arktischer Wintertag, Haus, Wald, Straße
2009: Arktischer Wintermorgen bei Dresden. -24°C sind nicht nicht anormal.
2009: Arktischer Wintermorgen bei Dresden. -24°C sind nicht nicht anormal.

Zur Thematik der Krisenvorsorge hier ein Beitrag zu einem Extrem-Winter: In Zeiten, in denen durch die Staats-Medien-Propaganda ständig vor einer von Menschen verursachten Klimaerwärmung gewarnt wird, mag das überflüssig erscheinen, doch die Wahrscheinlichkeit einer solcher Wetter- oder Klimaanomalie ist relativ hoch. Zu den Verursachern von kurzfristigen Klimaschwankungen, wie sie beispielsweise in Europa zwischen 1812 und 1821 auftraten, zählt neben besonderen Wettersituationen vor allem die veränderliche Sonnenaktivität.

Für das sprichwörtliche "Jahr ohne Sommer" 1816 in Nordamerika und Europa macht man zudem den Ausbruch des Tambora-Vulkans (Indonesien, April 1815) als verstärkenden Faktor verantwortlich. Der besagte heftige Vulkanausbruch sorgte durch seine Asche-Dunstschicht in der hohen Atmosphäre bis in das Jahr 1819 für zusätzliche Abkühlung. Derartige Ausbrüche geschehen aller 100 bis 200 Jahre, und sie bescheren ungewöhnlich kalte Sommermonate, auf die ich gesondert eingehe.

Hier beschreibe ich die Auswirkungen einer extremen Winterkälte, die in Deutschland aber auch durch normale Wetterprozesse wie lang andauernde Luftströmungen aus arktischen Regionen (Nordost) verursacht werden kann. In der allgemeinen Klima-Propaganda wird uns ständig erzählt, dass solche Extremwinter aufgrund der Klimaerwärmung demnächst gehäufter auftreten werden, weil das Eis in der Arktis abschmilzt und dadurch sowohl das Meer als auch das Wetter abkühen. Doch Extremwinter kamen in unseren Breiten regelmäßig vor und werden es auch weiterhin tun ob mit oder ohne Klimaerwärmung.

Problem: Anhaltende arktische Kälte ohne Schnee im Winter

Extreme Kälte in den Wintermonaten ist eigentlich nicht schlimm vorausgesetzt, es liegt genügend Schnee. Doch wenn die Starkfrostperiode auf eine schneefreie Landschaft trifft, kann es erhebliche Probleme mit der Wasser- und Abwasserversorgung geben. Von empfindlichen Pflanzen in unseren Gärten mal ganz abgesehen. 

Nach meiner Erfahrung genügen bereits 2 Wochen bei unter -20 °C ohne Schnee, und in den Kommunen beginnen die ersten Wasserleitungen einzufrieren. Das geschieht meist im Anschlussbereich zu den Häusern, wenn dort nicht die exakten Verlegetiefen für die Leitungen eingehalten wurden, bzw. an schlecht isolierten Stellen in der Hauswand. Für Abwasserleitungen und Abstellschächte gilt dasselbe. So sollte der Hausbesitzer bereits vor Beginn des Winters alle diese empfindlichen Stellen isolieren und vor Frost schützen. Im einfachsten Falle kann das mit Laub geschehen. Mit einer Abdeckung aus Styropor/Holzplatten/Folie ist es natürlich profesioneller. Wer ganz sicher gehen will, kann auch beides miteinander kombinieren.

Muss man mitten im Winter provisorisch Wasserleitungen vor Starkfrost schützen, geht das auch noch mit den oben genannten Mitteln. Ist die Leitung bereits eingefroren oder soll der Boden aufgetaut werden, kann das mit einem Heizgerät oder einem Feuer geschehen. Bei letzterem genügen ca. 6 Briketts für eine Länge von etwa 1,5 Metern. Die Briketts werden angezündet und mit einem möglichst großen Blech abgedeckt. So bekommen sie nur wenig Sauerstoff und glühen langsam durch. Das kann bis zu 6 Stunden dauern, taut aber den Boden langsam und gleichmäßig auf. Das Blech verteilt die Hitze über eine größere Fläche. Anschließend wird restliche Glut entfernt und Laub oder Isolationsmaterial aufgebracht.

Frostboden auftauen

Ist es nötig, ohne technische Hilfsmittel (Boschhammer, Bagger) gefrorenen Boden aufzugraben, so ist das bis 20 cm Frosttiefe noch ganz gut mit einer Spitzhacke möglich. Bis zu 1/2 m Frost im Boden ist die Handschachtung noch möglich aber eine Quälerei. Herrscht zudem noch starker Frost, muss unbedingt in einem Zuge geschachtet werden, denn die nur leicht gefrorene oder noch ungefrorene Erde gefriert sehr schnell. Bereits nach 2 Stunden ist sie bis zu 20 cm tief gefroren. Hat man den Schacht fertig oder macht ein Pause, so muss die Arbeitsstelle sofort mit Platten und Planen abgedeckt werden, damit die Kälte nicht weiter eindringen kann.

