Heilpflanze Liebstöckel
Liebstöckel (engl. Lovage)

Liebstöckel, Levisticum officinale: Das Liebstöckel, auch bekannt als "Maggikraut", ist eine mehrjährige, winterharte Staude, die bis über zwei Meter hoch werden kann. Sie bildet Blütendolden mit gelblich bis hellgrünen, unscheinbaren Einzelblüten aus, die etwa 10 bis 30 cm Durchmesser haben. Der Name "Maggikraut" rührt von dem maggiähnlichen Geruch der Blätter her, die an dieser Charakteristika ähnlich der dem Sellerie leicht zu erkennen ist.

Der Name Liebstöckel birgt viele Sagen und Legenden um die Pflanze in sich. So sagt man ihr nach, dass der, der sie stets bei sich trüge, sich bei allen Menschen beliebt machen könne. Um ihren Geliebten an sich zu binden, trugen junge Frauen früher die Wurzel bei sich oder gaben ihrem Liebsten einen Absud aus Wurzel und Blättern ins Badewasser. In Böhmen wurde bereits den kleinen Mädchen Liebstöckel ins Badewasser getan, damit sie später den Männern gefallen würden.

Man vermutet, dass die ursprüngliche Heimat des Krautes im nahen Osten, eventuell Persien liegt. Inzwischen aber wächst es überall in Europa, in Gärten kultiviert und stellenweise verwildert. Es blüht von Juli bis September. Die Blätter kann man die ganze Vegetationsperiode über als Gewürz für Suppen, Kräuterquark etc. sammeln. Zum Konservieren kann man bei älteren Pflanzen zwei bis drei Mal im Jahr einen Teil der Blätter schneiden und in kleinen Bündeln in einem trockenen, gut durchlüfteten Raum trocknen lassen. Bei jungen Pflanzen sollte man nur die obersten Triebspitzen mit jungen Blättern abschneiden, damit sich unter den Schnittstellen neue Triebe mit neuen Blättern bilden können. Die getrockneten Blätter werden gerieben in luftdicht verschlossenen Gläsern aufbewahrt. Die Wurzel kann alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr oder Spätherbst ausgegraben und eventuell längs geschnitten bei 40 °C getrocknet werden. Auch die Wurzel muss in dicht schließenden Gefäßen aufbewahrt werden. Die Samen sammle und trockne man im Spätsommer.

Volksnamen: Badekraut, Gichtstock, Laubstecken, Luststock, Maggikraut, Nervenkräutel, Suppenlaub

Heilwirkung

Die Zugabe von Liebstöckelabsud ins Badewasser kleiner Mädchen rührt von der Eigenschaft her, für eine schöne, zarte und glatte Haut zu sorgen. Auch Pickel und Schweißfüße sollen erfolgreich mit Liebstöckel behandelt worden sein. (Daher auch der Name "Badekraut".) Auch als Aphrodisiakum wurde es verwendet.

Die Wurzel eignet sich als Mittel gegen Bronchitis, Mandelentzündung, Blasenleiden und zu schwacher Periode. Ein Absud aus Samen, Blättern und der Wurzel wirkt entwässernd und ist somit ein Mittel gegen Blasen- und Nierenleiden (zum Beispiel Nierensteine). Auch gegen Magen- und Verdauungsbeschwerden wie Sodbrennen oder Völlegefühl hilft es als Tee oder Magenschnaps. Sogar einen Kater soll es kurieren. Da wirkt wohl eher die Zuführung durch Flüssigkeit von dem Tee.

Für einen Wurzeltee ein bis zwei Teelöffel der feingeschnittenen Liebstöckelwurzel mit einer Tasse kochendem Wasser überbrühen und bedeckt zehn bis fünfzehn Minuten ziehen lassen. Diesen Tee vormittags schwach gesüßt trinken. Für ein Fußbad gegen Schweißfüße überbrühe man eine Hand voll Liebstöckel mit einem halben Liter Wasser und lasse es zehn bis fünfzehn Minuten ziehen. Für ein Magenelixier ein bis zwei Wurzeln mit einem Teelöffel Kümmel in einem leichten Weißwein kochen und noch heiß in Flaschen füllen.

Achtung: Nicht in der Schwangerschaft anwenden! Da Liebstöckel entwässernd wirkt, auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und auf Kaffee und Alkohol verzichten.

Liebstöckel hat eine ausdehnende Stärke, knollige und mit Fasern besetzte Wurzel, welche große langgestielte mehrfach gefiederte Blätter und einen 2 – 3 Meter hohen hohlen Stengel treibt, in deren Ende die dichten gelben Blütenschirme sitzen. Es wächst an schattigen, feuchten Stellen.

Anwendung: wirkt schmerzstillend bei Leib- und Darmschmerzen, Magengeschwulst, Kopfschmerz, Seitenstechen und Lendenweh. 20 Gramm auf 1 Liter Wasser gekocht und zu Umschlägen gebraucht.


Literatur & Quellen: Bild und Zitat nach historischer Buchvorlage: Brunnfels,O. / Pfeffermann / Gleitsmann, E.: Das Buch der Kräuter, Verlag Urbania-Gesellschaft, Dresden, um 1920