Heilpflanze Bärentraube
Bärentraube (engl. Bearberry)

Bärentraube, Arctostaphylos uva-ursi: Der Name "Bärentraube" entstand, als man beobachtete, dass Bären die mehligen Früchte ganz besonders bevorzugen. Die zur Familie der Heidekrautgewächse zählende immergrüne Staude wächst als niederliegender, reichverzweigter Zwergstrauch mit knorrigem Stämmchen.

Die derben, ovalen, auf der Oberseite glänzend dunkelgrünen und auf der Unterseite blassgrün und netznervigen Blätter wachsen an aufwärtsgebogenen Zweigen und werden bis zu drei Zentimeter lang. Im Frühling und Frühsommer blüht das Gewächs grünweißlich bis rosa und bildet dann etwa sechs bis acht Millimeter dicke, rote, mehlige Beeren aus.

Einige Quellen beschreiben die Früchte als ungenießbar, andere bezeichnen sie als essbar. Giftig sind sie jedenfalls nicht.

Die Bärentraube liebt sonnige und warme Stellen, wächst kissen- oder teppichartig in hoch gelegenen Gebieten auf Zwergstrauchheiden. Oft wächst sie direkt neben der Preiselbeere, mit der sie leicht verwechselt werden kann. Von Ende März bis Anfang Juni blüht sie. Medizinisch verwendet werden die Blätter, die von April bis November gesammelt werden können. Im Spätherbst enthalten sie die meisten Wirkstoffe.

Volksnamen: Moosbeere, Wolfsbeere, Mehlbeere, Möhrbeere, Sandbeere, Rauschbeere

Heilwirkung

Seit dem 18. Jahrhundert zählen die Bärentraubenblätter zu den wichtigsten Heilpflanzen für Erkrankungen des Nieren- und Blasenbereichs. Sie wirken antibakteriell, desinfizierend, entzündungslindern und zusammenziehend. So sind sie bei Entzündungen der Niere und der Blase sowie bei Nieren- und Blasenschwäche und Infektionen der Harnwege, bei Harnverhaltung oder Grieß- und Steinleiden einzusetzen. Der Tee aus Bärentraubenblättern färbt den Urin braun.

Bärentraubenblättertee muss kalt angesetzt und die Blätter auf keinen Fall mit heißem Wasser übergossen werden, da sonst der Gerbstoffanteil zu groß wird und dies zu Magenproblemen und Übelkeit führen kann. Für den Kaltauszug einen Teelöffel voll in eine Tasse kaltes Wasser geben, zudecken und zwölf bis vierzehn Stunden unter mehrmaligem Umrühren stehen lassen und nach dem Abseihen kurz aufkochen. Kann auch nach dem Aufkochen erst abgeseiht werden. Zwei bis maximal vier mal täglich kann eine Tasse Tee leicht warm getrunken werden.

Achtung! Kinder unter zwölf Jahren sollten auf die Bärentraube verzichten. Bei Überdosierung können Leberschäden auftreten, den Tee nicht länger als eine Woche und nicht öfter als fünf Mal im Jahr trinken. Bärentraube setzt die Wirkung von Antibiotika herab, nicht gleichzeitig anwenden. In der Schwangerschaft und der Stillzeit sollte auf das Heilkraut ebenfalls verzichtet werden. Bei der Anwendung sollte auf harnsäuernde Lebensmittel (z.B. Obst, Säfte, Sauerkraut, Tomaten) verzichtet werden, da zur erfolgreichen Heilwirkung der Harn alkalisch sein muss.

Bärentraubentee wirkt nicht harntreibend, deshalb zusätzlich reichlich, bis zwei Liter Wasser oder auch harntreibenden Tee (aus Brennnessel, Birkenblätter und Schachtelhalm) trinken. Das Kraut steht in einigen Bundesländern unter Naturschutz und sollte daher dort in der Apotheke gekauft werden.

Die Blütenstände sind armblütig und ihre Blumen weißlich-rosenrot.

Anwendung: Gegen Nieren- und Blasenvereiterungen, Harnverhaltung, Steinbeschwerden, Bettnässen, bei Harn- und Geschlechtswerkzeugen, Urin- und Blasenharnzwang. Man nimmt 10 – 15 Gramm Blätter, auf 1/2 kaltes Liter Wasser zusammen kochen. Täglich lauwarm 3 – 4 Tassen davon trinken.


Literatur & Quellen: Bild und Zitat nach historischer Buchvorlage: Brunnfels, O. / Pfeffermann / Gleitsmann, E.: Das Buch der Kräuter, Verlag Urbania-Gesellschaft, Dresden, um 1920