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Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke


 

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Gedichte Herbstgedicht von Rainer Maria Rilke
Gedichte Herbstsonnenschein von Johannes Schlaf
Gedichte Herbstbild von Friedrich Hebbel

Gedichte hier auf der Homepage:
 
Herbstbild (Herbstgedicht)
Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

Friedrich Hebbel
1813 - 1863

Herbstsonnenschein

Herbstsonnenschein,
Der liebe Abend lacht so still herein,
Ein Feuerlein rot
Knistert im Ofenloch und loht.

So! - Meinen Kopf auf deinen Knien,
So ist mit gut;
Wenn mein Auge so in deinem ruht.
Wie leise die Minuten ziehn! ...

Johannes Schlaf

Hälfte des Lebens

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See,
Ihr holden Schwäne;
Und trunken von Küssen
Tunkt ihr das Haupt
Ins heilignüchterne Wasser.

Weh mir, wo nehm' ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.

Friedrich Hölderlin

Eines der schönsten Sommergedichte

Klingt im Wind ein Wiegenlied,
Sonne warm hernierdersieht;
Seine Ähren senkt das Korn;
Rote Beere schwillt am Dorn;
Schwer von Regen ist die Flur -
Junge Frau, was sinnst du nur?

Theodor Storm

Sommergedicht von Ina Seidel

Herbstgedichte
Liebesgedichte Liebesgedichte

Liebesgedichte Nachts
Wie sanft die Nacht dich zwingt zur Ruh,
Stiller werden des Herzens Schläge;
Die lieben Augen fallen dir zu,
Heimlich nur ist die Sehnsucht rege.
Halbe Worte von süßem Bedeuten
Träumerisch über die Lippen gleiten.

Theodor Storm

Liebesgedichte Ich liebe dich
Ich liebe dich, ich treibe Kinderpossen,
Du lächelst nur, was dir so reizend lässt;
Ist denn das Märchenreich, das uns umschlossen,
Der Kindheit letzter, wunderbarer Rest?

Theodor Storm

Liebesgedichte Noch einmal!
Noch einmal fällt in meinen Schoß
die rote Rose Leidenschaft;
noch einmal hab ich schwärmerisch
in Mädchenaugen mich vergafft;
noch einmal legt ein junges Herz
an meines seinen starken Schlag;
noch einmal weht an meine Stirn
ein juniheißer Sommertag.

Theodor Storm

Liebesgedichte Schlag ihn tot.
Wenn du zauderst und in Angst
Vor dem Nebenbuhler bangst,
Laß das Lieben, Laß das Küssen!
Lieben heißt aus Feuergüssen
in verschwiegne Mondesnacht
Unversehrt den Raub gebracht.

Zipfelt hinter jenem Baum
Deines Mitbewerbers Saum,
Höhnisch lach dem Sich-Verberger,
Daß er stickt vor Wut und Ärger:
Tigert er auf dich hinaus,
Tatz ihn! Wie die Katz die Maus.

Laß ihn liegen. Rotes Blut
Düngt die Erde gern und gut.
Dann im dunklen Frühlingsgarten
Wird dein Mädchen dich erwarten
Und empfängt den stolzen Herrn -
Zärtlich grüßt der Liebesstern.

Detlev von Liliencron

Liebesgedichte Verbotene Liebe

Die Nacht ist rau und Einsam,
Die Bäume stehn entlaubt.
Es ruht an meiner Schulter
Dein kummerschweres Haupt.

Der Fuchs schnürt durch die Felder;
Wie ferne ist der Feind.
Gleichgültig glänzen Sterne;
Dein schönes Auge weint.

Du brichst ein dürres Ästlein,
Das ist so knospenleer,
Und reichst mir deine Hände -
Wir sahn uns nimmermehr.

Detlev von Liliencron



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