Grüne Hausfassade
Grüne Hausfassade.

Fassadenbegrünung trotz vorhandener Wärmeschutzdämmung: Seit ungefähr 20 Jahren werden Untersuchungen über die Auswirkungen von Fassadenbegrünung durchgeführt. Vor allem im städtischen Raum zeigt die Begrünung von Fassaden neben einer nachgewiesenen Luft- und Klimaverbesserung vor allem in Bezug auf das Wohlbefinden der Bewohner positive Auswirkungen. Untersuchungen des Geographischen Instituts der Universität Köln bestätigen diese Erkenntnisse.

Im Artikel zum Thema "Dämmstoffe zur Außendämmung" wurde auf die verschiedenen Materialien eingegangen, die für die Fassadendämmung zur Auswahl stehen. Dieser Artikel befasst sich mit der Fassadenbegrünung in Kombination mit einer Außenfassadendämmung.

Voraussetzungen für die Begrünung der Fassade

Grundsätzlich kann eine mit Wärmedämmung versehene Fassade begrünt werden. Voraussetzung ist eine entsprechende Belastbarkeit des Mauerwerks. Ist diese nicht gegeben, können Kletterpflanzen an der Fassade schwere Beschädigungen verursachen. Durch das Gewicht der Pflanzen kann bei Untergründen mit zu geringer Belastbarkeit ein Teil der Fassade herausbrechen. Bei außengedämmten Fassaden wird die Verwendung von speziellen Klettergerüsten empfohlen, an denen Gerüstkletterpflanzen emporranken können.

Gitterartige Kletterhilfen oder Spannkonstruktion

Zur Auswahl stehen gitterartige Kletterhilfen aus robusten Materialien in Form eines Gerüstes oder sogenannte Spannkonstruktionen. Empfehlenswert sind gitterartige Kletterhilfen. Ein Vorteil der gitterartigen Kletterhilfen gegenüber der Verspannung mit Draht liegt in der Möglichkeit, die Begrünung abwechslungsreicher zu gestalten, indem direkt am Klettergerüst zusätzliche Kästen für Stauden oder Frühblüher angebracht werden.

Die Montage dieser Klettergerüste sollte vom Fachmann durchgeführt werden. Im optimalen Fall erfolgt die Anbringung im Zuge der Dämmungsarbeiten der Fassade. Durch die Verfügbarkeit innovativer Dichtungsmaterialien und Verankerungen können die Gerüste für die Fassadenbegrünung problemlos an Fassaden mit bereits bestehender Wärmeschutzdämmung angebracht werden. Bereits bei der Montage des Gerüstes sollte auf einen ausreichend großen Abstand zur Fassade geachtet werden, um anfallende Renovierungsarbeiten ohne Demontage der Kletterhilfe durchführen zu können.

Optimale Materialien für Klettergerüste sind Glasfaserverbundwerkstoffe. Sie weisen ein geringes Eigengewicht auf und bieten eine hohe Stabilität und Tragkraft. Durch ihre Witterungsbeständigkeit sind sie pflegeleicht. Ein weiterer Vorteil ist, dass dieses Material kaum Wärme leitende Eigenschaften aufweist.

Fassadenbegrünung und Wärmedämmverbundschutz

Bei vorhandenem Wärmedämmverbundschutz wird ausschließlich die Verwendung eines Klettergerüstes empfohlen. In diesem Fall ist die Begrünung bis zu WDVS-Dicken bis zu 300 Millimeter möglich. Zur Befestigung des Rankgitters dürfen ausschließlich Verankerungen aus thermisch trennenden Materialien verwendet werden.

Wird das Klettergerüst nachträglich angebracht, ist besonders auf eine sorgfältige Abdichtung der Bohrungen im Bereich der Verankerungen zu achten. Für diesen Zweck stehen spezielle Dichtungsmaterialien zur Verfügung.

(Gastbeitrag, Aktualität beachten, 8/2013, die Urheberrechte liegen beim Autor)