Russische Olive
Elaeagnus angustifolia

Der Name leitet sich vom griechischen elaion (έλαιον) = Öl [1] ab, und mit agnos [2] werden weidenähnliche Bäume bezeichnet. Elaeágnus L. ist die Ölweide aus der Pflanzenfamilie der Elaeagnáceae, der Ölweidengewächse. Diese wiederum gehört zur Ordnung der Rosenartigen (Rosales) innerhalb der Klasse der bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliopsida). Die Familie Elaeágnus umfasst etwa 40 Arten, die sich im südlichen Europa, Asien, Japan und Nordamerika finden lassen.

Fossilien finden sich ab dem Zeitalter des Pliozän (vor 5,333 bis 2,588 Mill. Jahren) und sind so im Verhältnis zu anderen Pflanzenarten und -gattungen relativ jung. Farne gab es beispielsweise schon vor 300 Mill. Jahren.

Ölweide

Der Formenkreis der Gehölze ist meist recht groß, und es gibt Übergänge in Habitus und Physiognomie beispielsweise vom Strauch zum Baum. Die Blätter der Ölweide sind sommer- oder immergrün und wechselständig angeordnet. Häufig sind die Gehölze mit Dornen besetzt und die Blätter silber- oder goldbraun gefärbt, was dem Botaniker zeigt, dass diese Pflanzen auch auf trockenen Standorten gedeihen und entsprechend angepasst sind. Es sind Lichtholzarten und wollen in voller Sonne stehen.

Bindung von Luftstickstoff

Ölweiden weisen zudem die Besonderheit auf, dass ihre Wurzeln eine Symbiose mit Strahlenpilzen eingehen (klumpige Wucherungen an den Wurzeln) und so ähnlich den Leguminosen in der Lage sind, Luftstickstoff zu binden und zu verwerten. Deshalb sind die Gehölze bei Ödlandbepflanzungen (Küstenschutzpflanzungen) sehr wertvoll und ermöglichen damit auch empfindlicheren Pflanzenarten, sich anzusiedeln und bald artenreiche Ökosysteme entstehen zu lassen.

Blüten und Früchte

Die Blüten erscheinen einzeln oder zu wenigen Trauben oder Büscheln. Sie haben einen glockigen, kronenblattartigen, vierlappigen Kelch. Kronenblätter fehlen ganz. Die Blüten sind zwittrig und duften meist. Die Früchte zählt man zu den Nüssen. Sie werden von einem fleischigen Kelchgrund umgeben und bilden damit Scheinbeeren, die nicht giftig und sogar essbar sind. [3]

Baumschulpflanzen

Im Landschaftsbau und für die Gartengestaltung werden folgende Formen verwendet:

  • Elaeagnus angustifolia, die Schmalblättrige Ölweide (Russische Olive)
  • Elaeagnus commutata, die Silber-Ölweide
  • Elaeagnus multiflora, die Reichblütige Ölweide (auch Essbare, Rote Sommer, Langstielige oder Japanische Ölw.)
  • Elaeagnus umbellata, die Korallen-Ölweide (auch Doldige, Herbst oder Schirm-Ölw.)
  • Elaeagnus pungens, die Dornige Ölweide (auch Stech-Ölw.)

Ergänzungen, Literatur

  • [1] élaia = Ölbaum, Olivenhain, Olive und so könnte man Elaeágnus auch als "Oliven-Weide" übersetzen, was tatsächlich auch der sogenannten Russischen Olive nahe kommt.
  • [2] ágnos = ist auch als heiliger Baum übersetzbar, wie auch ágnos = rein, keusch. Die Blätter der Ölweiden ähneln auch etwas dem Mönchspfeffer (Vitex ágnus-cástus, Keuschbaum)
  • [3] Eiselt/Schröder: Laubgehölze, Radebeul 1977
  • Schubert/Wagner: Pflanzennamen und botanische Fachwörter, Radebeul 1984