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Mistel

Achtung: Kann bei Allergikern allergische Reaktionen auslösen. |
"Selbige blüht Monat Februar, ist zweihäusig, die Pflanze hat weiße,
zähschleimige Beeren.
Sammelzeit: Januar bis April.
Anwendung: Bei Blutungen, Krämpfen, starken Blutabgang der monatlichen Periode.
Einen Eßlöffel voll getrocknete Blätter auf 1 Obertasse kochendes Wasser gebrüht
und getrunken." |
Mistel
Viscum album
Volksnamen: Hexennest, Donnerbesen, Laubholzmistel, Drudenfuß, Bocksbutter,
Albranken, Wintergrün
Allseits bekannt aus den "Asterix"-Comics, wo sie vom Druiden Miraculix mit
einer goldenen Sichel geschnitten wird: die Mistel. In der Tat war die Mistel
den Druiden (Gelehrte, Heilkundige und Priester) die heiligste Pflanze
überhaupt. Sie war das Zeichen dafür, das die Götter selbst ihnen gaben, um zu
zeigen, dass sie selbst in dem Baum, auf welchem die Mistel wuchs, anwesend
seien. Sie durfte nur mit einer goldenen Sichel oder Hippe während einer
feierlichen Zeremonie geschnitten werden. Danach wurde sie zum Beispiel zum
Schutz über den Haustüren angebracht oder als Amulett getragen.
Die auf Laubbäumen nistende Mistel ist ein Halbschmarotzer. Sie entzieht zwar
dem Baum Wasser und Nährsalze, indem sie mit ihren Wurzeln die
Nährstoffversorgung im Holz anzapft, verarbeitet diese jedoch selbst in ihren
ledrigen, grün-gelblichen, immergrünen Blättern. Sie trägt weiße, klebrige
Scheinbeeren, deren Samen im Kot von Vögeln oder an deren Schnabel
weitergetragen wird.
In den Wintermonaten sieht man am deutlichsten, wo die Mistel nistet, als grüner
Ball hängt sie in den Zweigen von verschiedenen Laubbaumarten. Die
Laubholzmistel blüht zwei Mal im Jahr, einmal von März bis April und dann von
Anfang Oktober bis Mitte Dezember. Gesammelt wird sie nur im März und April und
Oktober. Sie wird mit Stangen aus den Ästen geschlagen oder mit einer Schere
(oder wer mag auch mit einer goldenen Sichel) herausgeschnitten. Das Sammelgut
wird zum Trocknen auf einer Leine aufgereiht. Getrocknet riecht die Mistel
leicht Ranzig. Angeblich sollen Misteln, die auf Eichen gewachsen sind, am
mächtigsten sein, jedoch auch am seltensten.
Die Früchte der Mistel sind giftig, doch als Salbe verwendet oder als Brei
aufgelegt, heilen sie Erfrierungen. Die Mistelblätter beeinflussen den gesamten
Drüsenhaushalt des Körpers positiv und machen sich damit zu einem vorzüglichen
stoffwechselfördernden Mittel. Bei Zuckerkrankheit und chronischen
Stoffwechselerkrankungen kann sie so wahre Wunder bewirken. Auch
Arterienverkalkung und Schlaganfall können bei regelmäßigem Gebrauch vermieden
werden. Sollte es schon zu einem Schlaganfall gekommen sein, trinkt man täglich
sechs Wochen lang drei Tassen Misteltee und zwar die erste Tasse vor und nach dem
Frühstück, die zweite Tasse vor und nach dem Mittagessen und die dritte Tasse
vor und nach dem Abendbrot immer jeweils zur Hälfte. Auch zur Stillung von
Blutungen; getrunken gegen Lungen- und Darmblutungen oder in die Nase
hochgezogen gegen Nasenbluten wird sie verwendet. Auch bei Kreislauf- und
Menstruationsstörungen, Unannehmlichkeiten der Wechseljahre hilft die Mistel, ja
sogar gegen Unfruchtbarkeit bei Frauen (als frischer Presssaft genommen) und gar
Krebs soll sie helfen. Schon im Altertum wurde sie vor allem auch gegen Krämpfe,
Epilepsie und Hysterie angewandt.
Der Misteltee wird kalt angesetzt, dafür zwei bis vier Teelöffel Mistel in einem
Viertelliter Wasser kalt ansetzen und zehn bis zwölf Stunden ziehen lassen.
Davon trinke man leicht aufgewärmt auf nüchternen Magen morgens die erste Tasse,
die zweite abends. Die Anwendungsdauer sollte mehrere Wochen oder auch Monate
betragen.
Frischen Saft gewinnt man aus frischen, gut gewaschenen und noch feuchten
Misteln, die im Entsafter entsaftet werden. (Gegen Unfruchtbarkeit nehme man
davon je fünfundzwanzig Tropfen in etwas Wasser nüchtern eine halbe Stunde vor
dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen.)
Achtung: Kann bei Allergikern allergische Reaktionen auslösen.
Einige Quellen bezeichnen die Mistel als giftig. Längere Anwendung soll
angeblich Leberschäden verursachen.
Bild nach: der historischen Buchvorlage/Urbania-Gesellschaft
Dresden: Das Buch der Kräuter
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