Heilpflanze Augentrost
Augentrost

Augentrost, Euphrasia officinalis: Die einjährige Pflanze erreicht eine Höhe von ca. 5 – 40 cm. Der aufsteigende, flaumig behaarte Stängel trägt die ährenartigen, beblätterten Blütenstände und die breiten, eiförmigen, am Rand spitz gezahnten, gegenständig wachsenden Blätter. Die Blüten sind weiß bis blasslila, haben eine violette Oberlippe und einen gelben Schlundfleck.

Der Augentrost ist ein Halbschmarotzer, der an trockenen Wiesen und Berghängen wächst. Mit seinen Wurzeln entzieht er den Wurzeln benachbarter Gräser deren fertige Nährsalzlösung. Daher im Volksmund der Name "Wiesenwolf" oder auch "Milchdieb", da er auf indirekte Weise den Milchertrag des Weideviehs reduziert. Das blühende Kraut (Herba Euphrasiae) kann von Juni bis September/Oktober ohne die unteren Stengelteile gesammelt und anschließend getrocknet werden.

Volksnamen: Augste Bluest, Ohmdfresser, Heideln, Herbstblümel, Heuschelm, Weiddieb

Heilwirkung

Die Wirkstoffe wirken schwach entzündungshemmend, so wird der Augentrost vor allem bei Entzündungen der Schleimhäute angewendet, hauptsächlich gegen Bindehautentzündung, überanstrengte und gereizte Augen, Tränensäcke oder Gerstenkorn. In diesem Fall helfen Umschläge oder Augenbäder. Auch Husten, Verdauungsbeschwerden, Zahnfleischentzündungen oder auch Kehlkopfentzündungen lindert ein Tee aus dem Kraut.

Für den Aufguss wird 1/2 Teelöffel der getrockneten Droge mit 1 Tasse Wasser überbrüht und 1 – 2 Minuten ziehen gelassen. Der Tee eignet sich für Umschläge, zum Trinken und für Augenbäder. Umschläge mit Augentrost und Kamille: 1 Teil Augentrost mit 1 Teil Kamille mischen, ca. 5 Esslöffel mit 1/4 l kochendem Wasser überbrühen, 3 – 5 Minuten ziehen lassen, damit warme Umschläge machen, die stündlich erneuert werden.

Hinweis: Auf genaue Dosierung achten. Der Aufguss muss sorgfältig abgeseiht werden, damit keine kleinen Pflanzenreste ins Auge gelangen können. Bei trockener oder verstopfter Nase sollte man mit der Verwendung von Augentrost sehr vorsichtig umgehen, da die Heilpflanze wegen ihrer adstringierenden Wirkung den Schleimfluss verhindert und dadurch diese Beschwerden noch verschlimmern kann.

Dieses Heilkraut hat einen steif aufrechten 18 – 26 cm hohen, schlanken, fast stielrunden, einfachen oder meist pyramidal-ästigen, weichhaarigen und häufig purpurbraunen Stängel, mit festsitzenden, breiten eirunden Blättern und sitzenden Blüten.

Anwendung: Augentrosttee dient bei entzündeten Augen zu Umschlägen. Als Aufgusstee genommen beseitigt er Ohrenschmerzen und Kopfweh, auch katarrhische Hustenbeschwerden der Schleimhäute. 5 Gramm auf 1/2 Liter kochendes Wasser gebrüht, zu gebrauchen.


Literatur & Quellen: Bild und Zitat nach historischer Buchvorlage: Brunnfels, O. / Pfeffermann / Gleitsmann, E.: Das Buch der Kräuter, Verlag Urbania-Gesellschaft, Dresden, um 1920