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Tipp  Alternativen zur Bestattung auf dem Friedhof?  Ruhestätten im Wald


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Das Grab
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Das Grabmal
Form / Material und Bearbeitung / Inschrift / Symbol / christliche Symbole

Tipp 

 

Deutscher Wald

Baumbestattung, Friedwald
neu Formen der Bestattungskultur

Der Mensch ist ein Suchender ... nicht nur in den Bereichen der Wissenschaften und der Technik, sondern auch in den Fragen des Lebens und der Kultur.

Auch die Bestattungsformen der Mensch waren über die Jahrtausende hin der Veränderungen unterworfen und so wird es uns nicht verwundern, wenn heute nach neuen Formen der Bestattung gesucht wird ...

 


Gartengestaltung Relativ neu ist die Idee der "Baumbestattung" und sie wurde mit dem Begriff des "Friedwald" in Deutschland bekannt - einer Beisetzung von Urnen in Forstanlagen.

Gartengestaltung Nicht dass ich prinzipiell gegen neue Bestattungsformen  Front machen will, doch wird bei neuen Konzepten nicht immer ausreichend weit in die Zukunft gedacht *** - untenstehend habe ich stichpunktartig meine Ansichten zum Thema dargelegt:

Gartengestaltung Falsche Begriffe: "Friedwald"
... in Anlehnung an "Friedhof" ist falsch, da der Fried-hof einen umfriedeten Hof bezeichnet. 
Ein Friedwald wäre demnach ein eingefriedeter Wald ...


Gartengestaltung Falsche Begriffe: "Baumbestattung"  ... besser: "Waldbeisetzung"
Im "Friedwald" werden Urnen beigesetzt und mit einem Baum überpflanzt, oder die Urne wird in den Wurzelbereich eines vorhandenen Baumes gelegt - was als "Baumbestattung" bezeichnet wird.

Bei der Feuerbestattung ist der nach der Einäscherung die Bestattung bereits abgeschlossen. 
In der Urne werden dann lediglich die Reste des Kalkskeletts der Knochen "beigesetzt" - nicht "bestattet" ... Selbst in 1000 Jahren werden diese Überreste unverändert im Boden verbleiben - auch dann, wenn die Stelle vormals mit einem Baum überpflanzt war.

Ich will nicht nur herummeckern: Richtig ist der Begriff "Ruheforst" - ok. wäre auch, wenn man von einer "Waldbeisetzung" spräche ...

Leichenbrand, Knochenreste aus vorgeschichtlicher Zeit: Kalk

keine Zersetzung der Asche

Diese 2400 Jahre alten Aschereste sind so aus der Erde gekommen, wie sie in vorgeschichtlicher Zeit beigesetzt wurden.

Die Knochen sind zu Kalk verbrannt (Kalziumcarbonat?) und das ist in dieser Form durch Wasser nicht löslich.

Nach der Verbrennung findet keine weitere Auflösung durch die Bäume statt ...

Gartengestaltung Unüberlegter Begriff: "Naturbestattung"
Der nicht weiter definierte Begriff "Natur-Bestattung" ist irreführend, weil "das Bestatten" eines Toten nichts "natürliches" ist und nur innerhalb der menschlichen Gesellschaft praktiziert wird.

Das Bestatten von Artgenossen im Tierreich ist Beispielsweise noch nirgends beobachtet worden.
Eine natürliche Form der Bestattung währe am ehesten noch die Erdbestattung - keinesfalls die Feuerbestattung mit anschließender Aschebeisetzung im Wald.
Natur ist Natur und Bestattung ist Bestattung - ein Menschenwerk.

        

 

Ruine: ein "Turm des Schweigens" - Dakhmas

"Naturbestattung" im alten Iran?

In den Gebirgen des alten Iran gab es eine Bestattungsart, die vielleicht als Naturbestattung bezeichnen könnte - hier wurden die Toten von den Anhängern des Mazdaismus in solche "Türme des Schweigens" (Dakhmas) gebracht und dann hat man die Leichname den Vögeln überlassen ...

... hier galten die Totenstätten verfluchte Orte und nach der alten Religion der Iraner durften die Leichname nicht mit den reinen Elementen Feuer, Erde oder Wasser in Berührung kommen. Die trichterartigen Plattformen der Türme besaßen auf der Oberfläche flache Vertiefungen, in welche von bestimmten Kultdienern die völlig nackten Leichen in konzentrischen Kreisen hineingelegt wurden: innen die Kinder - in der Mitte die Frauen und außen die Männer.
Für die übrigen Knochen gab es einen Schacht im Boden.