Um die Handschachtung bei Frost bequemer oder überhaupt erst möglich zu machen, sollte der Boden zuvor aufgetaut werden. Bis 70 cm tief gefrorenen Boden schafft man mit 2 Eimern Kohle (s. oben) auf etwa 2 m Länge aufzutauen, oder man macht eine Stunde lang ein kräftiges Holzfeuer, deckt die Glut nachher möglichst mit einem großen Blech ab und lässt die Hitze noch 2 Stunden wirken. Ist die Erde mehr als 70 cm tief gefroren, muss 2 mal aufgetaut werden. D.h. man taut den Boden so tief wie möglich auf, schachtet dann aus und taut die darunterliegenden, gefrorenen Schichten wiederum auf.
Mein Erfahrungsschatz diesbezüglich ist deshalb so groß, weil ich als Friedhofsmeister zu DDR-Zeiten ganz ohne Technik auch in solchen Wintern Gräber schachten musste. Nur mit der entsprechenden, oben beschriebenen Vorbereitung war das möglich. Nebenbei habe ich auch ganz interessante Beobachtungen gemacht. So z.B. dass bei einer Schneehöhe von etwa 20 cm auch nach einer sehr frostigen Woche um die -30 °C der Boden lediglich nur 15 cm tief gefroren war. Doch da, wo Fußabdrücke den Schnee zusammengepresst und ihm damit die natürliche Isolierung genommen hatten, bildeten sich bis zu 50 cm tief gefrorene Erdklumpen.

Schneesturm. Große Schneemassen.

Es ist noch nicht allzulange her, da stürzte am 2.Januar 2006 die Eislaufhalle in Bad Reichenhall ein. Die Dachkonstruktion war unter einer dicken und zudem sehr nassen Schneelast gebrochen. 15 Menschen starben. Bezüglich ähnlicher Wetterereignisse mit außergewöhnlich viel Schnee beachte man:.

  • Schneeschaufeln in ausreichender Menge und in einem gebrauchsfähigen Zustand vorrätig haben, auch wenn die letzten Winter schneelos waren.
  • Ältere und Menschen mit schwachem Herzen sollten sich beim Schneeschippen sehr vorsehen besonders, wenn die Temperaturen unter -10 °C liegen.
  • Flachdächer rechtzeitig von Schneemassen befreien
  • Hauseingänge und Wege am Haus (z.B. zur Garage, zu den Mülltonnen) so gestalten, dass sie im Winter leicht vom Schnee leicht zu beräumen sind
  • An unwegsamen Stellen und an Hauseingängen und Außentreppen Geländer anbringen, was Unfälle z.B. durch Blitzeis verhindern kann.
  • Auch wenn nur kurz das Haus verlassen wird (z.B. Müll raus schaffen) ordentlich warm anziehen (Sturzgefahr). Nicht immer ist gleich Hilfe da, wenn man sich irgendwo im Garten verletzt hat und vor allem, wenn es draußen dunkel ist. Entsprechend sollten die Hausbewohner auch untereinander aufmerksam sein.

 Prinzipielles Verhalten 

Bezüglich extremer Wetterverhältnissen, sei es nun Kälte unter -25 °C, ein Schneesturm, Blitzeis, extremer Dauerregen oder im Sommer extreme Hitze, herrscht in unserer modernen Gesellschaft eine gewisse Arglosigkeit oder sogar Ignoranz. Es ist zu einer schlechten Angewohnheit geworden, sich seine Mobilität von keinem Naturereignis einschränken zu lassen. Es gehört zu den wenigen deutschen Untugenden, jeden Termin, und sei er noch so unwichtig, unbedingt wahrnehmen zu müssen und zudem natürlich pünktlich. So sollte ein Arzt- oder Friseurtermin auch mal kurzfristig abgesagt werden, wenn die Wetterverhältnisse die Gesundheit gefärden. Auch die Kinder müssen nicht bei jedem Wetter zu jeder Veranstaltung gefahren werden. Und machen es die Umstände erforderlich, dann bleiben sie besser über Nacht bei Freunden, als sich unnötig in Gefahr zu begeben. Ich weiß, dass Pünklichkeit und Zuverlässigkeit bei vielen meiner Landsleuten zu den Haupttugenden zählt. Daran ist ja auch nichts auszusetzen. Doch sind Leib und Leben in Gefahr, gilt es, abzuwägen und gegebenenfalls abzusagen.

P.S. So musste ich im Januar 2009 Freunde abschleppen, deren Diesel-Auto bei unter 24 °C versagte. Die Kinder sollte unbedingt zur Schule gebracht werden, obwohl ein Anruf im Sekretariat sicher auf Verständnis gestoßen wäre. Das Warten auf Hilfe im kalten Auto war für die Kinder sicher gesundheitsgefärdender als ein oder zwei verpasste Schultage.
Doch auch wir selber schickten unsere Kinder am Tag der sogenannte Jahrhundertflut im August 2002 zur Schule, obwohl sie dort völlig durchnässt ankamen und der Wetterbericht auch keine Besserung voraussagte. Am Nachmittag auf dem Nachhauseweg waren die Flüsse dann schon lebensgefährlich angeschwollen und wären nur eine Stunde später zu einer tödlichen Gefahr geworden. Heute würde mir das nicht mehr passieren. Ein unbedingt eingehaltener Termin kann keine zerstörte Gesundheit oder gar Leben wiederbringen.