Piris japonica 'Splendens' SchattenglöckchenPiris japonica 'Splendens' Schattenglöckchen.
Piris japonica 'Splendens' Schattenglöckchen.

Bevor ich auf die einzelnen Arten und Hybrieden des Schattenglöckchens (Lavendelheide) eingehe, will ich zuerst die zum Teil recht außergewöhnlichen, allgemeinen Besonderheiten erwähnen: 1. Dieses Gehölz wächst als mittelgroßer, immergrüner Strauch und gedeiht auch noch im Schatten gut. 2. Bemerkenswert sind seine reinweißen Blüten im Vorfrühling und Frühling, die auch von den Bienen sehr geschätzt werden.

Es genügt oft nur ein einziger Pieris-Strauch und sein Umfeld bekommt durch die Blüten und das Summen der Insekten jene geheimnisvolle Lebendigkeit, die mancher Gartengestaltung fehlt.

PierisRosa Blütenknospen der SchattenglöckchenWenn andere Blütenstauden oder -gehölze oft nur in der Masse eine annehmbare Blütenwirkung entfalten, ist das Schattenglöckchen doch mehr ein Einzelgänger und wirkt auch in Einzelstellung. Meiner Ansicht nach sollte das Ziergehölz unbedingt für die Gestaltung immergrüner Gärten oder Bepflanzungen von Innenhöfen oder im Atrium von Bürogebäuden zum Einsatz kommen.

Wirklich ganz außergewöhnlich ist bei einigen Sorten neben der Blüte (leider nicht sonderlich duftend) der Blattaustrieb. Die meisten immergrünen Gehölze, zeigen, abgesehen von der Blüte, kaum eine jahreszeitliche Veränderung. Nicht so bei einigen Pieris-Sorten, die bis in den frühen Sommer hinein eine merkwürdige Farbenmetamorphose vollziehen.

Pieris 'Forest Flame'. Die ersten Blattspitzen erinnern an kleine Flämmchen.
Pieris 'Forest Flame'. Die ers...
Blüte oder Blatt? Die feuerroten Blüten ... sind natürlich gar keine Blüten, sondern das rot austreibende, glänzende Laub ;-)
Blüte oder Blatt? Die feuerrot...
Pieris x 'Forest Flame' im Juni: über bronzefarbene Blätter verliert sich der Feuerrausch und das Laub wird langsam grün.
Pieris x 'Forest Flame' im Jun...

Standortbedingungen und Pflege

Japanischer Garten Eingang HolztorPieris vor dem Eingang zu einem japanischen GartenVermutlich sieht man die Lavendelheiden deshalb wenig in unseren Gärten, weil sie doch etwas anspruchsvoll sind. Genauer gesagt sind sie anspruchslos, d.h. nährstoffreiche Böden, die in unseren Gärten überwiegend vorhanden sind, und Mineraldünger sind Gift für die Pflanzen. Benachbarten Pflanzen würden außerdem diese Nährstoffe fehlen. Pieris passt lediglich in Rhododendron- oder in Moorbeetpflanzungen. Leichte Böden und absonnige Gartenplätze sowie Rindenmulch sind optimal. Seeklima mit seiner salzhaltigen Luft wird besonders gut vertragen.

Das Wurzelsystem verläuft flach und hat viele Feinwurzeln. Dadurch wird sowohl starke Bodenbearbeitung unter der Pflanze als auch Bodenverdichtung schlecht vertragen.

Frostschaden: Sollte das Schattenglöckchen bei starkem Frost Schaden erlitten haben, so werden die abgestorbenen Äste im Frühling abgeschnitten. Man kann aber auch das gesamten Gehölz verjüngen und es um 1/3 zurückschneiden.

Vermehrung:Pieris lässt sich selbst vermehren. Es werden Sommerstecklinge geschnitten (Juli/August) und diese im Gewächshaus unter Sprühnebel bewurzelt. Weiterhin ist Samenvermehrung (sehr feiner Samen) möglich und zwar unter Glas im Frühjahr. Doch das ist kaum üblich.

Arten und Hybriden

Piris japonica 'Carnaval' buntlaubige Lavendeheide im BlattaustriebPiris japonica 'Carnaval' buntlaubige Lavendeheide im BlattaustriebPieris floribunda
Die Amerikanische Lavendelheide wächst von Virginia bis Florida besonders an feuchten, schattigen Hängen wild. Die Pflanzen bleiben auf jeden Fall kleiner als die japanische Art (bzw. sie wachsen mehr in die Breite als in die Höhe). So bekommt beispielsweise ein kaum geschnittenes Exemplar erst im Alter von etwa 50 Jahren seine volle Höhe von etwa 2 m. Die Blüten erscheinen im April/Mai. Sie sind in ihrer Form etwas kantig.
Pieris forrésii
Sie stammt aus dem Osthimalaja, Neapel, Buthan, Jünnan und bleibt bei uns in der Kultur unter einem Meter hoch. Ihre Blüten (sie erscheinen April/Mai) duften. Leider sind die Pflanzen nicht sehr winterhart und brauchen deshalb etwas Winterschutz.
Pieris japonica
Die Japanische Lavendelheide ist die robusteste Art. Wild kommt sie in den steinigen Wäldern der japanischen Inseln Kiuschui und Hondo vor. Bei uns wird sie im Alter 3 m hoch (ohne Schnitt). Die Blüten erscheinen oft schon im März (Winterblüher) und der frische Blattaustrieb ist rötlich.
Pieris x 'Forest Flame'
ist eine Kreuzung von Pieris japonica und Pieris formosa. Dieser Zwergstrauch wächst breitbuschig und wird nur etwas über 1 m hoch. Der rote Austrieb wird oft als Blüte angesehen und variiert in den Farben, bis er im Juni vergrünt und dann im Sommer dunkelgrün glänzend ausgereift ist; Immergrün.
Sorte 'Cubido'
Sorte 'Cubido'
Sorte 'Debutante'
Sorte 'Debutante'
Sorte 'Sarabande'
Sorte 'Sarabande'

Video-Notizen: Japanisches Gärtchen mit Pieris am Eingangstor