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Das Grab
Grab und Grabmal /
Pflegeleichte Grabbepflanzung
BuGa 2007
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Das Grabmal
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und Bearbeitung /
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/ Symbol /
christliche
Symbole
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Baumbestattung,
Friedwald,
neu Formen der Bestattungskultur |
Der Mensch ist ein
Suchender ... nicht nur in den Bereichen der
Wissenschaften und der Technik sondern auch in den Fragen
des Lebens und der Kultur.
So waren auch die Bestattungsformen der Mensch über die
Jahrtausende hin Veränderungen unterworfen. Deshalb
wird es uns nicht verwundern, wenn stets nach neuen
Formen der Bestattung gesucht wird. |
Falsche Begriffe:
"Friedwald"
... die Anlehnung an "Friedhof" ist falsch, da der Fried-hof
einen umfriedeten Hof bezeichnet.
Ein Friedwald wäre demnach ein eingefriedeter Wald ...
Falsche Begriffe:
"Baumbestattung" ... besser: "Waldbeisetzung"
Im "Friedwald" werden Urnen beigesetzt und mit einem Baum überpflanzt, oder
die Urne wird in den Wurzelbereich eines vorhandenen Baumes gelegt. Das wird als
"Baumbestattung" bezeichnet.
Bei der Feuerbestattung ist nach der Einäscherung die Bestattung bereits
abgeschlossen.
In der Urne werden dann lediglich die Reste des Kalkskeletts der Knochen
"beigesetzt" - nicht "bestattet" ... Selbst in 1000 Jahren werden diese
Überreste unverändert im Boden zu finden sein - auch dann, wenn die Stelle vormals
mit einem Baum überpflanzt war.
Ich will nicht nur herummeckern: Richtig ist der Begriff "Ruheforst",
den es bereits gibt. In Ordnung ist es auch, wenn man von einer "Waldbeisetzung" spräche.
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keine
Zersetzung der Asche |
Diese 2400 Jahre
alten Aschereste wurden so aus der Erde geborgen, wie sie
in vorgeschichtlicher Zeit beigesetzt wurden.
Die Knochen sind zu Kalk verbrannt, das in dieser Form
nicht durch Wasser löslich ist.
Nach der Verbrennung findet keine weitere Auflösung der
sterblichen Überreste
durch die Bäume statt. |
Unüberlegter Begriff:
"Naturbestattung"
Der nicht weiter definierte Begriff "Natur-Bestattung" ist irreführend, weil
"das Bestatten" eines Toten nichts "Natürliches" ist und nur innerhalb der
menschlichen Gesellschaft praktiziert wird.
Das Bestatten von Artgenossen im Tierreich ist beispielsweise
noch nirgends beobachtet worden.
Eine natürliche Form der Bestattung wäre am ehesten noch die
Erdbestattung - keinesfalls die Feuerbestattung mit anschließender
Aschebeisetzung im Wald.
Natur ist Natur und Bestattung ist Bestattung - ein Menschenwerk.
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"Naturbestattung" im alten Iran? |
In den Gebirgen des
alten Iran gab es eine Bestattungsart, die noch am
ehesten
als Naturbestattung bezeichnet werden könnte - hier wurden die
Toten von den Anhängern des Mazdaismus in sogenannte "Türme
des Schweigens" (Dakhmas) gebracht. Danach hat man die
Leichname den Vögeln überlassen ... |
... die Totenstätten galten als verfluchte Orte, und
nach der alten Religion der
Iraner durften die Leichname nicht mit den reinen Elementen Feuer, Erde oder
Wasser in Berührung kommen. Die trichterartigen Plattformen der Türme besaßen
auf der Oberfläche flache Vertiefungen, in welche
die völlig nackten Leichen von dazu bestimmten Kultdienern in konzentrischen Kreisen hineingelegt wurden:
innen die Kinder, in der Mitte die Frauen und außen die Männer.
Für die zurückgebliebenen Gebeine gab es einen Schacht im Boden.
