Kinderfüße in einer GänseblümchenwieseDort, wo es sich wohlfühlt, breitet es sich rasch aus.
Dort, wo es sich wohlfühlt, breitet es sich rasch aus.

Es war schon seltsam. Als ich das Grundstück, auf dem ich wohne, erwarb, beneidete ich meinen Nachbarn ein wenig, weil er eine phantastische Gänseblümchenwiese hatte. Leider schätzte er diese Pracht gar nicht, denn nach der regelmäßigen Mahd alle zwei Wochen und häufigem Wässern bei Trockenheit, rutschte er auf Knien über den Rasen und entfernte mit einem Messer alle sich schon bald wieder zeigenden kleinen Blüten samt ihrer Blätter und Wurzeln. Zu seinem Leidwesen gelang es ihm nie, sie alle auszurotten. Ich dagegen wollte eine Wiese voller Blüten, mähte deshalb das Gras nur selten und wünschte mir sehnlichst mehr von diesen heiter blühenden Gänseblümchen (Bellis perennis). Doch ich hatte lange keinen Erfolg. Woran lag das denn? Die Antwort ist schnell gegeben, doch ich brauchte lange, bis ich darauf kam, und sie hat durchaus etwas mit dem peniblen Nachbarn zu tun:

Das Geheimnis ist, dass Gänseblümchen am besten in kurz geschnittenen Rasenflächen wachsen, weil sie viel Licht brauchen und schnell eingehen, wenn sie von Gras überwuchert werden. Daraus ergibt sich die Regel Nr.1, das Gras durch häufiges Mähen ziemlich kurz zu halten.

Das häufige Mähen befördert zudem eine weitere Besonderheit der kleinen Blümchen. Häufiges Mähen befördert ihre Selbstaussaat, denn ihre Samennüsschen reifen so schnell aus, dass selbst eine geköpfte Blüte, die am Boden liegt, noch den Samen auswerfen kann, der rasch nachgereift ist.

Und noch eine weitere ungewöhnliche Eigenschaft hilft den Bellis, sich zu vermehren. Bei Regen oder anderer Nässe schleudern sie ihren Samen regelrecht aus. Wer also seinen Rasen bei Trockenheit wässert, tut auch den Gänseblümchen einen Gefallen. So machte mein vorbildlicher Rasenpflegenachbar unbewußt alles richtig zur Vermehrung der kleinen auch Maßliebchen genannten Wiesenblumen. Hinzu kommt noch, dass die possierlichen Blumen nährstoffreichen Böden lieben. Wer den Rasen zusätzlich düngt, tut also auch hier das Optimale für die Ausbreitung unser Bellis perennis.
Fazit: Wenn du abends den Gänseblümchenrasen mähen möchtest, dann gehe zuvor morgens erst einmal mit dem Wasserschlauch drüber. Und da viele Wiesenblumen keinen Dünger mögen, wird man wird auch in einem speziell angelegten Blumenrasen, der eher nährstoffarm gehalten wird, relativ wenige unserer kleinen Freunde finden.

Gänseblümchenrasen anlegen

Variante A: Ist noch keine Rasenfläche vorhanden, dann auf dem pflanzenfreien Mutterboden die Gänseblümchen aussähen und aufgehen lassen  und mit der Aussaht des Rasens solange warten, bis sich die Pflänzchen gut entwickelt haben. Dann erst dünn das Gras aussähen.

Variante B: Du kannst es natürlich auch viel einfacher machen, indem du die Maßliebchen, welche gerade zu welken beginnen, mit Stiel pflückst und auf den zu "infizierenden" Rasen nach dem Schnitt streust.

Rasen flach und oft mähen fördert die Gänseblümchen.
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Filigrane Gräser in der Abendsonne
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Gänseblümchenrasen
Gänseblümchenrasen

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