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Grab und Grabmal
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1. sibirerischer Tierstil: Tiger mit Geweih |
Der Tierstil ist ein Kunststil der vorgeschichtlichen Nomadenstämme Eurasiens.
Es ist durchaus möglich, dass diese stilistische Form zuerst als Körperbemalung
Anwendung fand - also wären nach dieser (meiner) Theorie die Ursprünge der
Tierstil-Motive in den Tattoos-Motive zu finden ...
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Interessant ist allerdings, dass die Goldplastiken der genannten Steppenvölker
weitestgehend zweidimensional, also flächig gefertigt sind. Damit sind diese
goldenen Tierdarstellungen mehr Bilder, als Plastiken - also in Gold gegossene
Bilder.
Auch kann vom Stil eines prähistorischen Künstlers geschlossen werden, ob seine
Stilistik etwa Ursprünglich von der Schnitzkunst übernommen wurde, oder ob man
seine Kunstwerke sonst in Stein meißelte oder ritzte. Es kann auch eine
ornamentale Webkunst Pate gestanden haben, oder aber: es ist ein rein
malerischer Stil. Letzterer scheint es am ehesten zu sein, doch fragt man sich,
worauf gemalt wurde.
War es Stoff, Filz, Leder oder Holz? Tatsächlich sind Tierstil-Malereien auf
all diesen Materialien bekannt. Doch die die ständig umherziehenden und raubenden Reiterstämme
hatten für ihre Kunst ihr wohl bedeutendstes Medium der Kunstdarstellung, ihre
eigene Haut:
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2. Tattoo-Motive im Tierstil |
Jeder "Kunststil" wird davon geprägt, mit
welchen Medien und Materialien gearbeitet wird.
Die Körperbemalung ist zwar flächig, doch wirkt sie am besten dort, wo die
Körperoberfläche plastisch ist. |
Bildquellen und Literatur:
Burchhard Brentjes, Der Tierstil in Eurasien Leipzig 1982 Bilder: 1,3,4,5,6
Burchard Brenthes, Rätsel aus dem Altertum Leipzig 1980 Bild: 2
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3. prähistorische:
Tattoo-Motive |
Die Wirkung der Armbemalung (bild
oben) als flächiges Bild ist natürlich nicht so wirksam, wie am Körper ...
Abgebildet sind Tiger, Raubkatzen, Steinböcke und Gazellen
Der Tiger ist ein Symbol von Königswürde, Stärke - doch auch von Grausamkeit. |
Symbol: Tiger - der Tiger ist für sich eine merkwürdige Symbolgestalt,
denn er zeigt zwei grundverschiedene (solare und luneare) Eigenschaften - in
China auch im Zusammenhang von Yin und Yang. Im fernen Osten ist der Tiger der
König der wilden Tiere, da der Tiger in der Nacht sehr gut sehen kann wird er
als unheilvolle Macht der Finsternis gesehen und ist der Erde (Materie, Yin)
angehörig (chtonisch) - doch der Tiger wird im Osten auch mit Schlangen kämpfend
dargestellt - in diesem Falle stellt er das Lichtprinzip dar (Yang) und steht
für Autorität, für militärische Macht und für den steten Widerstreit der
Polaritäten ...
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4. Der Tiger im Kampf mit dem
Steinbock |
Der Tiger (Tag) kämpft gegen den Steinbock
(Nacht) - doch der Tiger trägt selber das unheivolle der Nacht in sich ... |
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5. häufiges Motiv: Tierkampf |
Häufige Motive im Tierstil sind kämpfende Tiere, wie hier Greif und Elch.
Im Grunde sind dies alles dualistische Symbole und selbst als Einzelwesen (Bild
ganz oben: Tiger mit Hirschgeweih) tragen diese dualistische Züge und befinden
sich im ständig währendem Kampf der Gegenpole (Licht, Finsternis). usw. |
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6. Greif und Steinbock |
Der Greif ist ein Fabelwesen mit dem Kopf und
den Klauen eines Adlers in Verbindung mit dem Körper eines Löwen oder Tiger,
meist dargestellt mit Flügeln. (In der Heraldik, der Wappenkunde, auch ohne
Flügel).
Der Greif ist das Licht-Symbol der der Morgendämmerung, der Elch jedoch ein
Symbol für übernatürliche unheimliche Mächte (Nacht) und für den Sturmwind (das
Chaos). |
Bei weiteren Recherchen stellte ich fest, dass die unterlegenen
Tiere (Elch und Steinbock) ähnlich dem Steinbock (wie auch Gazellen, Hirsche oder Antilopen in anderen
Kulturen) in der alten Symbolsprache für unheilvolle Mächte stehen (typhonische
Mächte-Hydra), deren Attribute Sturmwetter, also chaotische Mächte sind. (So ist
etwa die Gazelle Attribut der sumero-semitischen Astart-Gottheit und von Tesub, dem
churritischen Gott der Stürme)
Fragt man sich nun nach der Tier-Symbolik der Tattoos jener Reitervölker, so
werden die Träger dieser Körperbemalungen den Sinn dieser Symbolik sicher nicht
im wissenschaftlichen Sinne benutzt haben - für sie waren es einfach nur Zeichen
der Macht und Stärke.
Tiersymbolik und Tier-Stilistik
ist in jenen Völkerschaften ein Ausdruck der erlebten Unmittelbarkeit. Die
Menschen waren in ihrer Kultur kannsten nicht unsere heutige
Sicherheitsmentalität . Sie lebten ständig in Gefahren von Krieg und Krankheit
und waren der Unmittelbarkeit der Natur im vollem Maße
ausgesetzt.
