Kanadarenette, ein Winterapfel: Pflückreife : Ende
Oktober, Genussreife : Dezember bis April - hält sich sogar bis Mai/Juni
Die Kanadarenette - rechts oben im Bild [e] ähnelt dem Boskoop und war früher
eine wichtige Apfelsorte mit vielseitiger Verwendung
Die Früchte der Kanadarenette sind eher unansehnlich, doch ihr Geschmack ist vorzüglich.
In der Literatur gilt der Apfel als die "geschmacklich edelste Renette"*
überhaupt!
Die Früchte sind sehr groß, plattrund mit breiten Kanten und die Schale fein rau
... an der Sonnenseite manchmal etwas düster gerötet. Der Apfel hat zahlreiche
Rostpunkte und ist rostig marmoriert. Die Früchte sind nicht druckempfindlich.
Alte Apfelsorten
Der Baum wächst stark und bildet eine breite Krone, doch kann diese Sorte durch
Schnitt auch als Obsthecke gezogen werden.
Die günstigste Lagertemperatur im Winter liegt bei 4 °C. Unter gewöhnlichen
Lagerbedingungen im Keller welken die Früchte, was jedoch nur ein optischer
Schaden ist, denn die Renetten werden mit der Lagerung im Geschmack eher noch
besser. Man verwendet die Kanada-Renette als Tafelapfel
und für alle denkbaren Verarbeitungsarten.
[Bild oben: d = 'Baumanns Renette', e = 'Kanadarenette', f =
'Ananasrenette', g+h = 'London Pepping']
bekannter ist der Boskoop - ein ähnlicher Apfel
Ähnliche Äpfel sind 'Boskoop', 'Coulons Renette' und 'Zabergäu', wobei die
beiden letztgenannten geschmacklich milder als der Boskoop sind, also etwas
weniger Säure enthalten. Das Gleicht trifft für die Kanadarenette zu, die von
all den genannten den besten Geschmack hat.
Die Kanadarenette ist eine sehr alte Apfelsorte. 1771 wurde sie in Frankreich
beschrieben. Durch die lange Kultur bestehen vermutlich auch verschiedene Typen,
denn immerhin war die Renette in Europa weit verbreitet - in Nord-Süd Richtung
von Südschweden bis Südtirol.
Der Baum gilt als frostgefährdet, was ihn aber nur für den Massenanbau
untauglich macht.
Für den Standort werden warme Lagen und Böden, sowie gut durchlüftete,
mäßig feuchte und nährstoffreiche Böden empfohlen. Die Früchte sind windfest und
so kann der Baum auch in windoffenen Lagen stehen. Meine Großeltern besaßen in
Falkenstein [im Vogtland, 575 m ü. NN.] eine Kanadarenette. Nach der Literatur
und nach den Berichten aus Falkenstein sollen Höhenlagen besonders gute
Fruchtqualitäten bringen.
Die Blüte erfolgt spät und währt lang. Laut Apfelkennern soll das für die
Fruchtqualität und Lagerfähigkeit von Vorteil sein.
Vor allem ist die Kanadarenette durch ihre universellen Eigenschaften in der
Verwendung der Früchte eine ideale Wahl, wenn nur ein einziger Apfelbaum
[Winterapfel] im Garten Platz hat. Durch die sehr regelmäßigen Erträge und die
lange Lagerfähigkeit war der Apfel in früherer Zeit eine wichtige Obstsorte für
die Selbstversorgung und wie in unserem Fall auch für den kleinen Stadtgarten.
Befruchtersorten - vermutlich ähnlich dem Boskoop.
Ungünstige Eigenschaften:
Anfällig für Stippe, Krebs, weniger für Schorf und Mehltau; anfällig für
Fruchtwelke und Apfelwickler.
* Gerhard Friedrich/Herbert Petzold Handbuch Obstsorten, 300 Obstsorten in Wort
und Bild, Ulmer Verlag, Stuttgart 2005
Gert Müller, Alte Apfelsorten, Stuttgart 1995
Josef Sobischek, Der Kleine Garten, Neutitschein, Wien und Leipzig
Ich danke Ihnen für den Besuch dieser Website.
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und schauen Sie doch morgen noch einmal vorbei, Sie haben sicher einige wichtige
Informationen übersehen :-)
Kurzportrait der Kanadarenette ...
1. -> ein universaler Winterapfel
2. -> super Geschmack, gesunder Baum
3. -> im Hausgarten nur auf schwach
wachsender Unterlage verwenden
4. -> wächst besser auf guten Böden
allgemeine Standortansprüche des Apfelbaumes und die entsprechende Sortenwahl
Äpfel mögen im allgemeinen feuchte Luftverhältnisse. Am Günstigsten ist ein
mittelschwerer, lehmiger Boden mit ausreichender Feuchtigkeit. Es gibt aber auch
Apfelsorten für trockene Standorte. Manche Sorten können auf Obstwiesen
gepflanzt werden. Andere Apfelbäume vertragen überhaupt keinen Graswuchs im
Wurzelbereich und verlangen einen sogenannten "offenen Boden".
Die Temperaturansprüche des Apfels sind gering. Günstige Lagen vorausgesetzt
gedeiht er im Mittelgebirge bis in Höhen von 600m ertragreich. Im
Selbstversorgergarten habe ich Apfelbäume - halt mit entsprechenden qualitativen
Abstrichen - aber auch auf Höhen von 900 bis 1000 Meter über NN gesehen. Für das
Gebirge gibt es sehr robuste Apfelsorten.
Je schattiger ein Apfelbaum steht, umso sauerer werden seine Früchte.* Viele
alte Sorten schmecken erst dann vorzüglich, wenn die Äpfel ausreichend in der
Sonne gereift sind.
Auch die Windfestigkeit der Apfelsorten ist ein wichtiges Kriterium, also die
Eigenschaft, wie fest die gereiften Früchte an den Zweigen halten. 11/11
meine Video-Notizen: Jonni erklärt Apfelsorten für den Kleingarten,
Boiken und Boskoop
*In schattige Gärten pflanze man besser die zeitigen Sorten.