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Symbole-Lexikon
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Grab und Grabmal
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Ich
sage es gleich vorweg - ich bin evangelisch ;-) ... und nun mache ich eine
Internetseite über die Jungfrau Maria ... das ist vermessen ... ja aber nur ein
wenig und ich denke, diese Betrachtungsweise macht das Thema vielleicht erst
recht interessant.
Durch
Zufall bin ich in den Marienwallfahrtsort Kevelaer (Bild oben) und direkt in dessen
Pilgerströme geraten und konnte dort einen wesentlichen Aspekt der katholischen
Marienverehrung nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Gefühl begreifen: die
heilige Jungfrau Maria ist Symbol für unseren Pilgerweg auf Erden:
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Jesus, Maria, Joseph: die heilige
Familie |
"die Maria der heiligen Schrift ist kein
weltfremdes Heimchen am Herd - sie eilt übers Gebirge ...
sie geht (ca 120km) von Nazareth nach Ain Karim, um ihre Kusine Elisabeth zu
besuchen und ihr bei ihrer Niederkunft zu helfen ...
Maria zieht (hochschwanger) mit ihrem Mann Josef zur Volkszählung und nach der
Geburt Christi asylsuchend nach Ägypten. Von da kehrt sie heim, nach Nazareth.
Der zwölfjährige Jesus macht seine erste Tempelwallfahrt mit Mutter und
Pflegevater ..." ***
Bilder: Jesu Lebenslauf
christentum.pictokon.net |
Wir
sehen also Maria als eine Pilgerin - und wenn Maria auch als die Mutter der
Kirche gesehen wird, so ist sie für die Kirche vor allem als Pilgerin ein
Vorbild, denn die Kirche selber ist ein Gemeinschaft von Pilgern und auf dem
Weg. Die Kirche selber ist nicht der Zweck unserer irdischen Wanderschaft,
sondern der Weg.
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Maria die Auserwählte Gottes |
Maria ist die "Auserwählte Gottes" für seinen
"Heilsplan". Es sind keine zufälligen Ereignisse, die zur Geburt des
Christkindes geführt haben, sondern es ist der Plan Gottes, der das Weltall, die
Erde und den Menschen erschaffen hat.
Somit ist Maria auch ein Symbol dafür, dass sich der Schöpfergott den Menschen
zuwendet und das dieses auch nicht planlos vor sich geht: |
Heute hört man oft zwei Anklagen gegen Gott: 1. "Wie kann Gott das viele
Leid auf der Welt zulassen ..." und 2. Ich kümmere mich nicht um
Gott, denn er kümmert sich ja auch nicht um mich" - das stimmt doch oder?
Warum das so ist,
das steht in der Bibel gleich am Anfang: Gott schuf den Menschen
als ein freies Wesen mit dem Ziel, dass sich dieser durch seinen freien Willen
zu Gott hinwendet und gottähnlich wird (vom Geschöpf zur Gotteskindschaft), doch das erste
Menschenpaar bestand seine Lebens-Freiheitsprobe nicht. Adam und seine Frau
wollten einfach nicht Gott hinzugewandt leben. Ihre Entscheidungen wollten sie
autonom treffen. So ist das auch heute noch, bei den meisten Menschen. Und
dadurch leben wir auch nicht in einem Paradies. So einfach ist das.
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Maria und Eva
Das Jesuskind mit dem Apfel, als Symbol für den Sündenfall von Adam und Eva |
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Maria steht im engen Zusammenhang mit diesem so genannten Sündenfall. In den
ersten Kapiteln der Bibel findet sich nämlich eine jahrtausende alte
Prophezeiung über Maria und Jesus: "Da sprach Gott zu der Schlange (die
das Paar verführt hatte): Weil du das getan hast, seiest du verflucht, verstoßen
aus allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du
kriechen und Erde fressen dein Leben lang. Und ich will Feindschaft setzen
zwischen dir und dem Weibe (Maria) und zwischen deinen Nachkommen und ihrem
(Maria) Nachkommen; der (Christus) soll dir den Kopf zertreten und du wirst ihn
in die Ferse stechen. " (Gen. 3. 14) - mehr Infos dazu:
der Sündenfall und das so genannte Protoevangelium
Gottes erster Heilsplan, der mit Adam beginnen sollte, endete mit dem Verlust
des "Paradieses". Nicht aber der neue Heilsplan: er beginnt diesmal nicht
durch einen Mann, sondern durch eine junge Frau:
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Jesu Geburt im Stall zu Betlehem |
"Der hl. Irenäus sagt, dass sie 'in ihrem
Gehorsam für sich und das ganze Menschengeschlecht Ursache des Heils geworden
ist'.
