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Symbole-Lexikon
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Grab und Grabmal
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Hermetische Symbolik |
Dieses Kaminbild im so genannten "Kabinett der Harmonie", des Schloss Cormatin (siehe auch
unten), zeigt die Heilige Cäcilie, die Schutzpatronin der Musik. |
Religionsgeschichtlich interessant ist, dass sich in der hellenistischen Kultur
der Spätantike eine Religiosität entwickelte, die fast gar nichts mehr mit dem zu tun
hat, was wir uns so unter dem Götterkult der Griechen oder Römer vorstellen.
Der
traditionelle antike Götterkult war zwar der offizielle Staatskult im Römischen Reich und in den
Tempeln wurde seit Alters her auf ein und die selbe Art geopfert, doch hat sich
parallel zu dieser exoterischen Religionsausübung eine lebensnahe, esoterisch-philosophische Religiosität
geformt, die nicht selten ein monotheistisches Gottesbild vertrat. Dabei verwarf
man die alten griechisch-ägyptischen Göttermythen durchaus nicht, sondern
achtete die alten Legenden als Kulturgut und
legte sie allegorisch aus.
Auf der Suche nach göttlichen Offenbahrungen hat man übrigens auch die jüdischen heiligen
Bücher genaustes studiert. Doch auch hier sah man nicht auf den Buchstaben,
sondern übte die allegorische Auslegung
der hoch geachteten und uralten Schriften.
Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom philosophischen Monotheismus (Glaube
an nur einen Gott), deren bekannteste Vertreter die Platoniker darstellen. Die
Pythagoräer sind hier zu nennen, doch auch Stoiker.
Neben diesen philosophischen Strömungen ist eine umfangreiche
religionsphilosophische Literatur bekannt - diese mit ägyptischen Hinergrund -
welche man unter dem Begriff der
"mystischen Hermesliteratur" zusammenfasst: es handelt sich hierbei um die
Schrift "Asklepios" und um die "siebzehn Bücher des Hermes Trismegistos (Corpus
Hermeticum)", und: "Tabula Smaragdina", "Picatrix" und "Kybalion". Diese
Literatur, welche in dieser Form nicht vor dem 3. Jahrhundert entstanden ist,
stellt eine Quellenszusammenfassung dar, welche sicher uralt sein muss und
auf die Mystik des alten Ägypten weisen.
-->derzeit ist ein Nachdruck in deutscher Übersetzung erhältlich, besonders
beachtenswert dazu die umfangreiche Einleitung der Übersetzerin Maria Magdalena
Miller (1898-1990):
"Die Traktate des Corpus Hermeticum" Novalis-Verlag, 2004
Die Anhänger dieser mystischen Kulturströmung (der "Hermetischen Kunst") die man
sich nicht als eine Religionsgemeinschaft denken darf, nennt man Hermetiker
(Wortstamm: von hermetisch). Die Hermetische Kunst beeinflusste die jüdische
Kultur (Kabbala), aber auch die Philosophie im arabischen Raum.
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Hermes der Götterbote |
Darstellung des Hermes in einer alten Handschrift: "Hermetische Philosophie
oder wahre, würckliche und aufrichtige Beschreibung des Steines der Weisen ...
von Friedrich Gualdo, einen deutschen hermetischen Philosophen und wahren
Adepten." - Schriftgut aus den Kreisen der Rosenkreuzer.
(Bildquelle: Geschichte der Freimaurerei in Deutschland von Ferdinand Runkel,
1932)
mehr Infos auch - Symbol: Hermesstab |
Im christlichen Europa lebte die Philosophie der Hermetik in der Alchemie weiter
(Bild oben) und wurde von den Rosenkreuzern übernommen. Die Schriften Corpus Hermeticum
wurden erst in der Renaissance neu aufgefunden und machten dann in den
humanistischen und gebildeten Kreisen der Oberschicht schnell die Runde.
