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Baldrian
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"Baldrian wächst überall in Europa, am meisten an sumpfigen Wiesen, Wäldern,
Gräben und Abhängen; hat einen kurzen Wurzelstock, hohen gefurchten ästigen
Stängel; die Blätter sind verschieden. Blüht in den Monaten Juni, Juli.
Sammelzeit vor der Blüte.
Anwendung: Man verwendet ihn bei Kopfschmerzen, Epilepsie, Schwindel,
Magenkrampf, Wechselfieber, schmerzhaftem Wasserlassen, Gemütsstimmung,
Nervenschwäche, erkrankten Blutes, auch gegen den Gebärmutterkrampf.
3 - 5 Gramm
auf 1/2 Liter kochendes Wasser in Aufguß getrunken." |
Baldrian
Valeriana officinale
Volksnamen: Katzenkraut, Mondwurzel, Marienwurzel, Zahnkraut, Hexenkraut,
Bertram, Bullerjan
Im Frühjahr wachsen zuerst die unpaarig gefiederten Blätter aus der Erde und
bilden ein luftiges Kissen. Ende April sprießen die hohlen, gefurchten, ästigen
Stängel empor, bis zum Sommer bis zu zwei Meter hoch. Im Juli oder August trägt
die Pflanze dann mehrere rosafarbene Trugdolden, die aus vielen kleinen Blüten
bestehen, von denen ein angenehmer Duft ausgeht, den Katzen besonders gern
mögen. Seine Wurzeln sind kurz und walzenförmig die einzelnen Wurzeln sind
kräftig entwickelt, rund und fingerlang, außen braun und innen weiß. Ihr Geruch
ist beim Trocknen typisch baldrianartig.
Baldrian ist auf feuchten Wiesen und Auen, in Ufergebüschen und Schluchten zu
finden. Er blüht von Juni bis Juli. Gesammelt wird hauptsächlich der
Wurzelstock, im September und Oktober, aber auch die Blüten können während der
Blütezeit gesammelt werden. Am meisten Wirkstoffe enthält die zweijährige
Wurzel.
Baldrian wirkt bekannterweise beruhigend, entkrampfend und schlaffördernd, aber
auch aphrodisierend, man sagte dem Baldrian früher folgendes nach: "Wenn Mann
und Weib Baldrian in Wein trinken, macht das gute Freundschaft".
Baldrian wird angewandt bei Angst, Herzklopfen,
Nervosität, psychosomatischen Störungen, Schlafstörungen,
Spannungskopfschmerzen,
Stress. Zwar wirkt er schlaffördernd, macht aber nicht müde und lässt sich so
gut bei Prüfungsangst einsetzen, denn er entspannt und verhilft so zu mehr
Konzentration.
Baldrian lässt sich auf vielfältige Weise anwenden:
Für einen Tee zwei Teelöffel der Wurzel mit einem halben Liter siedendem Wasser
übergießen und zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen. Den Tee immer frisch
zubereiten.
Alternativ kann man zwei Teelöffel der Wurzel mit einem Viertelliter kaltem
Wasser übergießen und zehn bis zwölf Stunden stehen lassen. Gelegentlich
umrühren und zwei bis drei mal täglich eine Tasse trinken.
Für eine Tinktur 20 g der Wurzeln auf 100 ml 35 bis 40 prozentigen Alkohol geben
und zwei Wochen kühl und dunkel lagern. Dann das Gemisch auspressen und filtern.
Von der gewonnenen Tinktur wird bis zu vier mal täglich ein halber bis ein
Teelöffel eingenommen.
Für ein beruhigendes Bad 100 g Wurzel mit 2 Liter Wasser übergießen und zum
Sieden erhitzen. 10 Minuten ziehen lassen und dem Badewasser hinzufügen.
Alternative Methode:
10 g zerkleinerte Wurzel in ein kleines Leinensäckchen geben und dieses ins
Badewasser hängen. Für 10 Minuten in das Wasser steigen und wenn möglich danach
ruhen.
Achtung: Nicht überdosieren.
Bild nach: der historischen Buchvorlage/Urbania-Gesellschaft
Dresden: Das Buch der Kräuter
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