Rosenüberwinterung
Winterschutz. Zu viel schadet nicht.
Winterschutz. Zu viel schadet nicht.

Will man lange Freude an seinen Rosen haben – und so ein Rosenstock kann schon einige Jahrzehnte alt werden – so muss man sich gut um sie kümmern. Und gerade der Königin der Blumen sollte man diesen Grad an Zuwendung und Pflege im Besonderen zukommen lassen. Wie jede Pflanze benötigt auch die Rose ihre ganz eigenen Voraussetzungen auf Beet und Rabatte damit sie gut gedeiht und üppige Blüten hervorbringt.

Pflanzung

Wurzelnackte Rosen, wie man sie häufig im Handel zu kaufen bekommt, werden, wie alle Gehölze, im Herbst oder im Frühling gepflanzt. Die beste Zeit dafür ist der Spätsommer/zeitige Herbst, weil dann die Setzlinge noch bis zum Winter Faserwurzeln bilden können. Sonst wird besser im Frühjahr (März/April) gepflanzt, wenn der Boden nicht mehr nass ist. Es gibt auch Rosen in Töpfen und Containern, die vom Frühjahr bis zum Herbst gepflanzt werden können.

Wer wurzelnackte Rosen kauft, sollte darauf achten, dass auf dem Weg von der Baumschule bis nach Hause (und bis zur Pflanzung) die Wurzeln der Rosen niemals austrocknen. Das Wichtigste bei der anschließenden Pflanzung ist, dass die Veredlungsstelle am Rosenbusch etwa 5 cm unter die Erde kommt. Vor dem Einpflanzen werden zu lange Wurzeln gekürzt (auf 20 cm). Beim Einpflanzen ist darauf zu achten, dass die Wurzeln nicht umgebogen werden. Demnach sollte das Pflanzloch etwa 30 cm tief sein.

Niedrige Büsche werden mit 35 cm Abstand gesetzt; Hochstammrosen mit 1 m Abstand.

Standort

Rosensorte Bernstein im GartenDie Sorte 'Bernstein'Sonne wird gemacht, jedoch keinen Wärmestau, etwa vor Häuserwänden. Optimal sind Temperaturen von 15 bis 22°C. Du merkst sicher schon: Rosen sind etwas wählerisch. Sie mögen es nicht zu nass aber auch nicht zu trocken, nicht zu warm und nicht zu kalt. Auch sollten sie nicht im Wurzelbereich großer Bäume stehen. Ein luftiger Standort wird ebenfalls empfohlen.

Der Boden

Der optimale Boden ist ein humus- und mineralstoffreicher, lockerer und tiefgründiger Lehmboden. Kalte und nasse Böden (kalte Tonböden) sind schlecht. Diese Böden können mit etwas Mühe und mit Kompost, Stalldung oder Torf aufgewertet werden. Rosen lieben einen schwach sauren Boden: pH-Wert 5,5 bis 6,5. Also Rosen nicht mit Kalk düngen!

Pflege

Damit die Gehölze kräftig und gesund wachsen, sollte man während der Frühlings- und Sommermonate den Boden rund um die Pflanze unkrautfrei halten und regelmäßig lockern und wässern.

Pflanzenschutz

Pilzkrankheiten: Mehl- und Sternrußtau sind Pilzkrankheiten, von denen viele Rosensorten befallen werden können. Sollten die Blätter von Sternrußtau geplagt werden – man erkennt dies an violett-bräunlich-schwarzen, runden Flecken auf den Blättern, die diese nach einigen Tagen gelb werden und abfallen lassen – so sollte man die befallenen Blätter und Triebe entfernen (möglichst verbrennen). Eine weitere Gegenmaßnahme ist, mit Kalidünger düngen, da dieser das Verholzen des Rosenstocks begünstigt, was wiederum dem Mehltau weniger Angriffsfläche bietet. Dabei aber immer die Anwendungsanleitung auf der Verpackung beachten und niemals zu viel düngen.

Blattlaus: Auch sie ist ein nicht gern gesehener Geselle.

Besonders bei anhaltender trockener Witterung werden die jungen Triebe, Blätter und Knospen unserer Rosen mitunter massenhaft von Blattläusen befallen.

Sie könne, gerade wenn sie in großer Zahl auftreten, der Pflanze wichtige Stoffe entziehen. Durch regelmäßiges Spritzen mit Insektiziden (aus dem Handel) kann man die Schädlinge innerhalb einiger Tage vertreiben. Besser und verträglicher finde ich aber alternative Blattlausvernichtungsmittel.

Düngung

Bunte RosenrabatteGesunde, gut gepflegte und gedüngte PflanzungDas Geheimnis üppig blühender Stauden- oder Rosenrabatten ist die regelmäßige Düngung. Wenn ich sonst selten irgendwelche Spezialdünger verwende, so hat sich nach meinen Erfahrungen bei Rosen ein spezieller Rosendünger am besten bewährt. Dieser scheint auch gut für Lavendel bzw. für alle gängigen Begleitpflanzen zu sein. Optimal ist es, das Gehölz vor dem Austrieb im Frühjahr und später noch einmal im Juli und im August zu düngen. Wichtig sind immer die Anwendungshinweise auf den Verpackungen. Rosen niemals überdüngen! Nach der Blüte, im Spätsommer empfehle ich eine Gabe von Kalidünger. So reifen die Triebe besser aus, was die Winterhärte fördert.

Hinweis: Neu gepflanzte Rosen werden nicht gedüngt!

Rückschnitt

Der Rückschnitt der Stöcke erfolgt im Frühjahr, dabei werden die Rosen auf 4 – 6 Augen (das sind die Knospen) zurückgeschnitten (siehe 1 und 2). Die Äste dürfen dabei weder zu gerade noch zu steil abgeschnitten werden - hierzu (6): links und rechts: falsche, mitte: richtig

Überwinterung

Rosen Schnitt ZeichnungWichtig ist ein guter Frostschutz. Die Rosen werden mit Erde angehäufelt, etwa 20 cm hoch und nicht zu zeitig; Ende November genügt. Wenn es frostfrei ist, geht es auch noch im Dezember. Sinnvoll ist, beim Anhäufeln gleich Komposterde oder verrotteten Mist zu verwenden, denn der kann im Frühjahr dann als organischer Dünger eingearbeitet werden.

Die Kronen von Hochstammrosen werden im Winter niedergelegt: Entweder unter die Erde oder angehäufelt über der Erde (3). Beim Niederlegen ist darauf zu achten, dass der Stamm über die Veredlungsstelle hinweg niedergelegt wird und nicht so, dass der Stamm an der Veredlungsstelle ausbricht (4).

Eine weitere Möglichkeit ist es, den Stamm in einem luftdurchlässigen Sack einzubinden.


Literatur & Quellen: Gottschalk, W.: Ratschläge für den Rosenfreund, Neuman Verlag Leipzig, 1988.