GartenleuchteVorgartenwege sollten gut beleuchtet sein
Vorgartenwege sollten gut beleuchtet sein

Egal ob Englischer Garten mit perfekter Detailtreue oder natürlicher Wildwuchs, damit die Grünanlage auch bei Dunkelheit stimmungsvoll wirkt und sicher betreten werden kann, sind Outdoor-Leuchtmittel unverzichtbar. Erst mit Hilfe von Beleuchtungselementen lassen sich Wege ausreichend ausleuchten, Pflanzen in Szene setzen und eine romantische Atmosphäre erzielen. Beim Kauf von Leuchten stellen verantwortungsbewusste Gartenfreunde allerdings hohe Ansprüche.

Das abendliche Lichtermeer sollte nicht nur umweltschonend sein, sondern gleichzeitig sparsam und tierfreundlich. Im folgenden Ratgeber erläutere ich praktische Tipps, um dieses Vorhaben zu realisieren.

Nachhaltig und günstig beleuchten

TabelleQuelle Grafik Verbraucherzentrale NRWDass Glühbirnen mittlerweile ausgedient haben, sollte jedem klar sein. Die alten Leuchtmittel erzeugen hauptsächlich Wärme statt Licht. Lediglich fünf Prozent vom Strom, den Glühbirnen reichlich verbrauchen, wird in Licht umgewandelt. Eine erschreckende Erkenntnis, wie ich finde. Schließlich will ich beim Beleuchten des Gartens keine Wärme sondern Licht erzeugen. Bedenkt man, dass man das Geld somit aus dem Fenster wirft, sollte niemand mehr zur Glühbirne greifen. Mittlerweile gibt es sehr sparsame und zugleich umweltfreundliche Alternativen. Besonders angetan bin ich von LEDs. Denn im Vergleich zu den oft hochgelobten Energiesparlampen sind sie noch sparsamer im Verbrauch und umweltfreundlicher. Im Gegensatz zu einem Großteil der Energiesparlampen enthalten sie kein giftiges Quecksilber. Auch in Sachen Lebensdauer sind LEDs vorbildlich. Wie sparsam und vorteilhaft sie genau sind, zeigt die Grafik der Verbraucherzentrale NRW.

Damit das Leuchtmittel die gewünschte Lichtfarbe wiedergibt, musst du beim Kauf auf die entsprechenden Angaben achten. Ich empfehle eine warmweiße Lichtfarbe zwischen 2.500 und 2.700 Kelvin. Diese Lampen erzeugen ein angenehm warmes Licht. Was viele beim Beleuchten der Gartenanlage vergessen, ist der Stromtarif. Denn auch bei der Wahl des Stromanbieters solltest du auf Nachhaltigkeit achten. Was bringt es, wenn man die ganze Außenanlage mit umweltfreundlichen Leuchtmitteln ausstattet, der gelieferte Strom aber aus Atomkraftwerken stammt? Das wäre ein Widerspruch in sich und ist mit umweltschonendem Stromverbrauch nicht zu vereinbaren. Beides sollte auf einen verantwortungsvollen Umgang abgestimmt sein. Falls auch du Öko Strom im Haus und im Garten nutzen möchtest, findest du unter gaspar-energie.de einen der Energieversorger, der Ökostrom aus regenerativen Quellen und erneuerbare Energien fördert. Achte bei der Wahl des Stromanbieters konkret darauf, dass nicht nur der gelieferte Strom ökologisch sinnvoll gewonnen, sondern auch das gesamte Unternehmen verantwortungsbewusst betrieben wird und beispielsweise die verursachten CO2-Emissionen neutralisiert werden. So kannst du sicher sein, dass deine Gartenbeleuchtung nicht auf Kosten der Natur brennt.

Im Vergleich zu LED, Energiesparlampen und Co. sind Solarlampen die günstigste Alternative. Die elektrischen Gartenlampen speichern die Sonnenenergie am Tag, um am Abend Licht bereitzustellen. Sonnenenergie wird effizient in elektrische Energie umgewandelt. Ein Stromanschluss ist nicht nötig. In der Regel kommen LED-Leuchtmittel zum Einsatz.

