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Symbole-Lexikon
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Stichwortverzeichnis

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Grab und Grabmal
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Mistel mit Beeren |
Der Mistelzweig
Von mach einem listigen Frauenzimmer zur Neujahrszeit über der Türschwelle ...
... hochgehängter Vorwand für einen Kuss
... um die Hemmschwelle dafür möglichst tief zu hängen ... wieso ?
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Mistelzweige als Weihnachtsschmuck
Mistelzweige gab es vor 20 Jahren noch nicht in Deutschen. Der Brauch kommt aus
England. Dort sollten sich küssen, je nachdem wie viele Beeren sie vom Zweig
gepflückt hatten, Junge und Mädchen, so sie sich unter dem Mistelzweig trafen.
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Symbolik, Bedeutung:
Allgemein ist der Mistelzweig in der Symbolik recht bedeutungsschwer.
Er
verkörpert die geistige und göttliche Lebensessenz; das Allheilende und die
Unsterblichkeit
- so hat
der Trojaner Aeneas nach einer Erzählung Vergils (70-19
vor Christi Geburt) seine geliebte Dido aus dem Hades errettet und durch einen
Mistelzweig wieder zum Leben erweckt.
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Weißbeerige Mistel, Viscum album. |
Diese Mistel ist eine bekannte Heilpflanze.
Die Früchte der Mistel sind giftig, doch als Salbe verwendet oder als Brei
aufgelegt, heilen sie Erfrierungen.
Die Mistelblätter beeinflussen den gesamten Drüsenhaushalt des Körpers positiv
und machen sich damit zu einem vorzüglichen stoffwechselfördernden Mittel.
Heilpflanze: Mistel |
weder-noch
Die Mistel ist weder Baum noch Strauch und ist somit "weder-noch" und führt uns
damit weiter zu dem Gedanken der Freiheit von feststehenden Beschränkungen und
Einschränkungen.
So ist auch Jedermann frei von Einschränkungen, wenn er unter dem Mistelzwig
steht ...
Jahreswende
Die auch im Winter grünende Mistel ist Symbol für neues Leben. Sie ist Metapher
für die Wiedergeburt und für den Neubeginn des Jahreszyklus zur Zeit der
Wintersonnenwende - und deshalb hier verbreitet im Brauchtum zu finden.
Bann
In den nordischen Göttersagen wurde der sonst unverwundbare Baldur, der Gott der
Sonne, des Lichtes und des Sommers, durch einen Speer aus Mistelholz getötet -
das Mistelholz bekommt hier die ähnliche Funktion, wie das Holz der Haselnuss
gegenüber den Vampiren ...
Mit Amuletten aus Mistelholz versuchte man sich vor Hexerei zu schützen und der
Mistelzweig an den Türen hatte wohl meist die gleiche Funktion.
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Druiden |
Der goldene Zweig der Druiden ist ein
Mistelzweig. Die Mistel stellt hier das weibliche Prinzip dar, dem die Eiche als
männlicher Gegenpol gegenübersteht.
Übrigens dachte man sich, dass die Mistelzweig durch Blitzeinschläge in das
Eichengeäst entstanden..
Offensichtlich ist hier die Eichenmistel Loranthus europaeus gemeint, welche in
früheren Jahrhunderten wohl auch in Mitteleuropa verbreitet war.
Bild: Loranthus europaeus |
Die Mistel war bekanntlich ein wichtiges Kultsymbol der Kelten - hier dazu
einige Gedanken von Dr. Karl Erhard Weiß (um 1910) - aus seinen schriftlichen
Notizen
zu Eiche, Eichenhain und Mistel:
"Bekannt und für die völkische Zusammengehörigkeit beweisend, ist der
sakramentale Charakter der Eiche bei den Galliern, wie bei den Pelgasern, der
griechischen Urbevölkerung vor der dorischen Wanderung. Derv oder derf ist das
kymrische Wort für Eiche, entsprechend dem griechischen drys. Diodor nennt die
Druiden Saronides von saron=derwydd, von derv und wydd= gwydd Mistel. Der Anlaut
geht in Zusammensetzung verloren, also der Mann der Eiche und der Mistel.
Die Mistel entspricht, infolge der Berührung an der germanischen Wiege in den
Bergen ihrer Heimat, mit den Magiern und Brahmanen dem Haoma der Mazdeer und dem
Soma der Veden, aus dem der geheimnisvolle eucharistische Kelch bereitet wurde,
dessen Trank dem Eingeweihten die Vereinigung mit der Gottheit verbürgte.
Im Einzelnen gab die Mistel Anlass zu folgender Spekulation: Die auf der Eiche
wachsende Mistel wächst auf einen mächtigen Baum, dem Symbol des allumfassenden
Gottes, ruht auf ihm und empfängt von ihm ihr ganzes Leben. Und doch ist sie ein
Einzelwesen für sich, in manchem der Eiche ähnlich, in manchem verschieden, mit
eigenem Leben begabt und doch nur lebensfähig in Verbindung mit der Eiche. Ohne
eigene Wurzeln, nicht von dieser Erde, - ohne Rücksicht auf die Jahreszeit immer
grünend, so lange sie mit der Eiche in Verbindung steht.
Versinnbildlicht die Eiche Gott, so stellt die Mistel das Bild des Menschen dar.
Die Druiden sind also die Männer der Eiche und der Mistel, also die Vertreter
Gottes den Menschen, und des Menschen Gott gegenüber, die Mittler zwischen Gott
und den Menschen. Und zwar gab es bei den Kelten nur eine Art Priester, weil es
nur einen Gott gab.
Götterbilder kannten die Kelten nicht. Die Vorschrift, sich kein Bild ihres
Gottes zu machen, die den Israeliten den Ruhm des geistigen Gottesdienstes
eintrug, bestand in derselben Strenge, und mit noch größerer Folgerichtigkeit
bei den Kelten (wie bei den Germanen).