Überhaupt war die Renaissance allgemeinen das Zeitalter der Wiederentdeckung
antiker Kunst, Literatur und Philosophie und man war in sie bis in die Zeit des frühen
Barock hinein wohl auch förmlich vernarrt - jedenfalls was die antike Mythologie
betraf - besonders auch die der antiken Eleusinischen Mysterien ...
Ein schönes Beispiel dieses Denkens habe ich im Burgund entdeckt und zwar im
Schloss Cormatin (bei Taizé und Cluny):
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Symbolik: Phönix mit einer Feuerkugel |
Über dem Bildnis der Heiligen Cäcilia (Bild
ganz oben) findet sich ein Phönix, der in den Krallen eine feurige Kugel trägt.
Der Phönix erhebt hier, die von Zwängen der Materie befreite Seele - doch ist
der Feuervogel gerahmt von Waffentrophäen, welche erinnern soll, dass dieser Weg
mystischer Initiation ein Kampf gegen sich selbst ist ... |
Die Erlösung der Seele von den Zwängen der Materie ist
wichtiger Teil hermetischer und der platonischen (neuplatonischen) Philosophie.
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Kabinett der Harmonie |
In dem Raum (Bilder oben) befinden
sich weiterhin die symbolischen Tugenden, die für die Wiedergeburt der Seele
vonnöten sind, wie etwa die Tugend der Mäßigung (Temperenz) - dargestellt durch
die Dame rechts im Bild - sie halt einen Krug und einen Kelch in den Händen ...
Hier schlecht zu erkennen: ihr Fuß ist verkrüppelt (Gicht) -> damals dachte man,
dass diese Krankheit durch extensive Lebensweise und viel Alkoholgenuss
entsteht. |
Das Kabinett der Harmonie - ein Raum der Mystischen Einweihung im Schloss
Cormatin - der seine vollendete Wirkung erst bei völliger Dunkelheit und
sparsamen Kerzenlicht entfaltet - dieser Raum (Studierzimmer) wird neben
goldener Farbe von der Farbe Blau dominiert. "Die Farbe Blau drückt den Verzicht
auf die irdischen Werte aus". Dieser Raum ist also ein Ort der geistigen
Erhebung. Überdies kann dieses Kabinett durch einen langen, dunklen Gang
betreten werden, wo der Gast in Anlehnung an den antiken eleusischen
Mysterienkult den lichten (golddurchfluteten) Einweihungsort erst nach
Durchschreiten der Dunkelheit betritt.
(Interessant: die Wirkung von
Gold und
Licht)
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Tugend: die Vorsicht |
Diese Dame symbolisiert die Tugend der
Vorsicht. Sie hält in der linken Hand den Spiegel der Selbsterkenntnis. In
der anderen Hand hält sie einen Pfeil, um den sich eine Schlange windet.
Die Schlange ist Symbol für die angemahnte Vorsichtigkeit - der Pfeil ist Bild
für die Eile.
Das Alles sagt letztlich zum Betrachter: sei vorsichtig und ziehe keine
voreiligen Schlüsse! und ... prüfe dich zuvor selber ... |
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Die Tugend
der Gerechtigkeit |
Neben der Darstellung der Haupttugenden und zwar die
der Vorsicht, der Mäßigung und der moralischen Kraft
(hier kein Bild) , steht die Tugend der Gerechtigkeit
im Raum - dieser Wunsch zur moralische Stärke der
Rechtschaffenheit ist durch die Waage dargestellt (in
linker Hand) und durch das Schwert - Symbol für das
Urteilen ... |
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Kornähren-Symbol |
Kornährensymbole finden sie viele in den
Räumlichkeiten des Schlosses - schon deshalb, weil diese ein Hauptsymbol des
Eleusinischen Mysterienkultus sind. Hier hält Ceres, die Göttin der Ernte
und der Fruchtbarkeit, eine Korngabe in ihren Armen - das Symbol für die
vollendete, vollreife Menschenseele: |
"Gemäß dem Willen, Entsprechungen zwischen der antiken
Religion und dem Christentum herzustellen, wird Ceres hier quasi als Jungfrau
mit Kind dargestellt. Doch als Kind hält sie sie Korngarbe in Ihren Armen."
