Heilpflanze Tausendgüldenkraut
Tausendgüldenkraut

Tausendgüldenkraut, Centaurium erythraea: Die bis zu 50 cm hoch wachsende, zweijährige Pflanze ist in ganz Europa zu finden. Im ersten Wuchsjahr erscheint eine grundständige Blattrosette, aus der sich im zweiten Jahr ein aufrechter, oben verzweigter Stängel erhebt, der eine Trugdolde aus hellrosa bis roten, selten weißen Blüten trägt. Früher trug sie den Namen "Hundertguldenkraut", im Mittelalter erhob man sie zum "Tausendgüldenkraut".

Im Elsass nannte man die Pflanze "Dreitausigguldekraut", in Speyer "Hunnertausiggildigkraut", in Norddeutschland sprach man sogar von "Milijöntusendkrut".

Das Tausendgüldenkraut findet man auf sonnigen Waldlichtungen oder Waldkahlschlägen und feuchten Wiesen. Es Blüht von Juli bis September, während dieser Zeit wird das ganze blühende Kraut ohne Wurzel gesammelt, wobei es direkt über der Grundrosette abgeschnitten wird.

Heilwirkung

Die im Tausendgüldenkraut reichlich vorhandenen Bitterstoffe, die stimulierend auf die Verdauungsvorgänge wirken, wendet man bei Appetitlosigkeit, Magenschwäche und mangelnder Magensaftabsonderung sowie Erschlaffungszuständen des Magens und des Darms an. Die Bitterstoffe wirken auch kreislaufanregend, darum ist das Tausendgüldenkraut bei körperlicher Überlastung und Erschöpfungszuständen geeignet. So hilft es z.B. nach einer feucht-fröhlichen Nacht, den Kopf zu klären. Ganz speziell wird das Tausendgüldenkraut bei psychologisch bedingter Appetitlosigkeit junger Mädchen eingesetzt. Allerdings erreicht die Heilpflanze erst nach längerer Anwendung ihre volle Wirkung.

Für einen Tee übergieße man ein bis zwei Teelöffel des Krauts mit 1/4 Liter Wasser, lasse das ganze 15 Minuten ziehen und trinke vor den Mahlzeiten eine Tasse ungesüßten Tee. Ein Kaltauszug wirkt besser, für einen solchen übergieße man einen gehäuften Teelöffel Tausendgüldenkraut mit 1/4 Liter kaltem Wasser, seihe ihn nach 6 – 10 Stunden ab und erwärme ihn auf Zimmertemperatur. Auch der Kaltauszug wird vor den Mahlzeiten ungesüßt getrunken.

Tausendgüldenkraut, genannt Fieberkraut, wächst an sonnigen Stellen. Sein Stengel ist goldgelb, wächst 15 – 20 cm hoch, die Blüten sind rosenrot.

Anwendung: Das zur Blütezeit gesammelte Kraut wird vorzüglich gegen Schwäche der Verdauung, Verschleimung, Wechselfieber empfohlen. Dasselbe beruhigt das Blut und ist schweißtreibend, stärkt die Nerven und vertreibt die Würmer. 5 Gramm auf 1/2 Liter kochendes Wasser aufgebrüht, vor jeder Mahlzeit 1 Obertasse getrunken. Es wird auch bei alten Schäden und Geschwüren zu Umschlägen verwendet.Das Buch der Kräuter, 1920

Hinweis: Bei Übersäuerung des Magens und saurem Aufstoßen sollten mildere Heilkräuter wie Kamille, Pfefferminze, Melisse mit Kümmel, Fenchel und Anis angewendet werden.


Literatur & Quellen: Bild und Zitat nach historischer Buchvorlage: Brunnfels, O. / Pfeffermann / Gleitsmann, E.: Das Buch der Kräuter, Verlag Urbania-Gesellschaft, Dresden, um 1920