Hortensien blühen nicht - was tun? Pflegeanleitung für Topfhortensien. Tipps zum Schneiden, Überwintern und zum richtigen Standort.Hortensien [Topfhortensien] sind sehr beliebt und heute gibt es viel schöne Sorten, welche im Vergleich zu früheren Bauernhortensien [wie sie unsere Großeltern kannten] viel robuster und somit auch pflegeleichter sind. Trotzdem treten immer wieder Fragen zur Pflege auf. Vor allem: "wann und wie sollte man Hortensien schneiden?" - "Wie sollte man Topfhortensien überwintern?" und "kann man sie im Garten eingepflanzt lassen?" oder: "meine Hortensie blüht nicht - was kann ich tun?" Um mich über die Kultur von altbekannten Gartenpflanzen zu informieren, lese ich oft Pflegeanleitungen aus älterer Zeit, zu der die Pflanzen meist noch viel anfälliger waren als heute. Und so habe ich hier ein Pflegeanleitung zu Hortensien zusammengestellt, die aus alten Gartenbüchern schöpft: Hydrangea macrophylla sind die beliebten Gartenhortensien [Bauernhortensien, Bauerngartenhortensien], welche ihre riesigen Blütendolden in den Sommermonaten entfalten. Durch allmähliches Antreiben lassen sie sich aber auch in den Wintermonaten zur Blüte bringen und so werden sie auch in dieser Zeit viel in den Gartenmärkten angeboten. Wenn man ein paar wenige Hinweise zur Kultur beachtet, dann ist die Pflege nicht aufwendig. Und wenn etwa eine Hortensie nicht blühen will, dann solltest du ganz einfach die folgenden Schritte in der Pflegeanleitung durchgehen und prüfen, wo das Problem liegt. Kurz lässt sich sagen: Hortensien vertragen nicht zu viel Kalk. Sie benötigen zwar im Sommer viel Wasser, doch die Wurzeln dürfen nicht ständig im Wasser stehen. Man schneide die Hortensien nicht im Herbst und nie alle Triebe auf einmal zurück. Die Gartenhortensien können in Gegenden mit mildem Klima direkt in den Garten gepflanzt werden. Üblicher ist jedoch die Kultur in Pflanzgefäßen, wodurch die Hortensien während ihrer Blütezeit dekorativen Kübelpflanzen für die Terrasse sind. Man kann die Hortensien aber auch im Topf überwintern, dann vortreiben und über den Sommer im Garten auspflanzen, um sie dann nach der Blüte wieder in Töpfen auf die neue Gartensaison vorzubereiten. Man gewährt den Hortensien im Sommer bis zur Blüte einen halbsonnigen Standort und setzt sie nach der Blüte der vollen Sonne aus, wo sie dann bei ausgiebiger Feuchtigkeit - und besonders wenn die Pflanze in großzügigen Gefäßen stehen - besser die nächstjährigen Blütentriebe vorbilden. Nach beendeter Blüte schneidet man die abgeblühten Triebe auf zwei Augen zurück, um neues Blühholz zu gewinnen. Nach der Blüte empfiehlt sich auch ein gleichzeitiges Verpflanzen der Hortensien, wobei man das gröbste Wurzelnetz entfernt und den Ballen entsprechend lockert. Als Erde kann man Rhododendronerde mit normaler Blumenerde mischen und etwas Hornmehl zugeben. Auch Kaffeesatz ist ein guter Hortensiendünger, der zugegeben werden kann. Der Boden soll also reich an Humus sein und leicht sauer. Übrigens: obwohl das Verpflanzen auch im Frühjahr ausgeführt werden kann, so ist doch nach der Blüte der bessere Zeitpunkt, um Reservestoffe für die nächstjährige Blüte in der Pflanze aufzuspeichern. Bekannt ist, dass Hortensien auf Kalkboden [der ist aber eher ungünstig] rosa blühen und auf saurem Boden blau. Es ist der Eisengehalt des Bodens, welcher den pflanzen das Himmelblau in die Blüten treibt. Wer blaublütige Hortensien wünscht, der gebe der Verpflanzerde pro Kilo Erde 15 bis 20 Gramm Ammoniak-Alaun oder Eisenfeilspäne bei. Zweckmäßig ist es, die Erde schon einige Monate vor dem Verpflanzen zu präparieren. Es gibt im Handel natürlich auch Eisenhaltige Spezialerde für Hortensien. Letztlich ist es das Zusammenspiel von saurer Erde und Aluminium [Kaliumaluminiumsulfat= Alaunsalz], welches die Blüten blau färbt. Im Herbst werden die ausgepflanzten Hortensien in Töpfe gesetzt und in einem kühlen, möglichst frostfreien Raum überwintert. In den Überwinterungsmonaten werden die Hortensien nur so viel gegossen, dass das Holz und die Triebknospen nicht schrumpfen. Die Blätter werden im Winter gelb und fallen ab und müssen dann entfernt werden, um das faulen der Triebknospen zu verhüten. Im Februar oder März, je nach Temperatur, welche in den Überwinterungsräumen herrscht, beginnen die Hortensien zu treiben und es ist nun Zeit, sie heller zu stellen. Sind die pflanzen während ihrer Ruhezeit nur mäßig oder fast gar nicht zu gießen, so verlangen sie dies jedoch ausgiebig zur Triebzeit, wo sie Triebe und Blüten bilden. Auch eine schwache Düngung ist in dieser Zeit zu empfehlen. Man hüte sich aber anfänglich der Triebzeit zu stark zu gießen, weil dies oft gelbblättrige und anderweitig kranke Pflanzen erzeugt, vor allem dann wenn das Wasser im Ballen stagniert und nicht leicht ablaufen kann. Im April bringt man die Pflanzen dann nach draußen, wenn keine strengen Fröste mehr zu erwarten sind und stelle die Töpfe in lichten Schatten. Jetzt kann auch ein leichter Schnitt erfolgen. So werden etwa zu lange Triebe auf ein drittel im Frühjahr gekürzt und schwaches Holz herausgenommen. Aus den Hortensien lassen sich auch Stämmchen ziehen. Zu diesem Zweck wird der bewurzelte Steckling erst entspitzt [die Haupttriebknospe gekappt], wenn er die gewünschte Höhe des Stammes hat. Alle Seitentriebe werden bis dahin entfernt. Wurzeltriebe lässt man nicht aufkommen. Die Anzucht und Vermehrung der Hortensien geschieht durch Stecklinge im Frühjahr, besser aber im Juli und August. Hierzu verwende man diejenigen Triebe, welche voraussichtlich keine Blüten bringen. Die Stecklinge werden werden unter Beschattung und gleichzeitiger Feuchtigkeit zur Bewurzelung gebracht. Man hüte sich, dieselben welk werden zu lassen, weil in diesem falle die Bewurzelung nur langsam und unregelmäßig vor sich geht. nach U. Bier, praktische Zimmerpflanzenzucht und Pflege nach langjährigen Erfahrungen, Erfurt [1924?] Verlag des "Erfurter Führer im Obst- und Gartenbau" |
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