Cox Orange Renette Früchte im SeptemberDie Früchte in der Septembersonne
Die Früchte in der Septembersonne

Die 'Cox Orange Renette' ist eine alte Apfelsorte, deren richtiger Name 'Cox's Orange Pippin' ist, aber nicht mehr verwendet wird. Sie hat zwei Haupteigenschaften, auf welche wir unten weiter eingehen werden. Zunächst sei gesagt, dass Cox Orange eine Universalsorte ist, also Wirtschafts-, Saft- und Tafelapfel zugleich und die Früchte besitzen eine süße und wenig säuerliche Geschmacksrichtung, welche jedem gut schmeckt. Letzteres ist nicht selten ein Problem, wenn wir im Garten nur Platz für einen einzigen Baum haben, aber viele verschiedenen Ansprüche in der Familie, was das Aroma betrifft. Die Früchte sind nicht besonders groß, aber das ist für einen Tafelapfel nicht unbedingt ein Nachteil, weil man ohnehin nicht immer Riesenfrüchte im Ganzen verzehren möchte. Die Cox haben also die richtige Größe für die Obstmahlzeit zwischendurch und sind so handlich und beschaffen, dass wir sie auch als ganze Frucht frisch verzehren können – sie muss also nicht geschält und zerschnitten werden. Wie bereits erwähnt, ist es einen bereits recht alte Sorte, die aber immer noch modern und ideal für unsere Kleingärten ist.

Herkunft

Die Cox Orange Renette zählt, wie es der Name sagt, zu den Renetten und ist eine 1830 in England züchterisch verbesserte Muskat-Renette und zwar die der 'Ribston Pepping'. Letztere ist ebenfalls eine alte köstliche Tafelsorte, welche in ihren Reifeeigenschaften weder so richtig Herbst- oder Winterapfel ist, sondern dazwischen liegt.

Cox Orange FruchtformenDie Früchte variieren sehr stark und so gibt es als Sortenvariante auch eine 'Rote Cox Orange'.

Ebenso ist das bei der hier vorgestellten Frucht der Fall, welche die volle geschmackliche Reife bereits im Oktober – manchmal auch schon Mitte September bekommt und hält dann bis Weihnachten hält. Im bedeutenden Maße kam die 'Cox Orange Renette' erst ab ca. 1860 in den Handel, wurde dann aber bald zu einer sehr beliebten Apfelsorte. Etwa gleichzeitig bekam auch der 'Schöne von Boskoop' auf und erlangte ebenfalls eine hohe Beliebtheit. Merkwürdigerweise stehen heute noch beide Sorten hoch im Kurs und zehren dabei immer noch viel von dem früheren Bekanntheitsgrad.

Zwei Besonderheiten

Die Besonderheiten der Sorte liegen in dem außerordentlich guten Geschmack und in dem Zucker-Säureverhältnis. Der duftende Apfel ist süß und hat zwar nicht die gleiche Menge an Säure (wie viele frisch und spritzig schmeckende Apfelsorten), sondern relativ wenig Säurearoma. Doch ist letzteres immer noch vorhanden und gut herauszuschmecken, was wiederum bei vielen anderen, sehr milden und vielleicht zu milden Sorten nicht der Fall ist. Fruchtsäfte oder Obstweine bekommen dadurch ein tiefes Aroma und auch beim Apfelessig, der leicht selber hergestellt werden kann, spielt das Bukett der verwendeten Früchte eine große qualitative Rolle.

Die zweite Besonderheit ist die, dass die Sorte, die eigentlich ein Winterapfel ist, bereits mit der Pflückreife ein gutes Aroma haben. Gewöhnlich ist es bei Winteräfeln so, dass diese Ende September gepflückt werden und zunächst noch recht sauer schmecken. Erst auf dem Lager reifen die Früchte nach und bekommen dann nach ein oder zwei Monaten ihre sogenannte Genussreife. Beim Cox ist das nicht der Fall, was ihn vermutlich für Selbstversorger so außerordentlich beliebt gemacht hat und Selbstversorger waren die meisten der Käufer damals im 19. Jahrhundert und sie hatten meist auch den nötigen Platz für diesen Baum.

Standortansprüche und Wuchseigenschaften

Diese alte Sorte ist etwas verwöhnt, was deren Standortansprüche betrifft. Sie mögen beste Böden und möglichst auch ein bestes Apfelklima. Das heiß im Klartext, dass tiefgründige und weder zu trockene, noch zu nasse Böden mit reichlich Nährstoffen, die Voraussetzung für gute Ernten sind. Sandböden sind ungeeignet. Das örtliche Klima sollte nicht trocken sein und möglichst eine hohe Luftfeuchte aufweisen. Es ist bei dieser Sorte tatsächlich so, dass sie sehr hohe Erträge bringt, doch das nur auf besten Standorten.

Die die Wuchseigenschaften des Gehölzes weisen einige Besonderheiten auf. Zunächst wächst der junge Baum zügig und kräftig und lässt dann aber bald im Größenwachstum nach. Er ist dennoch recht wüchsig, dass er sich auch auf Wiesen gegen das Gras durchsetzen kann und ist somit für Streuobstwiesen sehr gut geeignet. Allerdings wünschst die Cox Orange Renette Platz und will nicht eingeengt zwischen anderen Apfelbäumen stehen (ausgenommen in Hecken). Wenn wir also ein Stück Wiese vor dem Haus haben, wo der Baum für sich stehen kann, dann ist das ein idealer Platz für das Obstgehölz. Da der Baum im Alter eine dichte ausladende Krone bekommt, sollte er schon öfters einen Pflegeschnitt bekommen, allerdings greift man bei dieser Sorte nicht zu heftig in die Krone ein. Man schneide also öfters wenig, als selten und viel. 

Steckbrief: 'Cox Orange Renette'

  1. Wuchs: Mittelstak wachsender Baum, der breite Kronen bildet.
  2. Blüte: Lange dauern an ein- und zweijährigen Trieben.
  3. Befruchtersorten: Alkmene, Berlepsch, Elstar, Klarapfel, Pinova, Goldparmäne, James Grieve, Ontario, Zuccalmaglio
  4. Ertrag: Hoch, doch nur bei gutem Standort.
  5. Früchte: Mittelgroß, goldgelb bis rötlich, sehr aromatisch.
  6. Pflückreife: Ende September bis Mitte Oktober
  7. Genussreife: Ende September bis Mitte Oktober
  8. Lagerfähigkeit: Bis März, dann werden die Früchte welk und mehlig.
  9. Ungünstige Eigenschaften: Anfällig gegen alle typischen Krankheiten und Schädlinge.
  10. Bezugsquelle: In Baumschulen erhältlich, eventuell bestellen