In diesem Fall waren die "Türme" regelrecht für die Ausgrenzung der Toten aus der Kultur bestimmt - man dachte, dass hier teuflische Unwesen (Deavas) ihr Unwesen treiben - man grenzte also die Verstorbenen aus der Kultur-Welt aus und überließ sie dem Walten der Natur ...

Friedhofstor und Friedhofsmauer, Reinhardsgrimma

Der Friedhof ist ein Schutzraum für die Toten ...

Haben wir im Beispiel oben gelesen, dass man dort die Toten ausgegrenzt und ungeschützt ausgeliefert, so sind sie in unserem Kulturraum mitten im kulturellen Alltagsleben präsent (Kirchhöfe) und die Toten wurden bisher eben nicht dem "schutzlosen" Walten der Natur ausgesetzt, sondern mit hohen Mauern umgeben, um Tiere und Unruhe fernzuhalten ...

... doch der umfriedete Hof war nicht nur ein Schutz gegen Tiere, sondern er musste in seiner Funktion ältester Zeit auch böse Geister fern halten, was etwa auch die Anpflanzung von Weißdorn bezwecken sollte. Geben wir nun unsere Toten in den freien Wald, dann ist das ein einschneidender Bruch, mit unserer "althergebrachten" Tradition - was vordergründig nicht schlimm sein mag - bleibt nur die Frage, ob dieses innere Gefühl des beschützten-wollen so einfach von den Hinterbliebenen aufgegeben wird ... die Zeit wird es zeigen ...

Gartengestaltung Kein idyllischer "Wald"
Der Wald als Bestattungsort wird als idyllischer und romantischer Ort dargestellt. In diesem Falle müsste in der Zukunft durch drastische Satzungen den Hinterbliebenen untersagt werden, den Friedwald aufzusuchen und dort Blumen und Kränze niederzulegen, zu pflanzen, Grablichter aufstellen ... usw. ...

Auch wenn man es verbietet, wird man es doch tun ...
und dann gibt es ein Problem im Wald - denn dort hat man nicht das nötige Wegesystem für die entsprechenden Entsorgungsarbeiten.

Gartengestaltung Nicht kalkulierte Kosten
In den Folgejahren, in denen Baumpflegemaßnahmen notwendig werden  (öffentliches  Gelände) um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, steigen die Kosten der Anlage erheblich.


***
 So erinnere ich an die "neuen" und romantischen Friedhofskonzepte der 20er Jahre, als die Waldfriedhöfe in Mode kamen.

Heute hat man mit den Waldfriedhöfen riesige Flächen zu bewirtschaften und einen unübersehbaren Baumbestand zu pflegen, was Kommunen oder Kirchgemeinden meist finanziell überfordert.

Wälder für Aschebeisetzungen in Deutschland (2006):
Reinhardswald bei Kassel, Odenwald bei Michelstadt, Friedwald Hümmel in der Eifel, Friedwald Bramsche im Teutoburger Wald

PS.

Krematorium

Trauerbewältigung

Im Grunde genommen haben wir es bei der Baumbestattung mit einer reinen Feuerbestattung zu tun, und mit der Einäscherung im Krematorium ist die Bestattung bereits völlig abgeschlossen.

Ob die Aschereste dann die nächsten 1000 Jahre auf einem Friedhof beigesetzt werden, oder anderswo, das ist mehr eine kulturelle Frage und eine Frage der Trauerbewältigung ...

Foto: modernes Krematorium

... ob die traditionellen Friedhöfe oder die Friedwälder die Funktion der Trauerbewältigung erfüllen können, das wird sich zeigen. Zu bedenken ist nur, dass die eine Seite, die Wünsche derjenigen betrifft, welche sich einmal in einem Wald beisetzen lassen wollen.
Die andere Seite betrifft die Wünsche der Freunde und Angehörigen und die Verhaltensweise der bestattungspflichtigen Person. Beide Seiten müssen hier die neue Form der Trauerbewältigung "zuendedenken "und "zuendeleben" - mehr wünsche ich mir gar nicht.
 

Kremierung

modernes Krematorium

Ein modernes Krematorium.

