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Kleiner Kräutergarten © www.pixabay.com

Kräuter sind in vielerlei Hinsicht nützlich. Man kann sie nicht nur zum Kochen und dem Zubereiten von wohltuenden Tees verwenden. Auch zum Heilen von verschiedensten Beschwerden lassen sie sich einsetzen. Gleichzeitig verbreiten sie einen angenehmen Duft und bereichern die Gartenlandschaft mit ihrem mediterranen Charme. Bei Anbau und Pflege tun sich allerdings viele schwer.

Ich habe hilfreiche Tipps zusammengefasst, die das Anbauen und Pflegen von Kräutern sowohl im Garten als auch auf dem Balkon erleichtern können.

1. Der Kräutergarten

Zunächst möchte ich auf den Kräutergarten eingehen. Basis für einen erfolgreichen Anbau sind stets kraftvolle Pflanzen. Deshalb ist es ungemein wichtig, bereits bei der Auswahl von Saatgut und Pflanzen behutsam auszuwählen. Minderwertige Ware ist vielleicht beim Einkauf günstiger, für den langfristigen Anbau und eine üppige Ernte lohnt sich jedoch die Investition in hochwertige Gärtnerqualität. Anfänger sollten bevorzugt zu Jungpflanzen greifen, da sich dessen Aufzucht wesentlich einfacher gestaltet, als der Einsatz von Saatgut. Wer dennoch zum Samenkorn greift, muss besonders der Saattiefe die volle Aufmerksamkeit schenken. Werden Samen zu tief gesät, können sie nicht keimen und die Pflanzen werden, falls sie überhaupt heranwachsen, zu schwach. Samen deshalb nicht tiefer als drei bis fünf Samenkorn-Längen legen und nur locker mit Erde bedecken. Nun gibt es unter Kräutern sowohl Licht- als auch Dunkelkeimer. das ist unbedingt zu beachten, denn Lichtkeimer dürfen gar nicht mit Erde bedeckt werden sondern werden nach der Aussaat nur leicht angedrückt. Die Hinweise auf den Samenpackungen sollten immer sorgfältig gelesen werden, um die optimalen Bedingungen zu schaffen.

Bedarf feststellen

Bevor Pflanzen eingekauft werden, muss der individuelle Bedarf ermittelt werden. Man sollte sich die Frage stellen, welche Kräuter tatsächlich in der Küche zum Einsatz kommen und auf welche verzichtet werden kann. Gleichzeitig lohnt sich ein Blick auf die Verträglichkeit in Hinblick auf das Wachstum. Einige Sorten passen besser zusammen als andere und fördern sogar das gegenseitige Gedeihen. Um herauszufinden, welche Kräuter besonders gut harmonieren, ist ein Blick in das kostenlose E-Book Kräutergarten empfehlenswert, welches man sich online im Ratgeberbereich des Versandhandels Schwab herunterladen kann. Es gibt Auskunft über verschiedene Kombinationsmöglichkeiten und enthält weiterführende Anbau- sowie Verwendungstipps inklusive kreativer Rezepte. Ergänzend ist zu klären, ob ausreichend Platz im Garten zur Verfügung steht, um einen Kräutergarten anzulegen. Wer nur wenige Küchenkräuter anbauen möchte, kann diese in vorhandene Gemüse- oder Blumenbeete integrieren. Generell ist für die meisten Kräuter eine geschützte Stelle, welche reichlich Sonne bietet, ideal.

Kräutergarten anlegen

KräuterwandIst das Anlegen eines umfangreicheren Kräutergartens geplant, so ist die Anfertigung einer Skizze empfehlenswert. Das verschafft einen Überblick und macht das Anordnen der Pflanzen einfacher. Einige Punkte sollten beim Arrangieren der Gewächse beachtet werden:

  • Abstand: Einige Kräuter wachsen eher in die Breite, andere dehnen sich nach oben aus. Es sollte immer auf ausreichend Abstand zwischen den Kräutern und umliegenden Gewächsen geachtet werden.
  • Standort: Faktoren wie Schatten und Sonne sind elementar für einen idealen Wuchs. Bevor die Kräuter in die Erde gepflanzt werden, ist individuell zu prüfen, welcher Standort der jeweils beste ist.
  • Dauer: Es gibt einjährige, zweijährige und mehrjährige Kräuter. Während Basilikum beispielsweise nahezu jedes Jahr frisch gepflanzt wird, halten sich beispielsweise Bohnenkraut, Koriander und Lavendel mehrere Jahre.
  • Erde: Herkömmliche Blumenerde ist für Kräuter ungeeignet. Sie enthält zu viel Kalium, Stickstoff und Phosphor.

Bewässerung: Trockenheit macht vielen Würzpflanzen weniger aus als Staunässe, da viele von ihnen aus dem mediterranen Raum kommen. Im Garten muss nicht übermäßig gegossen werden. Wichtig ist, dass Regenwasser gut ablaufen kann, da Dauernässe zu Fäulnis führt.

