Vor einigen Jahren habe ich mich eingehender mit der Haltbarkeit von Pflasterbelägen
beschäftigt. Ich hatte beobachtet, dass einfachste Natursteinpflasterungen bedeutend
haltbarer sind als Beton-Verbundpflasterflächen.
Ein Hauptkriterium der
Festigkeit von Pflasterbelägen ist die
Beschaffenheit Fläche der Steinunterseiten im Verband -
oder anders gesagt: Die einzelnen Steine müssen sich auf der
Unterseite mit der darunter liegenden Bettungsschicht verzahnen.
Betonpflasterverbände sind
auf der Unterseite völlig glatt und
liegen
ähnlich einem Teppich auf glattem Parkett. Durch seitliche
Schubkräfte schiebt sich der Pflasterverband leicht auf, und
ein seitlicher Verbund kann diesen wirkenden Kräften nicht immer
ausreichend
Widerstand leisten ...
schadhafte
Pflasterfläche aus Betonpflaster
Schäden einer
Verbundpflasterung auf einem Parkplatz. Die
Verbundwirkung besteht immer nur in in einer seitlichen
Richtung und nicht mit dem Unterbau.
Aus einem Gutachten: Neben der Asphaltbauweise kommt im kommunalen Straßenbau Deutschlands der Flächenbefestigung mit Pflasterdecken die größte Bedeutung zu. Zukünftig ist zu erwarten, dass aufgrund politischer und gesellschaftlicher Vorgaben der Anteil der Pflasterbefestigungen am Gesamtstraßennetz noch steigen wird.
Das Regelwerk zur Ausbildung der Pflasterbefestigungen beruht jedoch immer noch im wesentlichen auf Erfahrungswerten, die allerdings auf heutige Verhältnisse aufgrund veränderter Rahmenbedingungen nur noch bedingt anwendbar sind. Daher treten derzeit vermehrt Schadensfälle auf, deren Ursachen nicht immer eindeutig geklärt werden können.
Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr sollten daher die Auswirkungen dynamischer Radlasten auf Pflasterbauweisen ermittelt werden. Im Anschluss an Untersuchungen der TU Dresden und der Universität Stuttgart/TU Braunschweig erfolgte die Untersuchung des Spannungs- und Verformungsverhaltens an 29 verschiedenen Pflasterbefestigungen unter dynamischer Belastung im Technikumsmaßstab der Straßenprüfmaschine der RUB.
Die Druckspannungen, die ein im Richtungsverkehr rollendes und mit vier Tonnen belastetes LKW-Einzelrad während des Fahrbetriebes von 15.000 Überrollungen auf die Befestigungen ausüben, wurden in verschiedenen Tiefen gemessen. Weiterhin wurden die Verformungen an der Pflasteroberfläche sowie der Schubwiderstand der Pflasterdecke, der mit Hilfe eines "Spreizversuches" ermittelt wurde, erfasst. Variiert wurde im Rahmen des Versuchsprogrammes das Tragschicht- und Bettungsmaterial, das Fugenmaterial in Abstimmung mit dem Bettungsmaterial, die Form und das Material der Pflastersteine sowie der Verband.
Mit den Ergebnissen der Untersuchungen konnte das Spannungs- und Verformungsverhalten der betrachteten Pflasterbauweisen unter dynamischer Beanspruchung detailliert beschrieben werden. Zusammenfassend führte die Auswertung der Untersuchungsergebnisse zu folgenden Aussagen:
vertikale Belastungen:
Der Standfestigkeit und Steifigkeit des Tragschichtmaterials ist ein dominierender Einfluss auf den vertikalen Verformungswiderstand zuzuschreiben.
Dabei führen erwartungsgemäß gebundene Tragschichten zu einer Verbesserung der Tragfähigkeit der Befestigung.
Dem Einfluss des Bettungsmaterials ist eine geringere, aber trotzdem nicht vernachlässigbare Bedeutung zuzumessen.
Einflüsse der Steinform und -materialien sowie der Art des Verbandes konnten zwar festgestellt werden, beeinflussen aber im Rahmen der Randbedingungen der Straßenprüfmaschine nur unmaßgeblich den vertikalen Verformungswiderstand.
