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Kalmus
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"Der Kalmus wächst in Sümpfen, Teichen und an Flußufern. Er ist 1 - 1 1/2 m
lang, dreieckiger Schaft, sehr lange schwertförmige Blätter, und hat kleine
grünlichgelbe, fingerlange kolbene Blüten.
Blütezeit: Juni-Juli. Sammelzeit: Frühjahr oder Herbst.
Anwendung: Man wendet ihn an bei Bleichsucht, Darmblähungen, Fieber, Monatlicher
Reinigung, Wassersucht, Sodbrennen.
Man nimmt 3 Gramm von der geschnittenen
Wurzel auf 1/2 Liter kochendes Wasser gebrüht, mit Kandis versüßt getrunken, und
gebraucht es auch gekocht zu Bädern." |
Kalmus
Acorus calamus
Volksnamen: Brustwurz, Deutscher Ingwer, Schwerthenwurzel, Gewürzkalmus,
Magenwurz, Zehrwurz, Ackermannswurzel
Die ausdauerde, schilfähnliche Kalmuspflanze, die etwa einen bis anderthalb
Meter Höhe erreicht, entspringt aus einem daumendicken, kriechenden Wurzelstock,
der bis zu einem halben Meter lang werden kann. Die etwa anderthalb Meter hohen
schwertförmigen Blätter sind ungefähr zwei Zentimeter breit und am Rand oft
gewellt.
Ein bis zu sieben Zentimeter langer Blütenkolben, der seitlich aus
einem Hochblatt hervorwächst, trägt die unscheinbaren grünen Blüten. Aus diesen
entwickeln sich rote Beeren, die in unserem Klima jedoch nicht zur Reife kommen,
da der Kalmus ursprünglich aus Ostasien stammt. In der Küche und der Heilkunde
wird der Wurzelstock verwendet, der in getrocknetem Zustand kräftig würzig
riecht und würzig-bitter schmeckt.
Kalmus wächst in der Uferzone von Gewässern (Wasserstand bis ca. dreißig
Zentimeter) und in Sumpfgebieten, wobei er einen sonnigen Standort bevorzugt.
Die Blütezeit des Kalmus ist im Juni und Juli, doch kommt er nur in warmen
Sommern nach milden Wintern zur Blüte. Verwendet wird der Wurzelstock, der
geschählt, getrocknet und eventuell gemahlen wird.
Die Uralte Heilpflanze wurde vom Leibarzt Kaiser Ferdinand des ersten aus
Konstantinopel eingeführt. sie entstammt der Haremskultur und diente unter
anderem dem Erhalt der Potenz des Sultans, wozu sie dann auch in Europa eifrig
genutzt wurde.
Tatsächlich hat der Kalmus eine aphrodisierende Wirkung, weshalb
und aufgrund seiner appetitanregenden und verdauungsfördernden Eigenschaften er
in gepulverter Form den Speisen zugegeben wurde. Heute dient er in Europa vor
allem zur Aromatisierung von Lebensmitteln, da der Wurzelstock aufgrund seines
ätherischen-Öl-Gehaltes einen aromatischen Duft verströmt.
Als aromatisches Bittermittel lindert er Magen-, Darm und Gallebeschwerden,
belebt den gesamten Verdauungsbereich (sehr gut vor allem bei älteren Menschen).
Er bekämpft Blähungen und Sodbrennen, stärkt und durchwärmt den Magen, fördert
die Gallenproduktion und den Abfluss der Galle und schützt vor Osteoporose.
Auch äußerlich ist er hervorragend anzuwenden bei chronisch kalten Gliedmaßen
und Rheuma. Auch gegen Hautausschläge und als Haarspülung zur Kräftigung der
Kopfhaut hilft der Kalmus.
Früher wurde die Wurzel auch in der Zahnheilkunde verwendet, so zur Herstellung
von Kalmuszahnpulver und -gurgelwasser oder als Mittel gegen Zahnfleischbluten.
Für einen heißen Aufguss zwei Teelöffel getrockneter Wurzel mit einer Tasse
siedendem Wasser übergießen und eventuell kurz aufkochen. Zehn Minuten ziehen
lassen und tagsüber je eine Tasse vor den Mahlzeiten schluckweise trinken oder
als Spülung oder Teilbad verwenden.
Als Badezusatz für ein Vollbad zweihundert Gramm in zwei Litern Wasser
auskochen und dem Bad zugeben.
Achtung: Nicht in der Schwangerschaft und nicht gegen Durchfall anwenden!
Bild nach: der historischen Buchvorlage/Urbania-Gesellschaft
Dresden: Das Buch der Kräuter
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