Heilpflanze Johanniskraut
Johanniskraut (eng. St. John's Wort)

Echtes Johanniskraut, Hypericum perforatum: Im Winter führt der allgegenwärtige Mangel an Sonnenlicht oft zu der klassischen Winterdepression. Hier hilft uns das Johanniskraut, das uns den gesamten Sommer über das helle Sonnenlicht gewissermaßen eingefangen hat und nun dessen nervenberuhigende Wirkung an uns weitergibt.

Das Johanniskraut ist eine reich verzweigte Staudenpflanze, die bis zu neunzig Zentimeter hoch wird. Die gegenständigen, perforiert erscheinenden Blätter und die goldgelben Blüten wachsen am zweikantigen, steifen Stängel. Um Unsicherheiten bei der Bestimmung vollständig auszuschließen, zerreibe man eine der Blüten zwischen den Fingern, worauf ein roter Saft austreten muss.

Die Pflanze wächst überall an sonnigen, trockenen Hängen und Wiesen. Gesammelt wird dieses Kraut von Juli bis September, entweder vor Sonnenaufgang oder zur Mittagsstunde.

Volksnamen: Herrgottsblut, Teufelsfluchtkraut, Bockskraut, Mannskraft, Mariabettstroh, Elfenblut, Hartheu

Heilwirkung

Zusammen mit Hyperforin, dem Hauptwirkstoff des Johanniskrauts, wirken noch einige andere Stoffe antidepressiv, heilen leichte bis mittelschwere Depressionen, nervöse Unruhe und Angstzustände. Auch eine Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit wurde beobachtet. Äußerlich heilt Johanniskrautöl spröde Haut, alte Narben, leichte Verbrennungen, Muskelrisse, Blutergüsse und Wunden.

Für eine Teezubereitung anderthalb Teelöffel des Krautes mit einer Tasse Wasser überbrühen und abgedeckt zehn Minuten ziehen lassen. Morgens und abends eine Tasse trinken. Möglichst über mehrere Wochen anwenden, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen. Um ein heilsames Johanniskrautöl zu erhalten, gebe man leicht zerstampfte Blüten und Knospen in hochwertiges Speiseöl und stelle den Ansatz etwa drei Wochen an einen sonnigen Platz. Dem dann hellrot gefärbten Öl kann noch ein zweites Mal Blüten zugegeben werden, nach weiteren drei Wochen hat man ein starkes, tiefrotes Heilöl.

Achtung: Kann zu erhöhter Lichtempfindlichkeit der Haut führen, Solarien und übermäßigen Sonnenschein meiden.

Herzenkraut und Johannisblut genannt, kennzeichnet sich durch einen aufrechten, zweischneidigen, nach oben ästigen Stengel, länglich eiförmige, durchsichtige, punktierte Blätter und doldentraubige gelbe Blüten; wächst an Waldrändern und Grasplätzen und blüht von Mai bis September.

Anwendung: Das Kraut empfiehlt sich bei Brustschmerzen, Blutstockungen sowie bei Leber-, Nieren-, Magen- und Harnleiden in Aufguß genommen. Das frische Kraut, klein geschnitten, aufgelegt, heilt alle Brandwunden.


Literatur & Quellen: Bild und Zitat nach historischer Buchvorlage: Brunnfels, O. / Pfeffermann / Gleitsmann, E.: Das Buch der Kräuter, Verlag Urbania-Gesellschaft, Dresden, um 1920