(Die geringsten Vertikalverformungen traten bei Pflasterdecken mit Rechtecksteinen auf. Der Unterschied zum Verbundpflaster konnte deutlich belegt werden. Der große Verformungswiderstand von Pflasterdecken mit quer verlegten Rechtecksteinen überrascht, da die Auflagefläche dieser Steine geringer ist und die Entstehung einer Verbundwirkung aufgrund der rechtwinkligen Seitenflächen gegenüber Verbundpflaster erschwert wird.)
horizontale Belastungen:
Der horizontale Verschiebungswiderstand wird dagegen maßgeblich von den Einflussfaktoren Steinform, Steinmaterial und Art des Verbandes bestimmt. Einflüsse des Tragschicht- und Bettungsmaterials sind von untergeordneter Bedeutung. Die Auswertung der bleibenden Vertikalverformungen ergab, dass sich bei dynamischer Beanspruchung eine Spurrinne im belasteten Bereich und Hebungen im unbelasteten Bereich der Fahrbahn ausbilden.
Die Standfestigkeit des Bettungsmaterials kann durch die Wahl geeigneter Mineralstoffe beeinflusst werden. Gebrochenes und splittreiches gröberes Material mit abgestufter Korngrößenverteilung wirkt sich dabei positiv aus.
Durch die Verwendung von Verbundsteinen konnte nicht immer eine positive Beeinflussung des horizontalen Verschiebungswiderstandes festgestellt werden.
Der Einsatz von Rechtecksteinen aus Klinker kann gegenüber Betonsteinpflaster zu einer Verringerung des horizontalen Verschiebungswiderstandes führen.
Die Verlegung von Pflaster im Läuferverband längs zur Fahrtrichtung wirkt sich negativ auf den Schubwiderstand der Befestigung aus.
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aus dem Bilder-Archiv:
Garten Landschaftsbau: Beton
Betonpflaster muss nicht immer grau sein. Hier ist es bunt.
Entscheidend für das Aussehen einer Fläche ist auch das Muster der Pflasterung.
Kleinere Mosaikpflaster können in Bögen oder Kreismustern verlegt werden. Bei
größeren Pflasterformaten sind ruhige Strukturen angebracht.
Trick: die
Mischung mit Natursteinpflaster macht das
Betonpflaster noch edler.
Hier
ein Beispiel, wie Beton zum Einsatz kommen kann, ohne das man
die Schwere, die man dem Betonmaterial zuschreibt noch
bemerkt. Natürlich eignen sich solche Wände hervorragend um
Clematis, Lonicera oder Rosen mit dem Kunststein zu verbinden.
Mal
eine etwas ausgefallene Idee, aber praktisch: Gartenliegen,
die nicht ständig herumgeräumt werden müssen ...
Das ist eine Betonmauer, die auf der einen Seite mit
horizontalen Holzlatten verkleidet wurde. Die Sichtschutzmauer
ist aus Ortbeton gefertigt und mit grobem Kies und gefärbtem
Beton gemischt. So entsteht
eine
interessante Oberfläche mit Licht-Schatten-Wirkungen, wenn die
Sonne seitlich die Betonoberfläche bescheint.
Stelenförmige, gestaltete Betonelemente, die auch als
Sichtschutz fungieren können. In dieser Anordnung sind
sie
Blickschutz, bleiben aber transparent.
Die
Betonelemente wurden auf der Rechberghausener Gartenschau 2009
ausgestellt. Unten sind sie noch einmal im Video zu sehen:
Das
ist einmal etwas Selbsterfundenes. Ein Kompostplatz im Garten aus
Rasenkantensteinen. Die Betonelemente sind an einem
Gestell aus
Edelstahl angeschraubt. Im Sommer werden hier Kürbisse
gezüchtet ;-)
Hier
noch einmal ein Bild zum Thema Wegebau mit Betonpflaster. Die
Treppenstufen wurden flach gehalten. Stufen werden um so
breiter gebaut, je flacher sie gehalten sind.
Länge und
Breite einer Treppenstufe richtet sich nach dem Schrittmaß des
Menschen und sollte auch genau eingehalten werden, sonst
stolpert man dauernd und weiß nicht warum.
Schrittmaß Berechnung
Auch das ist Beton. Hochwertige Ausführung und
Oberflächenbearbeitung macht die dünnwandige Verarbeitung
möglich.
Beton und Bambus. Bambus wirkt leicht und transparent. Hier
überträgt sich diese Eigenschaft des Bambus`auf die
Betonmauer. Optisch wird sie leichter. 5/11