Deshalb sagen nicht wenige der alten Väter gern, 'dass der Knoten des
Ungehorsams der Eva gelöst worden sei durch den Gehorsam Marias; und was die
Jungfrau Eva durch den Unglauben gebunden hat, das habe die Jungfrau Maria durch
den Glauben gelöst', im Vergleich mit Eva nennen sie Maria, die Mutter der
Lebendigen' und öfters betonen sie:
'Der Tod kam durch Eva, das Leben durch Maria' " (Lumen Gentium 56,
Konstitution des 2. vatikanischen Konzil). |
Das mag zwar alles recht theologisch klingen - doch die bedeutungslos
erscheinende Jungfrau Maria, ein jüdisches Mädchen, wird durch ihre Hinwendung
zu Gott zu einer Schlüsselfigur des menschen-zugewandten Handeln Gottes. Das neue Denken, die neue
Religion, die (schon) Maria hier bewirkt ist die vertrauensvolle Zuwendung hin
zu einem Vater-Gott, der Glaube an einen guten Gott ... denn genau genommen, hat
alle Religion seit dem "Sündefall" Gott nur als Schöpfer, als streng richtenden
König oder als blind wirkendes Fatum gesehen.
In Jesus offenbarte sich dann der Welt das Gottwesen selbst als barmherziger
Gott.
Marias Leben war von Kindheit, über ihre Schwangerschaft, Geburt und Flucht hin,
bis zur Hinrichtung ihres Sohnes nicht mit den Schokoladenseiten des Lebens
gesegnet. Und doch beschreibt uns die Bibel Maria als Menschen, der auch im Leid
das gute Wirken des einen Gottes sieht.
Maria ist letztlich also ein Symbol für den guten Gott, dem sich der Mensch
anvertrauen soll und das ist sicher auch das Geheimnis dieser so genannten
Marienverehrung, die heute sicher nichts an Popularität nicht verloren hat.
Von Maria können wir also
eine Lebenshaltung lernen: wir sollen im Herzen Pilger
sein. Reisende. Richtig, sogar nur Fremde hier in dieser Welt-Materie.
Und wir sollen mit der richtigen Lebenshaltung die Welt sehen und darüber hinaus
die Offenbahrung Gottes in Jesus mit der rechten Lebenshaltung auf uns wirken
lassen.
In diesem Sinne verstehe ich auch das Novalis-Gedicht (unten).
Plastik von Bert Gerresheim "der Pilger" (die Plastik steht
im Marienwallfahrtsort Kevelaer) :
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Pilger |
Ich sehe dich in tausend
Bildern,
Maria, lieblich ausgedrückt,
Doch keins von allen kann dich schildern,
Wie meine Seele dich erblickt.
Ich weiß nur, dass der Welt Getümmel
Seitdem mir wie ein Traum verweht
Und ein unnennbar süßer Himmel
Mir ewig im Gemüte steht. |
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Symbol für Stille und Kontemplation |
Hier der Blick in das Innere einer russisch
orthodoxen Kirche. Die Kirche ist ein Holzbau. Die Einfachheit der Ikone mit
Maria bewirkt
hier eine seltsam feierliche Stimmung.
Wie ich es beobachtet habe, ist das Gedächtnis an Maria neben der "Pilgerschaft"
immer mit viel innerer Einkehr, Meditation und Ruhe verbunden. |
Bild:
Gottesmutter Vladimirskaja, die älteste Russische
Ikone, sicher ist sie schon byzantinischen Ursprungs.
Maria
ist auch ein Vorbild (Symbol) für den Gegenpol desjenigen, was ich als
hektischen Aktivismus umschreiben möchte. Unbestritten hat Maria in ihrem
Erdenleben viel Gutes bewirkt und doch blieb ihr Handeln meist ungesehen ... man
lese nur die Evangelien ;-)
Heute
sind unsere christlichen Gemeinden nicht selten von zwei Untugenden gezeichnet:
aktionistisches Handeln und der Wille, die Ergebnisse jenes Aktivismus
abrechenbar zu machen - also das Tun auf Erfolg zu kontrollieren.
Wie war das im Leben der Maria? Ruhig war ihr Leben keinesfalls. Sie konnte ihre
"Erfolge" nicht planen und kontrollieren. Das Gegenteil war der Fall. Doch Maria
war in jeder Situation ihres Lebens die Handelnde - da bin ich mir ganz sicher -
und sie hat damit sicher sehr viel Bewirkt. Auch dies ist mehr eine
Lebenshaltung und ich würde sie als kontemplatives Handeln bezeichnen - ein
Begriff, wie er im wohl auch tibetischen Buddhismus verwendet wird ...