Der Eichenhain rief ihnen mit seinen Rauschen zu, dass man sich Gott nicht unter
irgendeiner Form vorstellen dürfe. Er beschäftigte die Phantasie, ohne sie zu
täuschen ..."
Übrigens:
Die Eichenmistel wächst heute heimisch in Südosteuropa. Eine botanische
Seltenheit war das Vorkommen in Deutschland noch vor etwa 70 Jahren und genau
hier, wo ich wohne -
in
Dohna (Sachsen) (bei Dresden und Pirna) - dazu folgende Recherche:
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Eichenmistel bei Dohna |
"Der größten botanischen Seltenheit sei noch
gedacht, der Riemenblume (Loranthus europaeus), die hier im Spargrunde noch auf
drei Eichen schmarotzt. Die Bäume, die den Loranthus tragen, stehen unter der
Obhut des Heimatschutzes. Außer diesen erwähnten wenigen Eichenmisteln gibt es
in unseren deutschen Vaterlande nur noch eine Eiche bei Dohma, die den
Schmarotzer beherbergt."
Foto: Eichenmistel bei Dohna um 1935 |
Text oben nach Max Winkler und Hermann Raußendorf - Mitteilungen des
Landesverein Sächsischer Heimatschutz, Dresden Band XXV 1936.
Auch Alfred Meiche beschreibt das Vorkommen in Dohma, etwa : "Nur hier (und im
Kirchenholz bei Dohna) wächst noch auf einigen Eichen die in ganz Deutschland
wohl nicht mehr vorkommende Riemenblume (Loranthus europaeus)".
In der Folge ist das Vorkommen der Eichenmisteln wohl nicht mehr beobachtet
worden und die Eichen in den Wäldern um Dohna (zum Teil unter Naturschutz
stehen) - sind besonders in den 80er Jahren in einen bedauerlichen Zustand
geraten - gut 1/3 wurde krank und 1/3 ist abgestorben. Na ich werde mich mal in
den Wintermonaten auf die Suche machen und nochmals nach den Misteln suchen.
Zeichnung der Mistel:
Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé, Flora von Deutschland, Österreich und der
Schweiz Gera, 1885
21. September 2006
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Eichenmistel bei Dohna? |
Also ich bleibe am Thema dran ...
Hier war ich im Dohnaer Spargrund (Laubwald unter Naturschutz) auf
Eichenmisteljagd - auf einer Eiche habe ich eine abgebrochene Mistel entdeckt -
kann aber durch den letzten Sturm angeweht worden sein ... dann hätte der Sturm
Kyrill die Mistel aber von einer im dichten Laubwald stehenden, 30m entfernten
Linde aus westlicher Richtung anwehen müssen ... das könnte allerdings passiert
sein. |
Ich werde sicher noch mal mit dem Fernglas losziehen und die Sache weiter
beobachten.
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Misteln auf einer Roteiche |
Diese Misteln (oben links im Geäst) - ich weiß
nicht, ob es eine Eichenmistel ist - habe ich Februar 2007 in
Dresden-Zschachwitz auf der Dieserwegstrasse fotografiert.
Beobachtet habe ich sie drei Exemplare auf einer Roteiche dort sicher schon drei
Jahre ...
Fotos oben und links 02/2007
Infos auch
im Blog
Der Gedanke steht natürlich nahe, das die Eichenmistel sich Mitteleuropa in der
so genannten mittelalterlichen Warmzeit eroberte und sich dann nach der
Abkühlung des Klimas wieder zurückzog.
Demnach wäre die Eichenmistel eine Zeigepflanze für die Klimaerwärmung ...
bleiben wir dran :-) |
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Bild Zeichen Symbol - Bilder und Notizen |
Ein
kleines pictokon-onlinebuch zum Thema Symbole, mit dem Versuch Symbolik unter
verschiedenen Gesichtspunkten zu sehen.
Buch öffnen
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Symbole und Gedankenbilder |
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symbole, gebrauchte bücher
Impressum
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Eine gute Möglichkeit zur
Information über die Grab und Grabmalgestaltung sind die aktuellen
Gartenschauen,
wie BuGa oder Landesgartenschauen. Dort gibt es jeweils Mustergräber mit
gestalteten Grabmalen und jeweils entsprechend der Jahreszeiten
Bepflanzungsbeispiele für Gräber.
Grabausstellungen
Allerdings mau man wissen, dass man bei diesen Ausstellungen
eine Leistungsschau der
Friedhofsgärtner
und Steinmetzen vor sich hat. Nicht selten ist man etwas entmutigt, wenn man
sich die wunderschönen Wechselpflanzungen der Ausstellungsgräber sieht und mit
den eigenen Möglichkeiten vergleicht.
Wer sich über eigene Gestaltungsmöglichkeiten Gedanken macht,
der sollte sich trotz allem den L eitsatz
zu eigen machen: weniger ist mehr ...
Bei der Grabmalgestaltung ist das besonders zu beachten, da
man hier immer wieder zur Überfrachtung der Grabmalgestaltung neigt, ob im Form,
in Beschriftung oder manchmal auch in der Symbolik.
Bei der Herangehensweise, ein Grabmal zu entwerfen, solltest
du dir immer vor Augen halten, dass so ein Grabdenkmal wirklich auch ein Denkmal
ist.
Es
soll an das Leben des verstorbenen erinnern und für ihn sprechen.
So wie im Leben manchmal Blumen oder eine schöne Melodie
helfen einem schwierigen Gedanken Ausdruck zu verleihen, so kann das auch ein
Grabmal - aber in Harmonie der
Proportionen und Einfachheit ...
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