In dieser Kultur waren die "Türme" regelrecht für die Ausgrenzung der Toten aus
der Gesellschaft bestimmt. Man dachte, dass an diesen Orten teuflische
Geister (Deavas) ihr
Unwesen treiben. Deshalb grenzte man die Verstorbenen aus der Kultur-Welt aus
und überließ sie dem Walten der Natur.
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Der
Friedhof ist ein Schutzraum für die Toten ... |
Haben wir im Beispiel
oben gelesen, dass man die Toten ausgrenzte und
ungeschützt auslieferte, so sind sie in unserem
Kulturraum mitten im Alltagsleben präsent
(Kirchhöfe). Die Toten wurden bisher eben nicht dem
"schutzlosen" Walten der Natur ausgesetzt sondern mit
hohen Mauern umgeben, um Tiere und Unruhe fernzuhalten
... |
... doch der umfriedete Hof ist nicht nur ein Schutz
gegen Tiere sondern er musste in naiven
Vorstellungswelten auch böse Geister fern halten,
was durch die Anpflanzung von Weißdorn noch
verstärkt werden sollte.
Geben wir nun unsere Toten in den freien Wald, dann ist
das ein einschneidender Bruch mit unserer
"althergebrachten" Tradition. Das mag vordergründig nicht
schlimm sein - bleibt nur die Frage, ob dieses
innere Gefühl des Beschützen-wollens so einfach von den
Hinterbliebenen aufgegeben wird ... die Zeit wird es
zeigen.
Kein idyllischer "Wald"
Der Wald als Bestattungsort wird als idyllischer und
romantischer Ort dargestellt. In diesem Falle müsste in
der Zukunft durch drastische Satzungen den
Hinterbliebenen untersagt werden, den Friedwald
aufzusuchen und dort Blumen und Kränze niederzulegen,
zu pflanzen, Grablichter aufzustellen, usw. ...
Auch wenn es verboten wird, werden die Hinterbliebenen es doch tun.
Das führt dann zu ganz profanen Problemen im Wald, denn
z.B. ist das vorhandene Wegesystem nicht für die entsprechenden
Entsorgungsarbeiten geeignet.
Nicht kalkulierte Kosten
In den Folgejahren, in denen Baumpflegemaßnahmen
notwendig werden (öffentliches Gelände), um
die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, steigen die
Kosten der Anlage erheblich.
Wälder für Aschebeisetzungen in Deutschland (2006):
Reinhardswald bei Kassel, Odenwald bei Michelstadt,
Friedwald Hümmel in der Eifel, Friedwald Bramsche im
Teutoburger Wald
PS.
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Trauerbewältigung |
Im Grunde genommen
haben wir es bei der Baumbestattung mit einer reinen
Feuerbestattung zu tun, denn mit der Einäscherung im
Krematorium ist die Bestattung bereits völlig
abgeschlossen.
Ob die Aschereste dann die nächsten 1000 Jahre auf
einem Friedhof liegen oder anderswo, das
ist mehr eine kulturelle Frage und eine Frage der
Trauerbewältigung.
Foto: modernes Krematorium |
Ob eher die traditionellen Friedhöfe oder die
Friedwälder die Funktion der Trauerbewältigung erfüllen können, das wird sich
zeigen.
Zu bedenken ist nur, dass die Wünsche derjenigen, welche sich einmal in
einem Wald beisetzen lassen wollen, die eine Seite ist.Die andere Seite betrifft die Wünsche der Freunde und Angehörigen und die
Verhaltensweise der bestattungspflichtigen Personen. Beide Seiten müssen hier
die neue Form der Trauerbewältigung "zuendedenken "und "zuendeleben" - mehr
wünsche ich mir gar nicht.
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modernes
Krematorium |
Ein modernes
Krematorium.
Wenn es hier auch sehr unromantisch aussieht, so
sollten wir doch an die Arbeitsbedingungen des
Personals denken. |
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Feuerbestattung |
Der Gedanke der
Feuerbestattung hatte sehr oft hygienische Beweggründe
(z.B. in der Antike), doch auch die Transformation des
Körpers im Feuer hin zum Geistigen spielte (z.B. bei den
religiösen Vorstellungen) immer eine Rolle. So
beispielsweise auch in den mehr romantischen
Vorstellungen unserer Vorfahren, welche die
Feuerbestattung vor ca. 100 Jahren wieder
entdeckten. |
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Urnenkapseln ... |
noch ein PS.
