Gemüseanbau
Gemüseanbau

Der Anbau von Nutzpflanzen gehört für viele Selbstversorger zu den wesentlichen Aufgaben im Garten. Doch die Wetterverhältnisse machen uns Hobby-Gärtnern oft einen Strich durch die Rechnung. Pilzbefall und Fäulnis sind leider immer häufiger ein Problem. Die Lösung besteht darin, Kulturpflanzen zum richtigen Zeitpunkt zu pflanzen und sich mit ihren individuellen Ansprüchen zu beschäftigen.

Das Wetter der Region

Das Wetter bestimmt nicht nur den Inhalt von Small-Talk. Für Garten- und Balkonbesitzer spielt es eine zentrale Rolle, wenn es um die Pflege von Nutzpflanzen geht. Nicht selten hoffe ich auf einen spontanen Wetterumschwung, wenn die Tomaten gerade vom Platzregen überrascht werden oder mein Salat vor Hitze nach Wasser lechzt. Das Einholen von Informationen und Prognosen über aktuelle Wetterentwicklungen ist dank des Internets kein Problem mehr. Während sich einige Hobbygärtner mit Applikationen Wetter-Hinweise auf das Smartphone holen, um stets auf dem Laufenden zu bleiben und im Notfall schnell mit Schutzmaßnahmen reagieren zu können, findet man die Wettervorhersagen auf zahlreichen Portalen wie wetter.de. Der Schutz der Pflanzen vor Hitze, Starkregen, Kälte oder sonstigen Einflüssen sollte daher kein Problem für Gartenliebhaber sein. In diesem Zusammenhang stellt sich aber die Frage, ob unser Wetter überhaupt für alle Nutzpflanzen geeignet ist. Oder sollten wir womöglich auf einige verzichten, um uns nicht jedes Jahr abmühen und über eine schlechte Ernte ärgern zu müssen?

Gemüse aus der Heimat

Nicht jedes Gemüse und Obst, das bei uns jeden Tag auf den Tellern landet, gehört zum heimischen Repertoire. Ich möchte mit der nachfolgenden Tabelle einige der regionalen Nutzpflanzen aufführen, die unserem Wetter größtenteils trotzen:

Gemüse BedingungenAussaat / Ernte
KohlrabiEmpfindlich gegenüber Schwankungen bei der Bodenfeuchte. Gut wächst Kohlrabi in Mittel- und Westeuropa. Jungpflanzen brauchen viel Wärme. Ansonsten kommt Kohlrabi auch mit niedrigen Temperaturen aus.Gesät wird im Frühjahr bis August. Geerntet werden kann nach zwei bis drei Monaten.
RotkohlBenötigt viel Nährstoffe und Feuchtigkeit. Rotkohl gilt als Wintergemüse und kommt mit niedrigen Temperaturen gut zurecht.Die Aussaat bzw. das Pflanzen von Setzlingen erfolgt im Frühjahr. Im Spätherbst wird geerntet.
GurkenSie brauchen viel Wärme. Idealerweise wachsen sie windgeschützt in lockerem, durchlässigem Boden. Regelmäßiges Gießen ist ein Muss. Frost mögen sie gar nicht.Aussaat erst wenn kein Bodenfrost mehr besteht und mindestens 15 °C herrschen. Jungpflanzen werden ab Mitte Mai nach den Eisheiligen ins Freie gesetzt.
KarottenSteinfreie Sandböden und durchlässige Lehmböden mit Sandanteil sind ideal für das Wachstum. Gute Durchschnittstemperaturen liegen zwischen 16 und 18 °C. Gegen viel Sonne haben Karotten nichts. Auch ein bisschen Wind schadet nicht.Frühe Sorten werden ab Ende Februar gesät. Mittelfrühe Karotten kommen ab März bis Juli ins Freie. Frühe Sorten werden nach rund 70 bis 90 Tagen geerntet. Bei späteren Sorten dauert es mit 110 bis 135 Tagen etwas länger.
LauchHumusreicher Boden ist vorteilhaft. In den Sommermonaten ist reichlich Feuchtigkeit entscheidend. Lauch braucht viel Sonne und Nährstoffe.Jungpflanzen von Sommersorten werden zwischen Anfang und Mitte April in den Garten gepflanzt. Herbstsorten von Ende Mai bis Mitte Juni und Winterlauch von Juli bis August.

Natürlich ist diese Tabelle längst keine vollständige Übersicht aller in Deutschland gut gedeihenden Kulturpflanzen. Das Spektrum geht noch viel weiter und reicht von Kartoffeln übe diverse Kohlarten bis hin zu Mangold. Das Geheimnis eines ertragreichen Anbaus besteht darin, das gewünschte Gemüse zur richtigen Zeit anzubauen. Denn nur wenn die Jahreszeit und damit das Wetter stimmt, können die Pflanzen kräftig wachsen. Auch Lauch, Karotten und Co. sind nicht immer verfügbar. Jede Pflanze hat eine Saison, die es einzuhalten gilt. Der Verbraucherinformationsdienst aid hat einen umfangreichen Saisonkalender erarbeitet und stellt diesen unter aid.de zum kostenlosen Download bereit. Der Kalender informiert darüber, in welchen Monaten Gemüse und Obst aus heimischem Anbau erhältlich ist und wann das entsprechende Angebot aus dem Ausland importiert werden muss. Ich finde diese Tabelle äußerst hilfreich beim Gestalten des eigenen Gemüsebeetes. An den Angaben können sich Selbstversorger sehr gut orientieren, um eine sinnvolles Arrangement an Gemüse zu erhalten und von einer erfolgreichen Ernte zu profitieren.

Wirsingkohl

Saisonkalender als Einkaufsführer

Die Tabelle kann gleichzeitig auch ein praktischer Einkaufsführer sein. Denn Gemüse- und Obstsorten, die nicht im Garten angepflanzt werden, sollten nicht blind gekauft werden, sondern stets mit einem wachsamen Blick auf das heimische Angebot. Wer Lebensmittel nicht saisongerecht kauft, wird zum Großteil auf Importe zurückgreifen müssen. Dieses Konsumverhalten zieht markante Nachteile für Umwelt und Gesundheit nach sich. Zum einen erfordern Importe lange Transportwege, was aufgrund von Treibstoff der Natur schadet. Zum anderen muss Importware stark behandelt werden, um den Weg vom Acker zum Endverbraucher zu überstehen. Unerwünschte Rückstände von Pestiziden und anderen Substanzen sind das Ergebnis und landen am Ende auf dem Teller. Wer sich gesund, nachhaltig und ökologisch sinnvoll ernähren möchte, baut nicht nur clever an, sondern kauft auch schlau ein.