Heilpflanze Beifuss
Beifuß (engl. Common Wormwood)

Beifuß, Artemisia vulgaris: Der Beifuß ist eine recht unscheinbare Pflanze. Der Stängel und seine vielen Seitenausläufer sind hart und schmutzig grün bis rotbräunlich, seine doppelt gefiederten Blättchen auf der Oberseite schmutzig dunkelgrün, auf der Unterseite weißlich und filzig. Die Blüten sind ebenso unscheinbar, weißlich gelblich stehen sie in endständiger Traube.

Er wächst ebenso unauffällig, wie er aussieht, an Wegrändern, auf Geröll, Steinbrüchen, Schutthalden, an Straßen und Ödland. Die beste Erntezeit ist im Juni, noch vor dem Aufblühen der Knospen, die Wurzeln sammelt man am besten von August bis September.

Volksnamen: Jungfernkraut, Gänsekraut, Gürtlerkraut, Thorwurz, Mugwurz, Sonnwendgürtel, Buckell

Heilwirkung

Der Beifuß ist eine uralte Frauenheilpflanze. Er fördert die weibliche Fruchtbarkeit, erleichtert die Geburt und fördert die Nachgeburt. Krampfartige Schmerzen wie Menstruationsschmerzen lindert er, beruhigt und fördert den Schlaf und die Verdauung und lindert Blähungen. Selbst gegen Epilepsie wurde seine kramflösende Wirkung angewandt. Zu fettreichen Speisen, z.B. als Füllung in der Martins- oder Weihnachtsgans serviert, dient er nicht nur als wunderbares Würzkraut, sondern hilft ausgezeichnet bei der Verdauung. Eine alkoholische Tinktur aus den Wurzeln hilft gegen Würmer.

Einen Teelöffel des Krautes auf einen Viertelliter Wasser aufbrühen.

Achtung: Nicht während der Schwangerschaft verwenden!

Die ganze Pflanze hat einen starken, wermutartigen Geschmack, daher nennt man ihn auch wilden Wermut; er besitzt ein kleines gelbes Blütenköpfchen. Blüht von Juni bis Oktober. Sammelzeit Sommermonate.

Anwendung: Bei Schwäche der Verdauungsorgane, Gelbsucht, Wechselfieber, krampfartigen Erscheinungen, Spulwürmern, Rheumatismus, leistet er gute Dienste. Man vermischt ihn mit Enzianwurzel und Kalmus und nimmt davon 5 Gramm auf 1/2 Liter kochendes Wasser. Man trinke stündlich eine Tasse voll.


Literatur & Quellen: Bild und Zitat nach historischer Buchvorlage: Brunnfels, O. / Pfeffermann / Gleitsmann, E.: Das Buch der Kräuter, Verlag Urbania-Gesellschaft, Dresden, um 1920