Pfirsichroter Sommerapfel
Bei Tal-Lage offensichtlich nur etwas rot.

In einem alten Buch über "Die Pflanzweise der Obstbäume" von Robert Betten (um 1920) bin ich das erste Mal auf den Pfirsichroten Sommerapfel gestoßen. Aufmerksam wurde ich vor allem durch die interessante Bemerkung, nach der seine Reifezeit noch vor der des Klarapfels liegt. Letzterer ist Ende Juli bis Anfang August reif, der Pfirsichrote aber schon vier bis fünf Tage früher.

Der Autor schrieb:

In der Fruchtbarkeit ist er dem Klarapfel gleich, ebenfalls an Frühe und ihm an Farbe und Geschmack überlegen und doch wird er viel weniger angepflanzt.

Hier hat Betten vollkommen Recht, und den guten Geschmack kann ich selber bestätigen. Frisch geerntet ist der Pfirsichrote Sommerapfel ausgewogen in Säure und Süße und ein vorzüglicher Tafelapfel für den Frischverzehr!

Außerdem hat die alte (freie) Sorte den Vorteil, dass die geernteten Äpfel nicht so schnell faulig werden. Man kann sie lange lagern, nur nimmt spätestens ab Oktober die geschmackliche Qualität stark ab und das Fruchtfleisch wird mürbe und teigig. Ich empfehle den Pfirsichroten als Tafelapfel und für Kuchen zu verwenden und ihn dann, wenn noch Früchte übrig sind, zu Mus zu verarbeiten.

Mein erster Ertrag
Mein erster Ertrag
Eine der größeren Früchte
Eine der größeren Früchte
Er hat sich bis Novmber gehalten
Er hat sich bis Novmber gehalt...

Zum Baum, der einen sehr vitalen Wuchs und dunkles Holz hat, schreibt Betten noch:

Besonders in feuchtluftigen Gegenden ist der Pfirsichrote Sommerapfel sehr zu empfehlen. Hier bekommt er seine Farben (Früchte) besonders schön.

Der Anbau ist auch im Gebirge mindestens bis 1000 m Höhe möglich.
Die roten Früchte sind nicht besonders groß, doch für Kinder haben sie genau das richtige Maß. In der Literatur wird oft erwähnt, dass sie sehr druckempfindlich sind, doch das konnte ich nicht beobachten.
Erste kleine Erträge hast du schon im 2. Sommer. Infolge trägt der Baum jedes Jahr sehr regelmäßig und reichlich.

Steckbrief

Herkunft: stammt aus Frankreich oder Thüringen und war bei seiner Beschreibung durch J.G. Dittrich (1839) schon weit verbreitet
Wuchs:
Baum bildet eine breite, runde, hängende Form
Blüte: früh
bekannte gute Befruchtersorten:  -
Ertrag: mittelstark
Früchte: glatte, glänzende, fettige Schale; in der Grundfarbe weiß-gelb mit roter Deckfarbe; gelblichweißes, manchmal auch leicht rosa Fruchtfleisch
Resistenzen: gut frosthart
günstige Eigenschaften:  allgemein sehr geringe Anfälligkeit gegen Krankheiten
Bezugsquelle: ist in vielen Baumschulen erhältlich oder kann online bestellt werden
Synonyme:
Sommer- und Jenaer Rosenapfel, engl. Peach Red Summer Apple


Literatur & Quellen:

  • Friedrich Lucas: Die wertvollsten Tafel- und Handelsäpfel: Eine Auswahl von hundert Früchten zusammengestellt unter Berücksichtigung der z. Zeit von dem Deutschen Pomologen-Verein empfohlenen und der heute wertvollsten Handelssorten. Verlag: E. Ulmer, 1912.
  • Robert Betten: Neue richtige Pflanzweise der Obstbäume - und ihre richtige Düngung von der Pflanzung bis zum Alter sowie d. neue Richtung in d. Auswahl d. Obstsorten. Erfurter Führer im Obst- u. Gartenbau, 1920.

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