alter Heizkessel
Alter Heizkessel: Nicht immer uneffektiv.

Nach meinen Recherchen sind es vermutlich nicht immer der alte Heizkessel oder die fehlende Fassadendämmung und bzw. mangelnde Verglasung der Fenster, welche die Heizkosten hochtreiben. Bei hohem Heizenergieverbrauch kann die Ursache auch bei den falsch eingestellten Heizkörpern liegen, was unten genauer erklärt ist.

Bevor ich auf diesen sogenannten hydraulischen Abgleich komme, noch der Hinweis auf eine weitere simple Möglichkeit, Öl/Gas zu sparen (wenn die Heizanlage auch für die Bereitung des Warmwassers zuständig ist). Man erreicht das, indem man allgemein den Druck der Wasserleitung drosselt.

Nun zur oben erwähnten Sparmöglichkeit:

Durchfluss ist meist nicht reguliert

Thermostatventil am HeizkörperWenn ich es richtig verstanden habe, dann verhält es ich so, dass etwa in einem Eigenheim die Heizkörper, die nahe am Kessel montiert sind, einen hohen Wasserdruck abbekommen (starker Wasserdurchfluss) und die entfernteren wenig. Anders erklärt: Die vorderen Heizkörper rauben den dahinterliegenden die Energie.

Nun richtet sich aber die Heizanlage mit ihrer Leistung nach den hinteren, quasi unterversorgten Heizkörpern und fährt die Leistung (Temperatur) hoch. In der Praxis ist das dann so, dass man für die normale Wohntemperatur bei den vorderen Heizkörpern die "Temperatur drosselt" und bei den hinteren das Thermostat* voll aufdreht.

Die gleichmäßige Versorgung der Heizkörper mit Wärme (durchfließendes heißes Wasser) darf aber nicht mit den Thermostaten (Drehknöpfe für die Handregulierung) erfolgen, sondern sollte an den Rücklaufverschraubungen eingestellt werden. Das kann nicht per Hand erfolgen. Dafür ist ein Werkzeug (in meinem Falle ein Sechskantschlüssel) nötig.

Die Thermostate stehen die gesamte Heizperiode auf voller Leistung. In dieser Einstellung arbeiten die Heizkörper optimal. Sie werden nur zurückgedreht, wenn der Raum gelüftet wird oder nur geringfügig beheizt (Schlafzimmer) werden soll.

Regulierung mit der Rücklaufverschraubung (Hydraulischer Abgleich)

Noch einmal: eine merkliche Kostenersparnis bekommt man also dadurch, dass der Heißwasserdurchfluss an allen Heizungskörpern so eingestellt wird, dass er überall gleich ist (Hydraulischer Abgleich). Dafür gibt es spezielle Ventile (Ventile mit Kulisse), die montiert werden können.

Hydraulischer Abgleich RücklaufventilNach meinen bisherigen Recherchen haben die meisten Heizkörper am Anschluss (meisten an der Unterseite und häufig unauffällig) eine sogenannte Rücklaufverschraubung. Nach wikipedia hat diese "die Funktion eines Drosselventils, mit der manuell hydraulische Einstellungen ermöglicht werden, die einen hydraulischen Abgleich gestatten." Das heißt, dass ich nur mit Hilfe dieser Rücklaufverschraubungen den Wasserdurchfluss der vorderen (der Heizanlage am nächsten) Wärmekörper drosseln muss und habe damit Heizkosten gespart.

Und so wird es gemacht: Drossel die Vorlauftemperatur an der Heizanlage. Diese ist mit der herkömmlichen Handhabung heißer als nun benötigt eingestellt. (Bei meiner Anlage waren das 70 °C. Inzwischen benötige ich nur noch 60 °C.) Die Thermostate aller Heizkörper werden auf volle Leistung gestellt und die Rücklaufverschraubungen so weit zugedreht, dass die Menge des durchfließenden Wassers den Raum ausreichend beheizt. Bei Heizkörpern nahe der Heizanlage wird mehr gedrosselt und bei den entfernteren weniger bis gar nicht.

Ein weiterer wichtiger Hinweis zur Energieresparnis ist die gleichmäßige Beheizung der Räume, wobei Schlafräume davon ausgenommen sind. Wer Wohnstube, Küche und Bad bei Nichtbenutzung auch nicht beheizt und nur abends für Wärme sorgt, verbraucht mindestens ebenso viel wenn nicht sogar mehr Energie, denn der ausgekühlte Raum, die Möbel, Teppiche usw. absorbieren die Wärme und verhindern ein rasches Erreichen des Wohlfühlklimas. 

* Die Drehventile zur Einstellung der Temperatur sind quasi nur An- und Ausschalter und regulieren/drosseln den Durchfluss nicht stufenlos.