Wie
ist dieses kontemplative Handeln zu verstehen? Ich drücke es mal ganz
pragmatisch aus: durch unsere ständigen, hektischen und immer zielgerichteten
Aktivitäten entsteht in allen unseren Lebensbereichen dieser Tunnelblick (sagt
man so?) - also ein sehr eingeengter Gesichtskreis. In dieser Lebenshaltung
übersehen wir so manche Chance in unserem Leben - im Berufsleben ist es
vielleicht der Traumjob ... oder es ist der Traumpartner ... oder was ist es bei
dir ... ? Regelmäßige Meditation und Kontemplation hilf dem Zwang und der
Unfreiheit jener Hastigkeit im Leben zu begegnen - von Maria heißt es: "Maria
aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen" ...
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Pieta |
Die Pieta, die "Schmerzensmutter" (Mater
Dolorosa) mit dem getöteten Christus ist ein Motiv der Bildenden Kunst, das etwa
im 11. Jahrhundert entstand.
Wenn man die Szene als Bestandteil des Kreuzweges betrachtet, dann ist dies die
vorletzte, die 13. Station.
Die weißen Lilien, die Madonnenlilien gehören zur alten Mariensymbolik, die
Madonnenlilie war früher auch Heilpflanze. |
Nach
dem Tod Jesu am Kreuz "bat Josef von Arimathäa, der ein Jünger Jesu war,
doch heimlich, aus Furcht vor den Juden, den Pilatus, dass er den Leichnam Jesu
abnehmen dürfe. Und Pilatus erlaubte es. Da kam er und nahm den Leichnam Jesu
ab. (... und wird Maria in den Schoß gelegt)
Es kam aber auch Nikodemus, der vormals in der Nacht zu Jesus gekommen war, und
brachte Myrrhe gemischt mit Aloe, etwa hundert Pfund. Da nahmen sie den Leichnam
Jesu und banden ihn in Leinentücher mit wohlriechenden Ölen, wie die Juden zu
begraben pflegen. Es war aber an der Stätte, wo er gekreuzigt wurde, ein Garten
und im Garten ein neues Grab, in das noch nie jemand gelegt worden war. Dahin
legten sie Jesus wegen des Rüsttags der Juden, weil das Grab nahe war."
(Quelle: nach Bibel-online.net, Johannes 19,38)
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Grabmalgestaltung |
Maria die Himmelskönigin
mit Kreuz und Palmzweig
auf einem historischen Grabmal,
Ende 19. Jahrhundert.
Daneben das Signum: MARIA als Buchstaben-Ligatur. |
*** gekürzt, nach Viktor Roeloffs, Ein Papst als Pilger am Niederrein, Kleve 1987
BOSS-Verlag ISBN 3-9222384-05-6
Weiterführende Themen, Bilder und Materialien:
Jungfrau Maria, die Himmelskönigin
- Teil II
Wallfahrtsort Kevelaer
Sonnesymbol und Jesus Christus
Bilder und Notizen: Geschichte und Entstehung des Christentum
Bilder zum Lebenslauf des Jesus von Nazareth
Buch: Die Jugend Jesu
Notizen, Kommentare
Infos
über das Christentum
das Evangelium nach Johannes
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Bild Zeichen Symbol - Bilder und Notizen |
Ein
kleines pictokon-onlinebuch zum Thema Symbole, mit dem Versuch Symbolik unter
verschiedenen Gesichtspunkten zu sehen.
Buch öffnen
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Symbole und Gedankenbilder |
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symbole, gebrauchte bücher
Impressum
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Eine gute Möglichkeit zur
Information über die Grab und Grabmalgestaltung sind die aktuellen
Gartenschauen,
wie BuGa oder Landesgartenschauen. Dort gibt es jeweils Mustergräber mit
gestalteten Grabmalen und jeweils entsprechend der Jahreszeiten
Bepflanzungsbeispiele für Gräber.
Grabausstellungen
Allerdings mau man wissen, dass man bei diesen Ausstellungen
eine Leistungsschau der
Friedhofsgärtner
und Steinmetzen vor sich hat. Nicht selten ist man etwas entmutigt, wenn man
sich die wunderschönen Wechselpflanzungen der Ausstellungsgräber sieht und mit
den eigenen Möglichkeiten vergleicht.
Wer sich über eigene Gestaltungsmöglichkeiten Gedanken macht,
der sollte sich trotz allem den L eitsatz
zu eigen machen: weniger ist mehr ...
Bei der Grabmalgestaltung ist das besonders zu beachten, da
man hier immer wieder zur Überfrachtung der Grabmalgestaltung neigt, ob im Form,
in Beschriftung oder manchmal auch in der Symbolik.
Bei der Herangehensweise, ein Grabmal zu entwerfen, solltest
du dir immer vor Augen halten, dass so ein Grabdenkmal wirklich auch ein Denkmal
ist.
Es
soll an das Leben des verstorbenen erinnern und für ihn sprechen.
So wie im Leben manchmal Blumen oder eine schöne Melodie
helfen einem schwierigen Gedanken Ausdruck zu verleihen, so kann das auch ein
Grabmal - aber in Harmonie der
Proportionen und Einfachheit ...
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