 | Löwenzahn
 | "auch Butterblume genannt ebenso Kuhblume, hat eine tief in die Erde dringende Wurzel. Die Pflanze enthält in allen ihren Teilen einen bitteren Milchsaft. Anwendung: Löwenzahnwurzel wirkt auflösend, namentlich auf Lunge und Leber, Darmkanal, bei Stockung, Verschleimung der Eingeweide und Gelbsucht. Auch im Frühjahr und Herbst zur Blutreinigung auch bei Gallensteinen ist Wirkung zu erhoffen. 30-60 Gramm auf 1/2-1 Liter kochendes Wasser in Aufguß. Täglich 4-6 Tassen, innerhalb 24 Stunden zu sich nehmen." |
Löwenzahn Taraxacum officinale
Volksnamen: Pusteblume, Kuhblume, Sonnenwirbel, Hundeblume, Butterblume, Milchstöckel, Kellerkraut (Der Löwenzahn ist das Kraut mit den meisten Namen, insgesamt werden etwa 500-600 geschätzt) Beinahe überall lächeln uns ab April die großen, sonnengelben Blüten der 2-50cm hohen, mehrjährigen Pflanze an, die wir Löwenzahn nennen und deren kugelförmiger Fruchtstand die überall bekannte "Pusteblume" bildet. Die aus Zungenblüten bestehenden Blütenköpfchen werden von einem blattlosen, röhrigen Stängel getragen, der wie alle Pflanzenteile einen weißen Milchsaft in sich führt. Die 10-30cm langen Blätter sind länglich und tief fiederspaltig gelappt, sie bilden eine grundständige Blattrosette.
Der Löwenzahn war schon im alten Griechenland eine geschätzte Heilpflanze, bei den alten Germanen war sie der Liebesgöttin Freya geweiht. Von den arabischen Ärzten Rhazes und Avicenna wurde sie erstmals beschrieben, in Kräuterbüchern tauchte sie erstmals im 16. Jahrhundert auf. Der Löwenzahn blüht von April bis September, gesammelt werden in dieser Zeit die Blüten, Blätter und Wurzel, tief gezähnte Blätter weisen auf einen hohen Wirkstoffgehalt hin, die Blätter werden kurz vor der Blüte gesammelt. Der Löwenzahn ist sehr vielseitig anzuwenden, er enthält z.B. viel Eisen, Vitamin C, Bitterstoffe, die die Leber- und Gallentätigkeit anregen und Verdauungsfördernd sind. Bitterstoffe sind vor allem im Frühling im Löwenzahn enthalten. Im Herbst ist vorwiegend
Insulin vorhanden, das für den Kohlehydratstoffwechsel förderlich ist.
Die Wurzeln des Löwenzahns können geröstet als Kaffeeersatz genutzt werden und im Frühling sind die gelben Blüten eine wahre Bienenweide. In seiner Vielseitigkeit wirkt der Löwenzahn galletreibend, harntreibend und entwässernd, leicht abführend, blutreinigend, schleimlösend, appetitanregend und förderlich bei der Fettverdauung. So wird er bei Störungen des Gallenflusses, Gallen und Leberstörungen, Wassersucht, Appetitlosigkeit, Darmträgheit, Verstopfung, Gicht, Rheuma und zur Entschlackung angewendet. Er regt den Stoffwechsel an und stärkt das Immunsystem. Außerdem regt der Löwenzahn die Bauchspeicheldrüse an, mit dieser Eigenschaft im Zusammenspiel der anderen vielen positiven Eigenschaften ist der Löwenzahn besonders für Entschlackungskuren im Frühling zu empfehlen oder zur Unterstützung von Fastenkuren (besonders bei Diabetikern).
Für einen Tee werden 1/4 Liter kaltes Wasser und vier Teelöffel Löwenzahn (Blätter, Blüten und Wurzeln) kalt angesetzt und zum Kochen gebracht. Nach 15 Min wird abgeseiht, von dem Tee wird täglich 2x eine Tasse getrunken. Für einen Auszug zwei Teelöffel frisches Löwenzahnkraut und zerkleinerte Wurzeln mit zwei Gläsern Wasser für acht Stunden kalt ansetzen und über den Tag verteilt trinken. Für eine vier- bis sechswöchige Kur kann ein Tee aus den Wurzeln gekocht werden, dazu koche man eine Tasse Wasser mit zwei Teelöffeln gehackter Wurzel auf. Nach einer Kur sollte man mindestens einen Monat pausieren. Löwenzahntee sollte möglichst ungesüßt getrunken werden. Statt einer Teekur kann auch eine vierwöchige Presssaftkur gemacht werden. Die frischen Pflanzenteile werden dazu im Dampfentsafter entsaftet.
Der Löwenzahn schmeckt auch hervorragend als Salat, hier werden nur die frischen, jungen Blätter verwendet. (Deckt man sie für eine Weile lichtdicht ab, schmecken sie ähnlich wie Chicoree). Die Wurzeln können wie Schwarzwurzel oder Spargel zubereitet werden. Die Blüten, drei Wochen in Honig eingelegt und diesen dann abgeseiht, ergeben einen köstlichen Blütenhonig, in Vodka angesetzt einen vorzüglichen Heilschnaps. Hinweis: Bei Überdosierung ist eine Übersäuerung des Magens möglich.
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