Adzuki Bohnen Trockenkochbohnen
Diese Bohnen sind bekömmlicher, als die herkömmlichen Arten. Teste es!

Die Adzukibohne (Vigna angularis) ist die Gartenbohne des tropischen fernen Ostens und dort seit über tausend Jahren [1] in Kultur. Ich habe sie versuchsweise in meinem Garten angebaut und kann nun erste Anbautipps zu dieser Bohnenart geben. Prinzipiell bin ich skeptisch, wenn heutzutage irgendwelche exotischen Pflanzenarten in alternativen Samenkatalogen angeboten werden, denn egal was man dort favorisiert, gilt für mich: wenn sich der Anbau wirklich lohnen würde, dann wären diese Kulturpflanzen bei uns schon viel verbreiteter.

Lohnt der Anbau?

In der Pflanzenfamilie Vigna (die auch "Alte-Welt-Bohne" genannt wird, weil sie ursprünglich aus Afrika/Asien stammt) gibt es verschiedene Formen wie beispielsweise die Spaghettibohne oder die hier erwähnte Adzuki. Einige von ihnen habe ich bereits ausprobiert, bisher ohne nennenswerte Erträge. Der Grund liegt in den Wachstumsbedingungen der Herkunftsregionen, denn die sind überwiegend tropisch bzw. subtropisch mit konstanter Temperatur. Bei uns sind diese Bohnen lediglich im Gewächshaus erfolgreich kultivierbar. Das ist aber dann auch schon eher eine Liebhaberei. Oder man muss auf sehr konstant-warme Sommermonate hoffen.

Die Problematik ist folgende. Sät man früh, etwa Mitte Mai, gehen die Samen zwar rasch auf, doch es kommt zu langen Stagnation im Wachstum, wenn die Temperaturen weit unter 20 °C fallen (etwa in der sogenannten Schafskälte). Dann bleiben die Pflanzen kümmerlich, auch wenn sie später weiter treiben. Sät man später, werden Bohnen allgemein nicht mehr erntereif. Einzig die Vorkultur in Töpfen ist erfolgversprechend, doch das ist in der Regel im Kleingarten nur mit relativ wenigen Pflanze möglich und nicht in Massenkultur, die es braucht, um am Ende genügend dieser kleinen Trockenfrüchte ernten zu können. Für unseren Garten sind die Arten, die ursprünglich aus Amerika stammen, unkomplizierter, vitaler und kälteverträglicher.

Samen kaufen

Den Samen für die Adzukibohnen kann man bei Samenhändlern im Internet kaufen. Eine andere Möglichkeit ist, einen Packen bei einem Lebensmittelversand zu bestellen. Sie werden dort als Trockenbohnen angeboten, die ja gleichzeitig auch Samen sind. Meines Wissens sind sie auch noch nicht so weit überzüchtet, wie etwa Soja, sodass man sie als samenecht bezeichnen kann.

Adzukibohnen auf dem Beet angebaut

Anbauanleitung

Die beste Anbauvariante ist diejenige mit der Vorkultur der Gewächse in Töpfen im Gewächshaus. In unbeheizten Gewächshäusern sollten wird nicht zu zeitig säen, denn im einfachen Gurkengewächshaus schwanken die Temperaturen stark. Für die Anzucht in Töpfen hält der Autor den 15. bis 20. Mai für geeignet. Wir säen pro Topf  5 Samen ca. 2 cm tief..

Die Topfanzucht hat übrigens auch den Vorteil, dass man auch erst auspflanzen kann, wenn für die weitere Kultur beispielsweise ein abgeerntetes Frühkartoffelbeet zur Verfügung steht. Meist haben wir ab dem 10. Juli Beete frei, auf denen vorher zeitige Kartoffeln und andere Frühkulturen von Blumenkohl oder Salaten standen. Frühe Erbsen sind nicht selten ebenfalls zeitig abgeerntet, doch auf diese Beete werden keine Bohnen nachkultiviert, weil man im Garten prinzipiell nicht Schmetterlingsblütler auf Schmetterlingsblütler anbaut. Bohnen, Erbsen, Soja und Süßlupinen gehören zu dieser Pflanzenfamilie.

Wir pflanzen die vorkultivierten Gewächse also nach dem 10. Juni aus und gießen in den nächsten 14 Tagen bei Bedarf. Der Reihenabstand soll 30 bis 40 cm betragen und der Pflanzenabstand 20 cm. Nachdem die Setzlinge etwas an Höhe gewonnen haben, werden sie leicht angehäufelt. Weiterhin wird Unkraut entfernt und bei großer Trockenheit gewässert.

Im Herbst werden vor dem ersten Nachtfrost die Büsche ausgezogen und an einem frostfreien, trockenen Ort in Bündeln aufgehängt, um die Hülsen noch etwas nachreifen zu lassen. Anschließend können im November die Schoten von den Bündeln gepflückt und aufgebrochen werden. Die Trockenbohnen selber können nun auch an einem Platz gelagert werden (Gartenlaube), welcher kälter als 0°C wird, denn sie vertragen Frost.


[1] Am südlichen Himalaja (Tibet, Nepal) wird diese Bohne seit über 3000 Jahren angebaut und verbreitete sich von dort aus in China, Korea und Japan. Der Name kommt aus dem japanischen 小豆, Azuki.