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Kleine
Kräuter-Apotheke:
Waldmeister

Rezept für Waldmeisterbowle |
"Er wächst in schattigen Buchenwäldern, es ist eine kleine hübsche Pflanze mit
10 - 16 cm hohen vierkantigem Stängel, um die Stängel stehen in Quirlen
lanzettförmige Blätter, welche am Rande etwas steifhaarig sind, und hat eine
kleine, weiße wohlriechende Blüte.
Blüht von Mai-Juni. Sammelzeit vor der Blüte.
Anwendung: Wirkt blutreinigend bei Unterleibsschmerzen, Harngrießschmerzen,
Wassersucht, Blasenlähmung, Gicht usw. mit Erdbeerblätter-Gundermann und
Ehrenpreis zu gleichen Teilen gemischt, früh und abends 5 Gramm auf 1/2 Liter
Wasser gebrüht, zu nehmen." |
Waldmeister
Galium odoratum
Volksnamen: Maiblume, Herzfreude, Halskräutlein, Waldleberkraut, Maitrankkräutel,
Waldmännchen, Waldmutterkraut
Der Geschmack des Waldmeisters ist wohl besser bekannt als sein Aussehen. Er ist
eine unscheinbare Pflanze mit kleinen weißen Blüten. Sein vierkantiger, glatter
Stängel wird zwischen zehn und dreißig Zentimeter hoch und trägt glatte
länglich-lanzettliche Blätter, die in sechs- bis neunteiligen Quirlen um den
Stängel stehen. Der charakteristische köstliche Waldmeisterduft entwickelt sich
erst, nachdem das Kraut gepflückt wurde und etwas angetrocknet ist. Durch ihn
lässt sich der Waldmeister ohne jeden Zweifel von anderen, ähnlichen Pflanzen
unterscheiden.
Der Waldmeister ist überall in krautreichen Buchen- und Laubmischwäldern zu
finden.
Der Hauptwirkstoff des Waldmeisters ist neben Gerb- und Bitterstoffen Cumarin,
das sich beim Trocknen vom Glykosid trennt (die frische Pflanze enthält
Cumaringlykosid). Waldmeister wirkt entschlackend, anregend, mäßig harntreibend
und leicht schweißtreibend. Zudem ist er magenwirksam. Bei Migräne und anderen
Kopfschmerzen, bei Neuralgien und Hysterien kann er eingesetzt werden.
Aber auch starke Kopfschmerzen, Schwindel und Sehstörungen können durch ihn
ausgelöst werden, da Cumarin ein Gift ist.
Für einen Tee werden zwei Teelöffel getrocknetes Kraut acht Stunden in einer
Tasse Wasser kalt angesetzt und dann abgeseiht. Eine bis zwei Tassen am Tag
davon trinken.
Waldmeister-Bowle:
Für die beliebte Bowle benötigt man etwa zehn bis fünfzehn Waldmeisterpflanzen
(ohne Wurzel vor der Blüte gepflückt), die man (nachdem sie einige Stunden
gewelkt sind) mit vier Esslöffel Zucker in einem Bowlegefäß mit einer Flasche
trockenem Weißwein übergießt und dann mehrere Stunden an einem kühlen Ort
ziehen lässt.
Vor dem Genießen mit einer Flasche kaltem Sekt auffüllen und
sofort servieren.
Achtung: Waldmeistertee wie -bowle nicht überdosieren, sonst drohen Kopfschmerz,
Schwindel und Sehstörungen.
Bild nach: der historischen Buchvorlage/Urbania-Gesellschaft
Dresden: Das Buch der Kräuter
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