Sichere und tierfreundliche Beleuchtung

Lampion Wege, Treppen und alle anderen begehbaren Flächen im Garten sollten mit Licht ausgestrahlt werden. So vermeidest du Unfälle und unnötige Verletzungen bei Dunkelheit. Mit LED-Lichterketten beispielsweise lassen sich Wege geschmackvoll und sicher beleuchten. Lichtschläuche sind witterungsbeständig, robust und leicht zu verlegen. Bewegungsmelder sind zusätzliche Sicherheitselemente. Sie gewährleisten, dass Licht nur dann zur Verfügung steht, wenn es benötigt wird. Vorausgesetzt der Bewegungsmelder wird korrekt eingestellt. Zudem kannst du damit Geld sparen, weil nur beleuchtet wird, wenn Bedarf besteht. Gerade an Orten im Garten, die nur zur Sicherheit aber nicht für die Stimmung beleuchtet werden müssen, ist ein derartiges System ratsam.

Von Lichtverschmutzung sprechen Umweltschützer, wenn im Freien zu viel und das falsche Licht zum Einsatz kommt. Insekten reagieren aufgrund ihrer biologischen Uhr sehr empfindlich auf Licht. Auf der Internetseite des NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) wird das Thema behandelt. Dort heißt es unter anderem: „Tiere und Pflanzen sind auf die Unterschiede von Hell und Dunkel angewiesen. Neben ökologischen Auswirkungen der Lichtverschmutzung werden auch gesundheitliche Beeinträchtigungen für den Menschen befürchtet". Obwohl nachtaktive Insekten mit Facettenaugen lediglich das Mondlicht benötigten, um sich zu orientieren, werden sie von hellen Lichtern angelockt und können in einen nahezu traumatisierten Zustand verfallen. Viele Tiere sterben vor Erschöpfung, oder sie kommen aus ungünstig konzipierten Lampengehäusen nicht mehr heraus und verenden qualvoll. Da Insekten im Garten wertvolle Aufgaben übernehmen und für das ökologische Gleichgewicht unverzichtbar sind, sollte sich jeder Gartenbesitzer seiner Verantwortung gegenüber diesen Tieren bewusst sein. Achte deshalb auf dichte Lampengehäuse, in die sich Insekten zumindest nicht verirren können. Auch die Art des Lichtes ist entscheidend. Blaues und ultraviolettes Licht ist besonders schädlich. Wie ein Magnet zieht es Insekten an und hält sie von ihrer natürlichen Nahrungssuche ab. Vögel, Frösche, Fledermäuse und andere wildlebende Tiere können von einer ungünstigen Gartenbeleuchtung ebenfalls massiv gestört werden. Damit sich die Tierwelt bei dir wohlfühlt, musst du Lichtquellen so positionieren, dass sie eine geringe Lichtstreuung verursachen. Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass der Tiere zuliebe die Anzahl der nächtlichen Lichtquellen so gering wie möglich gehalten werden soll.

Nachfolgend einige Maßnahmen zum Tierschutz im Überblick:

  • Rollläden nachts vollständig schließen
  • Intensität und Brenndauer der Gartenbeleuchtung verringern
  • Bewegungsmelder integrieren
  • Solar-Gartenbeleuchtung nutzen (kein Strom, keine Kabel zum Verlegen und damit keine Störung des Erdreichs)
  • auf möglichst niedrige Lichtpunkthöhe achten, dadurch verringert sich die Lichtstreuung und damit die Anziehungskraft auf Tiere
  • auf Kugelleuchten und Teichbeleuchtung verzichten
  • auf warmweiße LED-Leuchtmittel umstellen, sie locken Tiere weniger stark an und gelten als besonders tierfreundlich
  • UV-Anteil sollte möglichst gering sein

Mein Fazit

Meiner Meinung nach ist es in erster Linie wichtig, mit der Gartenbeleuchtung für die Sicherhit des Menschen zu sorgen. Gleichzeitig ist es für die Umwelt bedeutend, Aspekte des Tierschutzes einzubeziehen. Gartenbesitzer sind aufgerufen, verantwortungsvoll mit ihrem Stück Natur umzugehen und die darin lebende Tierwelt zu schonen. Da viele sparsame Leuchtmittel wie LED und Solarlampen ohnehin tier- und umweltfreundlich konzipiert sind und ein angenehmeres Licht erzeugen, lässt sich eine tierfreundliche Gartenbeleuchtung zweifelsfrei mit einer stilvollen Ausleuchtung vereinen.

  • ©Karin Neustamm, Aktualität beachten, 12/2014, Urheberrecht und URL liegt beim Autor
  • Bildquellen: Bild 1, Laterne pixabay.com (Joergelman), Grafik Verbraucherzentrale NRW, Bild 3, Lampion bei pixabay.com (barlooon)