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Das Schloss in Cormatin |
Das Schloss in Cormatin ist eine Besonderheit,
weil eben diese hervorragend erhaltene Innenraumgestaltung (Bilder oben) aus der
Zeit Ludwig XIII. ein einzigartiges Zeugnis der damaligen Lebensart
widerspiegelt.
mehr Bilder:
vom Schloss in Cormatin
Francois Mitterrand schieb hierzu in dem Vorwort zum Begleitbuch: |
"Meine Spatziergänge führen mich jedes Jahr nach
Cormatin. Die Zeit mindert diesen Genuss nicht ... das eigentliche Interesse des
Schlosses liegt vor allem in der Bedeutung innerhalb der französischen
Kunstgeschichte. Sein Zeugnis ist wertvoll, denn nur wenige Innendekorationen
der Zeit Ludwig XIII. sind bis zu uns gelangt. Anfang des 16. Jahrhunderts, als
Jacues du Blé d'Huxelles mit dem Schlossbau beginnt, übernehmen die Schulen von
Fontainebleau Einflüsse aus Flandern und der Lombardei. Wie immer nimmt
Frankreich neue Formen aus anderen Ländern auf, vermengt sie und verwandelt sie
auf eigene Art."
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Die Gärten von Cormatin |
Eine Besonderheit ist nicht nur das Schloss,
sondern mit Sicherheit auch der Schlossgarten. Richtiger allerdings: die Gärten
- denn das Schloss wird von einer Palette verschiedenster - meist
architektonischer Gärten umgeben, welche das Schloss Rahmen und in jeder Weise
die Architektur des Bauwerkes im Zusammenspiel mit den Teichanlagen steigern.
Bild: Blick vom Wirtschaftsgebäude in den Nutzgarten. |
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Bildnis einer Fliege, die in einer
Kerzenflamme verbrennt ... |
dazu die lateinische Inschrift:
COMBRUIT INCAUTOS
SIE VERBRENNT DIE UNVORSICHTIGEN |
Quellen: Cormatin, Connaissance des Arts, Sondernummer 58
Deutsche Übersetzung: Beate E. Renner 2006
Darin: Das Kabinett der Harmonie, von Marc Simonet-Lenglart
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Stichwortverzeichnis: Symbole II
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Übrigens: eine gute Möglichkeit zur
Information über die Grab und Grabmalgestaltung sind die aktuellen
Gartenschauen,
wie BuGa oder Landesgartenschauen. Dort gibt es jeweils Mustergräber mit
gestalteten Grabmalen und jeweils entsprechend der Jahreszeiten
Bepflanzungsbeispiele für
Gräber.
Grabausstellungen
Allerdings mau man wissen, dass man bei diesen Ausstellungen
eine Leistungsschau der
Friedhofsgärtner
und Steinmetzen vor sich hat. Nicht selten ist man etwas entmutigt, wenn man
sich die wunderschönen Wechselpflanzungen der Ausstellungsgräber sieht und mit
den eigenen Möglichkeiten vergleicht.
Wer sich über eigene Gestaltungsmöglichkeiten Gedanken macht,
der sollte sich trotz allem den L eitsatz
zu eigen machen: weniger ist mehr ...
Bei der Grabmalgestaltung ist das besonders zu beachten, da
man hier immer wieder zur Überfrachtung der Grabmalgestaltung neigt, ob im Form,
in Beschriftung oder manchmal auch in der Symbolik.
Bei der Herangehensweise, ein Grabmal zu entwerfen, solltest
du dir immer vor Augen halten, dass so ein Grabdenkmal wirklich auch ein Denkmal
ist.
Es
soll an das Leben des verstorbenen erinnern und für ihn sprechen.
So wie im Leben manchmal Blumen oder eine schöne Melodie
helfen einem schwierigen Gedanken Ausdruck zu verleihen, so kann das auch ein
Grabmal - aber in Harmonie der
Proportionen und Einfachheit ...
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