Kirschlorbeer-Hecken

Prunus laurocerasus 'Zabelina'

'Zabelina` ist schon eine gewisse Besonderheit unter den Kirschlorbeersorten, was die Wuchs- und Blattform dieser Pflanze betrifft. Sie ist ein immergrünes, breitbuschiges und dicht verzweigtes Gehölz mit leicht überhängenden Ästen. Der Strauch wird mit der Zeit etwa 2 m hoch und mitunter 3 mal so breit. Für geschnittene Hecken wird die Sorte jedoch kaum verwendet, was aber weniger mit ihrer Wuchsform zu tun hat. Die Blattform ist es, die sie für geschnittene Hecken ungeeignet macht. Die länglichen, sehr spitzen Blätter würden durch regelmäßigen Schnitt ständig zerteilt, was sie sehr unschön aussehen lässt. 'Zabelina' hat von allen Lorbeerkirschen die schmalsten Blätter. Diese sind dunkelgrün und bis 12 cm lang, schmaleiförmig bis lanzettlich und laufen in scharfe Spitzen aus. 

Prunus laurocerasus 'Herbergii'

Im Prinzip kann man jedes Gehölz durch regelmäßigen Schnitt zu einer Hecke gestalten.  Lässt man beispielsweise eine Rotbuche ungehindert wachsen, so wird sie bis zu 30 m hoch, doch mit dem nötigen Heckenschnitt kann sie auf 1m Höhe gehalten werden. Es gibt aber auch Gehölze, die von Natur aus nicht gar so hoch werden und z.T. auch schmal bleiben. Bei diesen Gehölzen ist es dann nicht so schlimm, wenn beispielsweise der Herbstschnitt mal nicht geschafft wurde. Wird dieser dann im Frühjahr nachgeholt, haben die Äste noch nicht so stark zugelegt und können wieder in Form gebracht werden. Dazu gehört die Kirschlorbeer-Sorte Prunus laurocerasus 'Herbergii'.

Otto Luyken Kirschlorbeer

Der frosthärteste Kamerad unter den Kirschlorbeersorten ist vermutlich 'Otto Luyken'. Das zeigt auch dieses Foto, das ich im Erzgebirge aufgenommen habe, wo ja bekanntlich kein mildes Klima herrscht. Hier bei uns in Sachsen sind die Winter doch schon ein wenig kontinental. Diese Sorte ist ein immergrüner und ohne Heckenschnitt ein breitbuschiger und dicht verzweigter kleiner Strauch mit etwas ansteigenden Ästen und nach oben gerichteten Blättern. In der Form einer Hecke hat 'Otto Luyken'* die Besonderheit, dass er nicht so extrem starkwüchsig wie andere Sorten ist und demzufolge nicht so oft geschnitten werden muss.

Kirschlorbeer

Möchte man selbst Kirschlorbeer vermehren, so rate ich zur Vermehrung durch Ableger. In den Baumschulen vermehrt man im späten Sommer mit ausgereiften Stecklingsmaterial (späte Sommerstecklinge) oder es werden "Winterstecklinge" geschnitten. Die Bewurzelung findet im Gewächshaus statt – meist unter Sprühnebel und ohne Bewurzelungspulver. Doch für den Laien ist die Ablegermethode praktischer und nicht schwer.

Kirschlorbeerhecke geschnitten

Diese Kirschlorbeerhecke wurde im Herbst zu spät geschnitten*. Das erkennt man daran, dass nicht noch einmal neue Blätter austreiben konnten, die die unschön halbierten Blätter überdecken. Wird im Herbst der Kirschlorbeer sehr spät geschnitten, so ist die Hecke zwar sehr akkurat in Form, doch viele der länglichen Blätter sind unschön halbiert worden und verbleiben so bis zum Mai des kommenden Jahres. Sieben Monate hat man dann also eine Hecke mit zerstückelten Blättern :-/