Wenn es hier auch sehr unromantisch aussieht, so sollten wir doch auch an die Arbeitsbedingungen des Personals denken ...


 

Kremierung

Feuerbestattung

Der Gedanke der Feuerbestattung hatte sehr oft hygienische Beweggründe (in der Antike) - doch auch die Transformation des Körpers im Feuer hin zum Geistigen, spielte bei den religiösen Vorstellungen immer eine Rolle. (so auch in den mehr romantischen Vorstellungen unserer Vorfahren, welche die Feuerbestattung vor ca. 100 Jahren wieder entdeckten)


 

Urnen

 

Urnenkapseln ...


noch ein PS.
Ich lese gerade in der Zeitung, dass auf dem Dresdener Heidefriedhof (ein Waldfriedhof) auf 1600 m²  eine Baumgrabanlage "angelegt" worden ist ... nun scheinen diejenigen Friedhöfe, die es können wohl nachzuziehen - fragt sich nur wer die Zeche dafür bezahlt ... die Gebührenzahler oder die Steuerzahler ... ?  (Herbst 2006)

 

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Grabmalgestaltung mit GlasWas ist ein Grab? Menschliche Gestalt, der irdische Leib, muss einmal vergehen: Von der Erde ist er genommen, zu Erde muss er wieder werden. Deshalb hat der Pfarrer so gesprochen: "Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub", und hat dann, wie alle nach ihm, drei Handvoll Erde in die Grube geworfen.

Das Grab ist zunächst der Ort dieser natürlichen Rückverwandlung alles irdischen Lebens. Die Größe und Mächtigkeit dieses Vorgangs brauchen wir nicht besonders zu betonen, sondern sie sprechen für sich und werden am besten so einfach, natürlich und schlicht gekennzeichnet, wie nur möglich ist. Der Verfallsprozess ist verborgen in der Erde. So verborgen ruht nun auch der Tote vor unseren Augen.

Grabmalgestaltung mit GlasDie Erde ist im Grunde ein großes Grab, in dem alles jemals auf ihr Lebendige zu neuem Leben verwandelt wird. Das Grün des Rasens, der Bäume, Sträucher und Stauden und die Farben der Blüten bedecken die Todesstätte tröstlich und lind. Ein Grab sollte viel Grün um sich und über sich haben. Das ist die wichtigste Regel, die es zu beachten gilt.

Alle diese Dinge geben der letzten Ruhestätte das Bild der naturhaften Vergänglichkeit. Wir setzen dafür leider oft sehr unschöne, dauerhafte Monumente. Da werden Kieselmuster und Blumenarrangements in geometrischen Formen auf das Grab gesetzt, und an Stelle einer
ruhigen Grünfläche werden mit Sand und Kieselsplitt alle Pflanzen ausgerottet. Viel Liebe und Fleiß werden an diese Dinge gewandt, aber wir sollten uns doch auch einmal
ruhige Grabgestaltungklarmachen, was mit mancher gut gemeinten Grabpflege und manchem sauberen Schmuck da eigentlich angerichtet wird. Und auch wenn wir nicht den toten Stein, sondern die lebendige Blume als Grabschmuck verwenden, was schon um vieles besser ist, so sollten wir doch kein Spiel daraus machen, wenn wir die Blumen in geometrische Formen oder feste Einfassungen zwingen. Alles Lebendige, auch die Blume, will sich frei entfalten.

Wer mit dem Todesgedanken und dem christlichen Glauben vertraut ist, wird wissen, dass wir die Toten betten in dem Gedanken an die Auferstehung, die uns in Christus gegeben wird, aber dass von diesem Tode zunächst nichts ausgenommen ist. Er wird aber zugleich dessen gewiss sein, dass hinter dem Tode nicht das Nichts, sondern Gott wartet und dass er da keinen anderen Halt und Trost hat als Jesus Christus, der für uns den Tod erlitt und für uns das Leben, das neue Leben heraufgeführt hat. Das Grab ist die Saatkammer Gottes, in der auf die Auferstehung gewartet wird. Die Grabreihe im Quartier ist wie die Furche, in die die einzelnen Samenkörner eingelegt sind, und der Friedhof im wörtlichen Sinn der Acker Gottes [die alte Bezeichnung für Friedhof]. Das müssen wir uns vor Augen halten, wenn wir rechte Grabgestaltung üben wollen. Buchsbaum
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