Dill im Bauerngarten

Dill wächst auf allen Böden gut und auch im Halbschatten. Man sät ihn auf einen Fleck und überharkt den Boden dann etwas. In Reihe gesät beträgt der Reihenabstand im Kräutergarten 15 bis 25 cm. Beim Feldbau 40 bis 45 cm. Flächig sät man auf einen Quadratmeter etwa 5 g Dillsamen. Dillsamen ist nur zwei Jahre haltbar.

Wenn im Frühjahr Dill (Anethum graveolens) gesät wird, dann fallen die jungen Pflänzchen oft den Blattläusen zum Opfer. Besser ist es, wenn man Dill im Juni oder im September, Anfang Oktober aussät. Dann gehen die Pflanzen sicherer auf als zu Aussaatterminen im März/April/Mai.

Die Pflanze gelangte aus dem mittleren Osten nach Mitteleuropa und wird schon seit Langem als Gewürzpflanze gebraucht. Die Ägypter kannten den Dill als Heilkraut und verabreichten Dilltee gegen Kopfschmerzen. Die Römer verwendeten Dillsoßen zu getrocknetem Fisch und würzten viele andere Speisen oft stark mit Dill. Heute ist der Dill ein weltweit beliebtes Küchenkraut. Für die Schweden ist der Dill das Nationalgewürz, ähnlich wie der Paprika das Hauptgewürz für die Ungarn ist. "Wohin ein Schwede auch kommt, als erstes legt er sich ein Beet an, auf dem er Dill aussät." So sagt man jedenfalls.

Zum Würzen mit Dill eignen sich die frischen oder getrockneten bzw. eingefrorene Dillblätter (Anethi folium), oder man benutzt die Körner (Anethi fructus). Das typisches, nicht zu verwechselnde Aroma des Dillkrauts gibt das in ihm enthaltene ätherische Öl. Verwendet werden die jungen, fein gehackten Triebe. Sie sollten aber immer erst am Ende dem Gericht zugegeben und nicht mitgekocht werden.

Ähnlich der Petersilie war der Dill ein Zauberkraut. Im Mittelalter legten sich junge Bräute kleine Dillzweige in die Schuhe, wenn es zur Trauung ging. Sie sollten ihnen Kraft geben für den Kampf um das Sagen im eigenen Haushalt.

Verwendung

  • für Salate (Blattsalat, Gurkensalat, Tomaten-, Kartoffel- und Fischsalat)
  • für Soßen (Dill-, Kräuter- und Salatsoßen) Eine helle Soße mit reichlich kleingehacktem Dill wird zu gekochtem Fisch, aber auch zu gekochtem Rind-, Hühner- und Hammelfleisch, zu Fleischklößen oder Schneckengerichten gereicht
  • für Suppen und Eintöpfe (Kräuter-, Bohnen-, Blumenkohl, Kartoffel-, Kürbis-, Fleisch- und Fischsuppen).
  • für Fischgerichte (See-, Süßwasserfische - auch in marinierter Form, Krabben, Krebse und Räucherlachs)
  • für Pilzgerichte
  • für Gemüse (grüne Erbsen, Zucchini)
  • für Kräuterdip in Quark gemischt
  • als Gewürzt für eingelegte Gurken und Sauerkraut
  • als Grundlage für Pflanzenessig und Kräutermischungen

Literatur & Quellen:

  • Günter und Erna Linde, Von Anis bis Zimt kleine Gewürzfibel, Leipzig 1972
  • Vilmos Romváry, Würzen ungarisch, Leipzig 1984
  • Franz Böhmig, Rat für jeden Gartentag, Radebeul 1971