Kübelgarten auf dem Balkon
Ertragreicher Balkongarten in der Stadt.

Urban Gardening ist ein Stichwort, von dem man in den letzten Jahren überall gehört hat. Die landwirtschaftliche Nutzfläche wird in Deutschland immer kleiner, Städte entwickeln sich zu verbauten Ballungsgebieten. Gleichzeitig erwacht in immer mehr Menschen ein Bewusstsein für den schonenden Umgang mit der Natur und gesunde Ernährung. Viele haben Interesse daran, ihre Nahrung selber anzubauen. Doch wo? Gerade die jungen Menschen haben oft keinen Garten zur Verfügung. Auch Schrebergärten sind sowohl vom finanziellen Aufwand als auch durch ihre autoritären Regeln häufig nicht für junge Freigeister geeignet.

Ein gutes Beispiel gibt uns nun die Universitätsstadt Tübingen: Im Verhältnis zur Fläche überbevölkert, es gibt weder genug landwirtschaftlichen noch bewohnbaren Raum. Doch die primär studentische Bevölkerung Tübingens hat in ihrem ökologischen Bewusstsein viele Möglichkeiten gefunden, auch auf engstem Raum Nutzpflanzen einzusetzen.

Besonderheiten der Kübelnutzung

Für geringen Platz eignen sich Balkongartenhäuser, Topfkulturen oder Pflanzschalen auf der Fensterbank, doch hier geht es um die Nutzung von Kübeln. Diese gibt es in verschiedenen Größen und Formen, standardgemäß in Terrakotta oder Terrakotta-Nachahmung, aber auch in moderner Betonoptik für das Büro. Für Außenanlagen bieten sich Materialien wie Holz, Bambus oder Korb bzw. deren Nachahmung mit Kunststoffen an. Ein Kübel kann rund, rechteckig oder quadratisch sein. Die schönsten Kübel habe ich bei Gartengrün 24 gefunden. Dort gibt es z. B. hexagonale Kiefernkübel, die gleich mit Folieneinsatz geliefert werden. Damit wären wir auch gleich beim nächsten Thema:

Die Vorbereitung des Kübels

Das Design des Kübels hat in erster Linie mit seinem Standort zu tun. So können sie beispielsweise in Büros und Hausfluren aufgestellt werden, diese Standorte sind aber für die meisten Nutzpflanzen ungeeignet, daher geht es hier mit Freiluftstandorten weiter. Wer sich mehr für dekorative Pflanzen interessiert, sollte hier nachschlagen. Zunächst kommt der Balkon infrage, wer über keinen verfügt, kann Pflanzgefäße auch auf der Wiese vor oder hinter dem Haus aufstellen, auf dem Weg zum Haus oder auf einem ungenutzten Stellplatz. Dies sollte immer in Absprache mit dem Vermieter geschehen, abfließendes Wasser sollte keine Verschmutzungen hervorrufen, nach der Ernte muss die Umgebung sauber hinterlassen werden.

Ist der Standort gefunden, geht es daran, die Kübel für die Bepflanzung vorzubereiten. Gefäße aus dauerhaften Materialien (Keramik, Plastik, Stein) müssen am Boden, wo sich die Abflusslöcher befinden, nur mit einem wasserdurchlässigen Vlies abgedeckt werden. Dafür eignen sich sogar Putzlappen. Am Boden des Behältnisses sollte eine Drainageschicht aus Blähton gelegt werden, bei einem Fassungsvermögen von 20 l z. B. mit einer Höhe von 5 cm. Diese hilft, dass der Behälter nicht so schnell austrocknet. Darauf wird die Erde geschichtet. Für Kübel eignet sich Einheitserde. Bei hölzernen Pflanzgefäßen muss das Holz durch eine eingeritzte Folie geschützt werden. In solchen Bottichen halten sich Tomaten und Salate besonders gut, sie mögen die durch die Folie wärmere und feuchtere Erde. Ein Pflanzbehälter sollte nicht bis zum oberen Rand befüllt werden, damit die ausgesäten Samen geschützt sind und spätere Pflanzen nicht im vollen Wind stehen.

Welche Nutzpflanzen sind für Kübel geeignet?

Zunächst eignen sich alle Pflanzen, die tief wurzeln oder sich in der Erde vermehren. Dazu zählen Kartoffeln, Möhren, Radieschen, Rüben, Rote Beete, Zwiebeln, Tomaten und Ingwer. Auch flach wurzelnde Pflanzen wie Salate, Paprika, Blattknoblauch, Kapuzinerkresse und Kräuter eignen sich gut. Bei Kräutern sollte bedacht werden, dass diese keine tiefen Gefäße benötigen, ein relativ niedriger Balkonkasten reicht für gewöhnlich aus. Für Säulenobst sind tiefe Bottiche dagegen ideal.

Als Kübelnutzpflanzen werden häufig auch Erbsen und Zucchini genannt. Deren Zucht ist tatsächlich möglich, aber sehr aufwendig. Kübelpflanzen können sich nicht selbst mit Wasser versorgen, und diese Gemüsearten müssen extrem häufig gegossen und auch gedüngt werden.
Eine kleine Übersicht zu den Aufzuchtbedingungen geeigneter Gemüsearten findet sich hier.

Bildquelle oben, Bildrechte ©  XS-FedeCandoniPhoto - Fotolia.com


Ähnliche Beiträge