Ich lese gerade in der Zeitung, dass auf dem Dresdener Heidefriedhof (ein
Waldfriedhof) auf 1600 m² eine Baumgrabanlage "angelegt" worden ist.
Nun scheinen diejenigen Friedhöfe, die es können, wohl nachzuziehen. Fragt
sich nur, wer die Zeche dafür bezahlt, die Gebührenzahler oder die
Steuerzahler ... (Herbst 2006)
Impressum
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Was
ist ein Grab? Menschliche Gestalt, der irdische Leib muss einmal vergehen: Von
der Erde ist er genommen, zu Erde muss er wieder werden. Deshalb hat der Pfarrer
so gesprochen: "Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub", und hat dann, wie
alle nach ihm, drei Handvoll Erde in die Grube geworfen.
Das Grab ist zunächst der Ort dieser natürlichen Rückverwandlung alles
irdischen Lebens. Die Größe und Mächtigkeit dieses Vorgangs brauchen wir nicht
besonders zu betonen, sondern sie sprechen für sich und werden am besten so
einfach, natürlich und schlicht gekennzeichnet wie nur möglich. Der
Verfallsprozess ist verborgen in der Erde. So, verborgen vor unseren
Augen, ruht nun auch der Tote.
Die
Erde ist im Grunde ein großes Grab, in dem alles jemals auf ihr Lebendige zu
neuem Leben verwandelt wird. Das Grün des Rasens, der Bäume, Sträucher und
Stauden und die Farben der Blüten bedecken die Todesstätte tröstlich und lind.
Ein Grab sollte viel Grün um sich und über sich haben. Das ist die wichtigste
Regel, die es zu beachten gilt.
Alle diese Dinge geben der letzten Ruhestätte das Bild der naturhaften
Vergänglichkeit. Wir setzen dafür leider oft sehr unschöne, dauerhafte
Monumente. Da werden Kieselmuster und Blumenarrangements in geometrischen Formen
auf das Grab gesetzt, und anstelle einer
ruhigen Grünfläche werden mit Sand und Kieselsplitt alle Pflanzen ausgerottet.
Viel Liebe und Fleiß werden an diese Dinge verwandt. Aber wir sollten uns doch
auch einmal
klarmachen,
was mit mancher gut gemeinten Grabpflege und manchem sauberen Schmuck da
eigentlich angerichtet wird. Und auch wenn wir nicht den toten Stein, sondern
die lebendige Blume als Grabschmuck verwenden, was schon um vieles besser ist,
so sollten wir doch kein Spiel daraus machen, wenn wir die Blumen in
geometrische Formen oder feste Einfassungen zwingen. Alles Lebendige, auch die
Blume will sich frei entfalten.
Wer mit dem Gedanken an Tod und Sterben und dem christlichen Glauben vertraut ist, wird
wissen, dass wir die Toten betten in dem Gedanken an die Auferstehung, die uns
in Christus gegeben wird, aber dass von diesem Tode zunächst nichts ausgenommen
ist. Er wird aber zugleich dessen gewiss sein, dass hinter dem Tode nicht das
Nichts, sondern Gott wartet, und dass er da keinen anderen Halt und Trost hat als
Jesus Christus, der für uns den Tod erlitt und für uns das Leben, das neue Leben
heraufgeführt hat. Das Grab ist die Saatkammer Gottes, in der auf die
Auferstehung gewartet wird. Die Grabreihe im Quartier ist wie die Furche, in die
die einzelnen Samenkörner eingelegt sind, und der Friedhof im wörtlichen Sinn
der Acker Gottes [die alte Bezeichnung für Friedhof]. Das müssen wir uns vor
Augen halten, wenn wir rechte Grabgestaltung üben wollen.
der ganze Text
18.4.2012
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