Steht fest, welche Kräuter gepflanzt werden und sind deren Ansprüche an den Standort analysiert, kann man mit dem Einpflanzen beginnen. Mehrjährige Stauden sollten im hinteren Bereich des Gartens platziert sein. Dort können sie in Ruhe wachsen. Im vorderen Bereich sind diejenigen Pflanzen gut aufgehoben, die jährlich ausgetauscht werden müssen. Einjährige Exemplare werden im Idealfall im Frühjahr oder Frühsommer ersetzt. Für das Anpflanzen sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Von ordentlichen Schachbrett-Gärten, welche in verschiedenen Quadraten Pflanzengruppen beherbergen und durch Trittplatten den Zugang erleichtern, bis hin zur klassischen Kräuterschnecke ist alles denkbar. Letztere erleichtert Pflege und Ernte durch eine angenehme Arbeitshöhe. Außerdem wirken spiralförmige Beete optisch attraktiv.

2. Kräuter auf dem Balkon

SchnittlauchWer einen Südbalkon hat, darf sich glücklich schätzen, denn hier gedeihen Kräuter am besten. Besonders die, die aus mediterranen Regionen stammen wie Thymian, Koriander, Oregano und Salbei. Diese Sorten brauchen viel Wärme und Sonne aber weniger Wasser und stellen geringere Ansprüche an die Erde. Mehr Feuchtigkeit und Schatten ist bei Bärlauch und Waldmeister entscheidend. Diese Waldgewächse müssen öfter gegossen werden. Grundsätzlich gilt: Auf dem Balkon sind Pflanzen häufiger zu gießen als im Garten, weil die Erde in Töpfen schneller austrocknet. Übertreiben sollte man es aber auch hier nicht. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Zur platzsparenden Anordnung eignen sich Hängegitter oder Blumenkäste, welche an der Außenseite des Balkongeländers montiert werden.

Besonders geeignet für den Balkon sind:

  • Thymian
  • Salbei
  • Schnittlauch
  • Rosmarin
  • Petersilie
  • Minze
  • Türkischer oder griechischer Buschbasilikum (besonders robust)

Burkhard Bohne, Kräuterexperte und ausgebildeter Gärtner hat die Pflegeansprüche im Interview mit der Süddeutschen Zeitung treffend auf den Punkt gebracht: „Man muss nur die Bedingungen der Orte nachempfinden, von denen die Kräuter ursprünglich kommen."

1x1 der Kräuterpflege

Um die Pflege zu vereinfachen, habe ich die gängigsten Küchenkräuter tabellarisch aufgeführt und stichpunktartig deren Eigenschaften und Ansprüche ergänzt.

KräuterEigenschaften
Oregano
  • ideal für italienische Gerichte
  • Halbschatten
  • pflegeleicht
  • kommt mit normaler Blumenerde klar
  • wenig wässern und düngen
Rosmarin
  • immergrüner Strauch
  • mediterrane Pflanze
  • nicht winterfest
  • sehr sonniger Standort
  • sandiger Boden
  • regelmäßig düngen
  • gleichmäßig aber mäßig gießen
Petersilie
  • sehr heller Standort
  • keine direkte Sonne
  • regelmäßig gießen
  • Flüssigdünger
Schnittlauch
  • pflegeleicht
  • sonniger Standort
  • regelmäßig gießen
  • sandiger Boden
  • winterhart
Thymian
  • mediterrane Gewürzpflanze
  • viel Sonne
  • sandiger Boden
  • sparsam gießen
  • winterhart (echter Thymian!)
Basilikum
  • viel Sonne
  • viel gießen
  • regelmäßig düngen

Fazit

Kräuter sind pflegeleichte Pflanzen und eignen sich hervorragend zum Abrunden eines robusten Gartens. Regelmäßiges Auflockern der Erde, mäßiges Düngen im Frühjahr und Herbst sowie das Entfernen von Unkraut gehören zu den üblichen Arbeiten im Garten. Beim Düngen ist anzumerken, dass nicht alle Würzpflanzen gedüngt werden müssen und es je nach Gewächs unterschiedliche Dünger sein müssen. Eine Vielzahl der heimischen Kräuter ist winterhart, sodass die Pflanzen draußen bleiben können. Grundsätzlich ist das Anbauen dieser Pflanzen auf Balkon oder im Garten überaus ratsam, da sie die Küche kreativ und gesund bereichern. Welche heilenden Mixturen sich daraus zubereiten lassen, wurde auf dem Onlinemagazin schon vielfach erläutert. Darin werden Kuren aus Würzpflanzen thematisiert.

Kräuter

Bildquellen:

  • Beitragsbild ganz oben – © www.pixabay.com - jill111
  • Schnittlauch – © www.pixabay.com - werner22brigitte
  • vertikale Pflanzung – © www.pixabay.com - Freja
  • Saatgut – © www.pixabay.com - Skitterphoto