Grillen
Grillen mit Strom oder Kohle?

An heißen Sommertagen wie sie in diesem Jahr überraschend häufig sind, ist der Garten der schönste Aufenthaltsort: Vor allem abends trifft man sich gerne, um gemeinsam zu grillen und sich an köstlichen Kaltgetränken zu erfrischen. Dies geht leider stärker zu Lasten der Umwelt als manche denken.

So wird der Abend im Garten umweltfreundlicher

Keine Sorge, ich gehöre nicht zu den Moralaposteln, die alles verbieten wollen, was Spaß macht – aber möglicherweise zu Lasten der Umwelt gehen könnte. Auch bei mir kommen abends leckere Steaks auf den Grill und dazu gibt es ein kaltes, frisch gezapftes Bier vom Fass. Trotzdem kann jeder etwas dafür tun, dass die Partys im Garten nicht die Umwelt belasten und die Nachbarn weniger ärgern.

So kann zum Beispiel auf Paraffin verzichtet werden, das bei den meisten Fackeln und Öllichtern verwendet wird und zu einer starken Rußentwicklung neigt. Mein Tipp ist das Biolampenöl von Höfer Chemie, das nicht aus Erdöl hergestellt wurde sondern aus Carbonsäuren pflanzlichen Ursprungs. Die Verbrennung erfolgt ganz ohne Rußschwaden und setzt keine Gifte frei. Natur und Nachbarn werden es danken.

Elektrogrill statt Holzkohlegrill

Noch immer setzen rund 60 Prozent der Deutschen auf den guten alten Holzkohlengrill, auch wenn dieser von allen Grillvarianten die schlechteste Umweltbilanz hat. Viele beharren darauf, dass gegrilltes Fleisch nur mit Holzkohle wirklich köstlich schmeckt und den typisch rauchigen Geschmack annimmt. Dabei haben die meisten noch nie Fleisch auf einem modernen Elektrogrill oder Gasgrill probiert. Dabei gelingen mit diesen Grills genauso leckere Gerichte – mit zugleich wesentlich besserer Klimabilanz.

Der TÜV Rheinland beschäftigte sich zudem vor einiger Zeit mit der Frage, welche Grillgüter besonders schlecht für das Klima sind. Wenig überraschend lag dabei das Rindersteak auf dem 1. Platz, denn die weltweite Rinderzucht gilt ohnehin als großes Problem für die Umwelt. Auf dem zweiten Platz lag jedoch schon der Grillkäse, der von vielen gerne als vegetarische Alternative gewählt wird. Als recht klimafreundlich wurde dagegen das gute alle Grillwürstchen beurteilt und für die Vegetarier der gegrillte Maiskolben.

Meines Erachtens gilt hier jedoch das Gleiche wie im Alltag: Lieber nur einmal pro Woche hochwertige Rindersteaks grillen und ein echtes Festmahl zaubern, als im Sommer fast jeden Abend Billigfleisch auf den Grill werfen – dann stimmt auch die Klimabilanz wieder.

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(Gastbeitrag, Aktualität beachten, 8/2013, die Urheberrechte liegen beim Autor)