Kloster Altenzella
Ruinen der alten Klosteranlage, die bis zur Reformationszeit Bestand hatte

Bei Nossen befinden sich die Ruinen einer sehr alten Klosteranlage und es lohnt bei einem Ausflug in dieser Gegend, hier einen Zwischenstopp zu machen. In der Anlage befindet sich ein kleiner, aber sehr romantischer Park, der vom Frühjahr bis zum Herbst besucht werden kann. Über die Öffnungszeiten bitte ich den Leser, sich zu informieren.

Der Park ist ein von dem Hof- und Kunstgärtner Johann Gottfried Hübler geplanter kleiner Englischer Garten, also ein romantischer parkartiger Garten mit Ruinen der Klosteranlage. 

Klosterpark Englischer Garten Altenzella

Die alten verfallenen, aber gesicherten Gemäuer und Kellergewölbe, die in dem Gelände integriert sind, finden übrigens auch Kinder sehr interessant. Damit ist es ein Ausflugsziel für die ganze Familie und für die Kinder nicht so langweilig, wie manch anderer Parkbesuch. Der Garten wurde etwa zeitgleich um 1800 mit der in ihr befindlichen Wettinerkappelle (Begräbniskapelle) geschaffen. Das Zisterzienserkloster war in ältester Zeit die Begräbnisstätte vieler Adelsfamilien aus dem Umland, etwa die des Adelsgeschlechtes der von Dohna (von Dohnanyi), und auch die etlicher Wettiner.

Klosterpark Kapelle der Wettiner

Das Kloster wurde nach der Reformation im Jahre 1540 aufgelöst, womit eine genau 400 jährige sehr interessante Zisterziensergeschichte hier ein vorläufiges Ende nahm:

Klostergeschichte

Um 1140 wurde hier in der Nähe schon einmal ein Kloster von den Benediktinern gegründet, doch nicht im Kulturland der ansässigen Slawen, sondern in einem unbewohnten und unzugänglichen Urwald – doch schon wenige Jahrzehnte später gaben die Benediktinermönche ihr Siedlungsvorhaben schon wieder auf. Die schon fast militärisch organisierten Zisterzienser waren da weit erfolgreicher. Das erste Zisterzienserkloster in Deutschland wurde

  • 1123 – in Kloster Kamp gegründet und bereits
  • 1127 – folgte das Kloster in Walkenried (Harz). Die Mönche schickten zur nächsten Kolonisation
  • 1137 – den nächsten Trupp aus (über einen Umweg nach Schmölln) und waren drei Jahre später in Pforta (Saaletal) und
  • 1175 – zog von dem Mutterkloster in Pforta dann auch schon der berufene Konvent in das Kloster „Cella Sancte Marie“ (Kloster Altzella) ein.

Übrigens: mit dem Bau von Klosteranlagen ging allgemein die deutsche Kolonisation einher. Zur Zeit Markgraf Ottos zählte man östlich von Saale und Elbe etwa 200.000 deutsche und niederländische, Neusiedler – in Sachsen waren es meist Franken.