Die kriegerischen Steppenvölker - die keine festen Städte
kannten und deren Dasein völlig auf die Gegenwart fixiert war haben sich dann
wohl naturgemäß mit denjenigen Zeichen und Symbolen geschmückt, welche ihrem
Leben am besten entsprachen - und das ist eben dieser Tierstil.
Dieses spezielle kulturgeschichtliche der Steppen-Tattoos ist hier natürlich nur
kurz angerissen und es wäre sicher interessant das Thema zu vertiefen, etwa in
wie weit hier auch der Schamanenglaube hineinspielt, oder die Erfahrungen von
Trancezuständen. Bekanntlich nutzten die Skythen die berauschende Wirkung von
Hanfsamen in ihren Saunazelten. Man warf die Samen in der Sauna auf erhitzte Steine und genoss
gemeinschaftlich diese Prozedur. In wieweit solches Rauscherleben die Kunst jener
Menschen beeinflusste, werde ich sicher noch näher beleuchten ...
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Tierstil in der Grabmalgestaltung? |
Ich informiere hier im "Symbol-Lexikon"
vorzugsweise zur Symbolik für die Grabmalgestaltung, wobei diese immer mit der
aktuellen Bildsprache der Menschen zu tun hat.
Es stellt sich vielleicht auch mal in der Praxis die Frage, ob man
Tatto-Vorlagen - oder besser gesagt: Tierstil-Vorlagen - auch in Stein hauen
kann ... ?
Theoretisch schon, wenn das gewählte Symbol Sinn und Ziel hat und wenn es nicht
auf den Stein "gemalt wird" ... wenn es der Steinkünstler in eine
halbplastischen Arbeit umsetzen kann, dann wäre es sicher ok. ...
doch ich betone das "wenn" ;-)
Bild: halbplastische Sandsteinarbeit |
Unsinnig sind reine Malereien, oder Zeichnungen auf Stein überhaupt, denn das
Grabmal ist kein zweidimensionales Blatt Papier, sondern körperhaft. Auf den
untenstehenden Bildern kannst du noch einmal einen halbplastischen Kunststil und
einen rein malerischen Stil vergleichen. "Gemalt" wird auf Papier, Stoff (oder
Haut) - für Holzschnitzereien oder Steinarbeiten eignen sich mehr die etwas
abstrahierten, stilistisierten ornamentalen Formen
--> Bild oben und unten :-)
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Tierstil: Eidechsen |
Halbplastische Schnitzarbeiten der Dogon
(Afrika) auf einer Tür.
Die Eidechse hat in der afrikanischen Symbolik (sowie in der griechischen) ist
sie meines Wissens ein positives Symbol und steht für Glück und göttliche
Weisheit.
(Die Eidechse ist ein Attribut von Serphis und Hermes) |
Zum Bild: moderne Schnitzarbeit der Dogon, Mali (Westafrika) Ebenholz/1999
Ausstellung im
Daetz-Zentrum Lichtenstein (auch Bild unten)
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"Glücksbringende Goldfische" |
Goldfische in einem rein malerischen Stil, der
als Malerei etwa auch als Tattoo umgesetzt werden könnte, doch sicher nicht als
plastisches Relief ...
Bild: Seidenbatik aus Indonesien (Bali) |
Bildquellen und Literatur:
Burchhard Brentjes, Der Tierstil in Eurasien Leipzig 1982 Bilder: 1,3,4,5,6
Burchard Brenthes, Rätsel aus dem Altertum Leipzig 1980 Bild: 2
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Mystische
Symbole, Symbole, Symbolik für Grabmal, Grabstein, Grabmale, Naturstein, Gartenplastiken
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Impressum
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Eine gute Möglichkeit zur
Information über die Grab und Grabmalgestaltung sind die aktuellen
Gartenschauen,
wie BuGa oder Landesgartenschauen. Dort gibt es jeweils Mustergräber mit
gestalteten Grabmalen und jeweils entsprechend der Jahreszeiten
Bepflanzungsbeispiele für Gräber.
Grabausstellungen
Allerdings mau man wissen, dass man bei diesen Ausstellungen
eine Leistungsschau der
Friedhofsgärtner
und Steinmetzen vor sich hat. Nicht selten ist man etwas entmutigt, wenn man
sich die wunderschönen Wechselpflanzungen der Ausstellungsgräber sieht und mit
den eigenen Möglichkeiten vergleicht.
Wer sich über eigene Gestaltungsmöglichkeiten Gedanken macht,
der sollte sich trotz allem den L eitsatz
zu eigen machen: weniger ist mehr ...
Bei der Grabmalgestaltung ist das besonders zu beachten, da
man hier immer wieder zur Überfrachtung der Grabmalgestaltung neigt, ob im Form,
in Beschriftung oder manchmal auch in der Symbolik.
Bei der Herangehensweise, ein Grabmal zu entwerfen, solltest
du dir immer vor Augen halten, dass so ein Grabdenkmal wirklich auch ein Denkmal
ist.
Es
soll an das Leben des verstorbenen erinnern und für ihn sprechen.
So wie im Leben manchmal Blumen oder eine schöne Melodie
helfen einem schwierigen Gedanken Ausdruck zu verleihen, so kann das auch ein
Grabmal - aber in Harmonie der
Proportionen und Einfachheit ...
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