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Zinnkraut, Schachtelhalm
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"Zinnkraut auch Schachtelhalm genannt, wächst auf Kartoffelfeldern.
Dasselbe ist
ein gutes Kraut gegen Wassersucht, Nierenschmerzen, Blasenleiden,
Geschlechtsleiden und harntreibendes Mittel in Teeaufguß genommen, Zinnkraut
gekocht wird zu Umschlägen bei alten Schäden und Anschwellungen verwendet.
Bei
lang anhaltender Periode ein gutes Stillungsmittel, wenn man täglich 1 - 2
Tassen im Aufguß gebraucht." |
Zinnkraut
(Ackerschachtelhalm)
Equisetum arvense
Volksnamen: Katzenschwanz, Katzenwedel, Pferdeschwanz, Schachtelhalm, Schafheu,
Schafstroh, Scheuergras
Wegen seines hohen Gehaltes an Kieselsäure wurde das Zinnkraut früher zum Putzen
von Zinn verwendet, daher der Name.
Vor vierhundert Millionen Jahren war der Schachtelhalm ein baumgroßes Gewächs
und bevölkerte riesige Wälder zusammen mit Riesenfarnen und Moosen. Heutzutage
ist er auf eine handliche Größe von etwa vierzig Zentimetern
zusammengeschrumpft, hat aber sein urtümlich anmutendes Aussehen bis heute
bewahrt. Die Pflanze besteht aus einem Haupttrieb, der aus einzelnen Segmenten
besteht, die ineinander geschachtelt emporwachsen. Ebenso sind auch die
Seitentriebe beschaffen. Zur Stabilisierung lagert die Pflanze Kieselsäure ein.
Im zeitigen Frühjahr treibt die Pflanze die fruchtbaren sporentragenden
Sprossen, ihnen folgen im Sommer die grünen Stängel mit ihren Astquirlen.
Am liebsten wächst das Zinnkraut an lehmigen, feuchten Standorten, wie Äckern,
Wegrändern oder Schuttplätzen. Gute Schachtelhalme haben keine braunen Stellen.
Braune Stellen sind ein Hinweis darauf, dass der betroffene Schachtelhalm leicht
giftig ist! Die Triebe werden von Mai bis Juli gesammelt.
Ackerschachtelhalm stärkt Haut, Haar, Nägel und Zähne und erneuert das
Zellgewebe. Er wirkt blutstillend, harntreibend, adstringierend und
desinfizierend. Auch enthält das Kraut viel Vitamin C. Es wird innerlich
angewandt bei Blasen- und Nierenleiden, Blutungen, lokalen
Durchblutungsstörungen, Frostbeulen, Hautleiden, Krampfadern, rheumatische
Beschwerden, schwache Menstruation, Wassersucht, denn es regt die Durchblutung
an. Andererseits hilft es äußerlich angewandt schlecht heilenden Wunden (zum
Beispiel nach der Entfernung von Furunkeln) zu Besserung, wobei auch die
zellerneuernde Wirkung gute Dienste leistet. Oder auch Nasenbluten, Ekzeme und
Geschwüre. Selbst gegen Nissen bei Kopflausbefall wird Zinnkrauttee, mit
Petroleum gemischt, eingesetzt.
Bei Nasenbluten wird das getrocknete Kraut entweder zu Pulver gemahlen
geschnupft oder die Nase mit dem Aufguss gespült.
Für einen Aufguss zwei bis drei Teelöffel des getrockneten Krautes in etwa
hundertfünfzig Milliliter siedendem Wasser fünf bis zehn Minuten gekocht und nach
etwa einer Viertelstunde durch ein Teesieb gegeben.
Soweit nicht anders verordnet, wird mehrmals täglich eine Tasse frisch
bereiteter Tee zwischen den Mahlzeiten getrunken.
Auch Pflanzen hilft dieser Aufguss, er kräftigt sie und schützt sie vor
Pilzbefall.
Für ein Fuß- oder Händebad für Haut und Nägel wird eine Handvoll getrocknetes
Zinnkraut mit kochendem Wasser überbrüht und etwa zehn Minuten ziehen gelassen.
Dieser Aufguss wird dann in ein Fußbad gegeben und die Füße im Zinnkraut-Bad
etwa fünfzehn Minuten lang gebadet. Anschließend gut abtrocknen.
Achtung: Einige Quellen warnen davor, das Zinnkraut selbst zu sammeln, da
Verwechslungen mit giftigen Arten nicht auszuschließen sein sollen.
Des Weiteren darf Zinnkraut nicht überdosiert werden, da es Stoffe enthält, die
den Abbau von Vitamin B1 bewirken. Bei langdauernder Anwendung höherer Dosen ist
Vitamin B1-Mangel denkbar.
Nicht anzuwenden ist es bei Ödemen, die auf unzureichende Herz- oder
Nierentätigkeit zurückzuführen sind.
Nicht in der Schwangerschaft, nicht bei Kindern anwenden.
Aufgrund der Entwässernden Eigenschaften auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr
achten, keinen Alkohol oder Koffeinhaltige Getränke trinken.
Keine Anwendung von Vollbädern bei größeren Hautverletzungen oder akuten
unklaren Hauterkrankungen, bei schweren fieberhaften oder infektiösen
Erkrankungen, ferner bei Bluthochdruck und Herzinsuffizienz!
Bild nach: der historischen Buchvorlage/Urbania-Gesellschaft
Dresden: Das Buch der Kräuter
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