Dipladenia Pflanze mit Blüte
Klevilla® 'Rubiniana'
Klevilla® 'Rubiniana'

Man nennt sie: Sundavillen, Sundaville red, Dipladenia Hybriden, Mandevillen, Tropidenien oder einfach nur "Trichterblüten". Welcher Name ist nun der richtige? Korrekt ist zunächst der botanische Gattungsname Mandevilla. Die Art ist Mandevilla sanderi, die vermutlich ein Hybrid ist (M.boliviensis x M. splendens) daneben gibt es aber auch zwei botanische Synonyme: Dipladenia × amoena und, Dipladenia sanderi. Im Handel scheint sich mittlerweile als Artbezeichnung "Dipladenia" durchgesetzt zu haben.

Die Art

Die Art Mandevilla (umfasst etwa 110 Spezies) gehört zur Gattung neotropischer Lianen, Kletterpflanzen oder Halbsträucher aus der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Zu den Hundsgiftgewächsen gehört übrigens auch der beliebte Oleander. Der Name Hundsgiftgewächse besagt bereits, dass die meisten dieser Pflanzen sind durch die in ihnen enthaltenden Alkaloide giftig sind.

Eine weitere gärtnerische Begrifflichkeit ist die der "Mandavilla Hybriden" oder "Dipladenia Hybriden". Das sind gängige Oberbegriffe für Sorten, welche aus Kreuzungen gezüchtet sind. Die Art ist dann keine reine Mandevilla sanderi mehr. Mitunter spricht man bei diesen Kreuzungen auch einfach nur von Mandavilla cultivars, wobei das lateinische cultivars übersetzt einfach nur "Sorte" heißt:

Die Sorten

Wir haben nunmehr die Namensherkunft der "Mandevillen" und "Dipladenien", die sich aus der botanischen Systematik ergeben. In den Gärtnereien werden nun aber nur gezüchtete Sorten dieser Pflanzenart verkauft. Eine der ersten im Handel erhältlichen Sorten (um 2003) war 'Sundaville Red', die sofort an Beliebtheit gewann und so wurde, weil man diese Pflanzenart bisher nicht kannte, der Sortenname zum Eigenname. Dazu verwendete man wohl anfangs bei der Ausschilderung auch noch den nicht mehr gebräuchlichen Gattungsnamen und zeichnete so aus: Dipladenia 'Sundaville Red'. Botanisch exakter wäre wohl Mandevilla sanderi 'Sundaville Red' gewesen, doch für den Verkauf sind halt andere Kriterien relevant.

Markennamen

Besonders bei den Beet- und Balkonpflanzen, wo sehr viel neue züchterische Arbeit geleistet wird, ist es mittlerweile üblich, dass die Zuchtbetriebe Markennamen kreieren um ihre Produkte besser zu vermarkten. Und da werden dann nicht nur die Sortennamen markenrechtlich geschützt, sondern auch Zuchtserien. Zur Zeit gibt es zwei Züchter mit entsprechenden Marken:

  • SUNDAVILLE® - vom japanischen Unternehmen Suntory Flowers Limited
  • TROPIDENIA® - von J. Meyer, Schweiz
  • DIAMANTINA® - von der französische Firma SAS Lannes et Fils
  • KLEVILLA® - ?
  • PERLAVILLA® - ?

Aus diesen sogenannten Wortmarken entstehen dann wiederum Sortenbezeichnungen, wie: 

  • 'SUNDAVILLE® Red', oder nur 'Sundaville Red' mit feuerroten Blüten (sehr bekannte Sorte)
  • 'Sundaville Creme Pink' - Blüten in pink
  • 'Sundaville Creme Pink' - rosafarbene Blüten
  • 'Sundaville Grand Burgundy' - rosa Blüten
  • Sundaville 'Rio' - rot
  • Sundaville 'Rio Hot Pink' - pink
  • 'Sundaville White' - weiß
  • 'Sundaville Dark Red' - dunkelrot
  • 'Sundaville Giant Red' - großblütig dunkelrot
  • usw.

Die Steigerung: Und, wie oben auch schon ersichtlich, entstehen aus den Markennamen sogenannte Zuchtserien, wie etwa vom französischen Züchter die "Diamantina Jade-Serie" (-Collection) oder Opale-Serie:

  • Diamantina® 'Jade Orange'
  • Diamantina® 'Jade Orange Coral'
  • Diamantina® Jade Pink
  • Diamantina® "Jade White"
  • Diamantina® Jade 'Scarlet'
  • Diamantina® opale 'Citrine'
  • Diamantina® opale 'Grenat'

Die "Gelbe Dipladenia" und orange Blütenformen

Seit 2011 gibt es im Handel auch gelb blühende Dipladenien. Was den richtigen botanischen Namen angeht, so beginnt aber auch schon wieder ein Verwirrspiel, denn diese Art hat keine gelben oder orangen Blütenfarben. Diese sind aus anderen Arten herausgezüchtet. Es scheint von der gelben, kultivierten Form zwei botanische Termini zu geben: Pentalinon luteum und Urechites lutea (Hundsgiftgewächs) und die gelbe Sorte, die aus dieser Art gezüchtet und dem Handel übergeben wurde ist: 'Wild Allamanda'.

Wild Allamanda 'Wild Allamanda'

Der französische Züchter SAS Lannes et Fils hat allerdings im Jahre 2011 die Sorte 'Diamantina Opale Yellow Citrine' auf den Markt gebracht, welche durchaus ein Hybrid der Mandevilla und Pentalinon luteum sein kann. Mir ist es nicht bekannt und auch egal und so meine ich nun etwas entnervt: Hauptsache du hast Freude an den Pflanzen - die Namen sind nur Schall und Rauch. Über die Pflege und Überwinterung der Dipladenien findest du hier die Anleitung.

Bildquelle unten: © sarangib - Pixabay.com

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