herbstfärbung.
Die Triebe besitzen korkartige Flügelleisten und sind im Winter recht dekorativ.
Blüte und Fruchtbildung sind eher unauffällig.
Euonymus alatus
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Literatur:
M.G. Eiselt, R. Schröder Laubgehölze, Leipzig, Radebeul 1977
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und schauen Sie doch morgen noch einmal vorbei, Sie haben sicher einige wichtige
Informationen übersehen :-)
Impressum
weitere Infos, Apfelbaum
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Kurzportrait der Kriechspindel ...
1. -> ein universaler, immergrüner
Bodendecker
2. -> im Schatten panaschierte Sorten
verwenden, denn sie wirken dort freundlicher
3. -> in voller Sonne wirkt die ruhige, grüne
Farbe besser
4. -> jährlich leichte Düngung ist vorteilhaft

Bodendecker sind in der Gestaltung von Gärten und Parkanlagen nicht
wegzudenken.
Im Ziergarten sollte jeder Flecken nackter Erde begrünt sein und besonders im
Schatten gibt es sicher in jedem Garten noch Nachholebedarf für die
Bodendecker-Pflanzen.
Bodendecker sollten eher flächig gepflanzt werden und in den Arten nicht zu sehr
durcheinander. Auf besonders schwierig zu begrünenden Gartenplätzen ist
es aber
sinnvoll am Anfang verschiedene Pflanzenarten zu testen. man merkt dann schnell
welcher Bodendecker sich gut ausbreitet und welcher nicht. Die robusteren Arten
werden dann nachgepflanzt und letztlich reguliert sich dann die Natur von
allein.
So kannst du etwa im Halbschatten/Schatten Bodendecker-Geranien, Ysander,
Waldsteinia und Efeu in Konkurrenz pflanzen.
Im Halbschatten wäre eine gute Mischung Ompahlodes verna, mit Tiarella
cordifolia, Vinca minor und Waldmeister.
In der Sonne testest du Iberis und niedrigen Cotoneaster - dazu eine Stück
Fläche mit Anaphalis triplinivernis ...
Eine andere Sonnenvariante sind Bodendeckerrosen und mittelhohe Cotoneaster
Der wichtigste Pflegehinweis für Bodendecker ist der, dass nur 100%
unkrautfreie [vor allem Wurzelunkräuter] Flächen bepflanzt werden.
Ich habe es im Landschaftsbau vorgezogen, die gut vorbereiteten Pflanzflächen
immer eine halbe Vegetationszeit unbepflanzt zu lassen um sicher zu gehen, dass
auch wirklich keine Quecke und keine Dieseln aufkeimen.
Dann habe ich die Bodendecker recht dicht gepflanzt, damit die Fläche schnell
geschlossen wird. Die ideale bodendeckende Bepflanzung verdrängt dann von allein
Unkraut. Werden die Flächen in der Folge regelmäßig gedüngt und bei Trockenheit
gut gegossen, dann sind diese auch sehr pflegeleicht. Das gilt insbesondere bei
bodendeckenden Grabbepflanzungen.
Interessante Bodendecker bleiben immer noch die traditionellen
Friedhofspflanzen, wie Efeu oder Sedum. Bei richtiger Verwendung der Pflanzen
und ihrer Sorten machen solche Pflanzungen kaum Arbeit und sind zudem sehr
zierend.
Efeu und Sedum sind auch sehr moderne pflanzen und in der heutigen
Gartengestaltung kaum wegzudenken. Vor allem für pflegeleichte, größere Flächen
und deren Flächenwirkung ist Efeu ideal und er begrünt nicht nur den Boden,
sondern auch Mauern, Wände und Maschendraht. Ist Efeu erst einmal gut
angewachsen, dann versorgen tief gehende Wurzeln die Efeufläche optimal mit
Wasser. Zusätzliches Gießen ist nur selten nötig. Im Vergleich zum Rasen ist
eine Efeufläche relativ pflegearm.
Sedum - besonders die flachen Formen sind heute auf den begrünten Dächern nicht
mehr wegzudenken. Auch in den für Insekten ökologisch wertvollen Schottergärten
[Präriegärten] sind Sedumarten gute Bodendecker.
Sedum telephium, die Fetthenne ist eine höhere Sedumart. In voller Sonne
lassen sich damit Flächen bepflanzen.
Zur Gruppe der Bodendecker gehören natürlich auch die
Gräser, die noch viel zu wenig Verwendung finden, vor allem in schattigen
Gartenecken. Luzula sylvatica, die Waldhainsimse oder Carex morrowii 'Variegata',
die gelb-grüne Japansegge wäre hier zu nennen.
Noch viel zu wenig bekannt ist die "Symbiose" einiger Bodendecker mit zeitig
blühenden
Zwiebelpflanzen [wie Schneeglöckchen, Krokus, Schneestolz, Szilla usw.]. Man
kann sie in Efeu pflanzen, ins Immergrün, zu Omphalodes verna, oder zwischen
Maiglöckchen ... auch hier wirkt sich eine regelmäßige Düngung [besonders im
Frühjahr] positiv auf Zwiebelgewächse und Bodendecker aus.

Überhaupt sind die meisten Schatten-Bodendecker typische Stickstoff-Fresser,
weil sie sich ja in der Natur vom Humus der zerfallenen Laubblätter nähren.
Viele dieser Bodendeckerflächen sind in der Lage Herbstlauf aufzunehmen - es
sollte also ruhig ein Teil der herabgefallenen Laubmenge im Herbst in den Laub
schluckenden Flächen verbleiben. Dafür eignen sich Pflanzungen mit Efeu,
Pachysandra, Vinca major, oder mit Farnen.
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