Eingemachte Tomatensoße in Gläsern

Es ist sicher nicht besonders klug, die Selbstversorgung mit Lebensmitteln allein auf die eigene Produktion im Garten beschränkt zu sehen. Der nebenberufliche Anbau im Garten, kombiniert mit Kleintierhaltung, wird in den wenigsten Fällen 100 % des Eigenbedarfs an Lebensmitteln decken. Für temporäre Krisenzeiten mag das möglich sein, doch auf längere Sicht funktioniert die erwünschte Selbstversorgung an lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen bestenfalls innerhalb einer Region (Subsistenzwirtschaft).

Nutzgarten

Theoretisieren kann man viel und bewirkt dabei wenig – und so habe ich einen Mustergarten mit 10 mx10 m Grundfläche für den eigenen Gemüseanbau angelegt. Daneben steht noch ein handelsübliches Billig-Kleingewächshaus.Ein Indianerbeet habe ich ebenfalls angelegt. Mit solch einem effektiven Mischkulturenbeet, das nicht viel Arbeit macht, kann man optimal vorhandene Splitterflächen ausnutzen.

Lohnenswertes Kleingewächshaus.

Lohnt sich ein Gewächshaus oder ein solides Frühbeet in der Anschaffung? Das ist eine oft gestellte Frage. Wer nun berechnet, wie viele Gurken, Radieschen ect. er in seinem Gartengewächshaus ernten muss, damit sich die Investition geldlich rentiert, und dabei den Kaufpreis dagegen stellt, der rechnet meiner Meinung nach falsch. Ich behaupte, dass ein Selbestversorgergewächshaus 250 Euro Gewinn pro Jahr bringen kann – und zwar folgendermaßen gerechnet:

Selbstversorgergarten, 1894

Die Themen "Selbstversorgung durch den eigenen Obst- und Gemüsegarten" sowie "rentable Kleintierhaltung" beschäftigen mich schon seit einiger Zeit. Diese Form der Selbstversorgung ist in vielerlei Hinsicht sinnvoll. Für den Einen sind eigenes Obst und Gemüse ein Zusatzeinkommen, ein Anderer legt Wert auf den Bioanbau. Man kann diese Selbstversorgung aber auch als ein Stück Autarkie und Unabhängigkeit vom Wirtschafts-, Geld- und Steuersystem sehen oder als Krisenvorsorge.

Selbstversorgergarten 100 Quadratmeter

Der Wunsch nach Autarkie und Selbstversorgung mittels eigenem Garten ist ein weites Feld und ebenso der Meinungsstreit über die optimale Gartengröße des Nutzlandes, bzw. über die Größe der Anbaufläche für Gemüse und Obst. Doch bevor ich zu den heutigen empfehlenswerten Kennzahlen komme, möchte ich doch etwas ausführlicher einen Exkurs in die Gartenbaugeschichte machen, damit uns einiges verständlicher wird, was die Neuzeit betrifft. Wenig bekannt ist etwa, dass die Idee einer gewissen Eigenversorgung und der daraus resultierenden Autarkie bereits in den ältesten griechischen Dichtungen [1] thematisiert, und über die Zeiten getragen, zu einem der wichtigsten Fundamente unserer abendländischen Kultur wurde. Ohne Selbstbestimmung und Unabhängigkeit der Bürger gegenüber dem Staat, so meinte man schon damals, sei eine, dem Menschen dienende, staatliche Ordnung unmöglich aufrechtzuerhalten – ein Sachverhalt, der Philosophen über Jahrhunderte hin beschäftigte [2]. Das ist schon mal ein interessanter Denkansatz.

Themen

SchrebergartenVorsorge in wirtschaftlichen Krisen, allgemein und im Besonderen durch Selbstversorgergärten. Ein Thema, bei dem ich durchaus auf eigene Erfahrungen zurückgreifen kann. In den letzten Jahren der DDR, wo es im Winter an Obst und Gemüse manchmal wirklich nur noch Weißkraut und Äpfel (Gelbe Köstliche) zu kaufen gab, braucht man zur Grundversorgung einfach einen Nutzgarten mit Kleintierhaltung. Gelernt hatte ich damals wiederum viel von Umsiedlern, die in der Nachkriegszeit besonders rege waren, weil sie in ihrer neuen Heimat fast immer eine komplette Neusiedler-Selbstversorgungswirtschaft  aufgebaut hatten, mit dem, was wirklich wichtig zum Leben ist. Fast überall ging es dieser Bevölkerungsgruppe schon bald besser als den Einheimischen, was nicht selten auch Grund zu Neid und Missgunst war. Auch was plötzliche Krisensituationen betrifft, so hatte ich 2002 diese beim Hochwasser im Müglitztal (bei Dresden) als Mitbetroffener selber miterlebt und weiß wenigstens auch um die psychologischen Verhaltensweisen in solchen Krisen etwas Bescheid und weiß zwischen verschieden wirtschaftlichen Krisensituationen zu unterscheiden. So gibt es langsam fortschreitende Krisen. Es gibt zu erwartende (z.B. Mega-Finanzkrise) und es gibt völlig unerwartete Krisen. Die beste Krisenvorsorge sind funktionierende regionale Wirtschaftsstrukturen und in der eigenen Hauswirtschaft eine, nach den jeweiligen Möglichkeiten, angestrebte Autarkie.

Historisches GartenbuchLiteratur zu Thematik Selbstversorgung. Das umfasst Gärten, Kleintierhaltung, Haltbarmachung von Lebensmitteln und Kochrezepte. Im Umfeld der Selbstversorgergärten gibt es Literatur zu mehr oder weniger brauchbaren Anbaumethoden, wie Permakultur, Mischkultur, Mulch- und Hügelbeete ... usw. Häufig bieten Bücher aus dem vorigen Jahrhundert viele interessante und teilweise in Vergessenheit geratene Techniken und Anbaumethoden, von denen wir heutzutage immer noch lernen können.

Fisch hinter GlasPflanzenbau war früher eng mit der Tierhaltung verbunden und zwar genau in dem Maße, wie sich beides ergänzte und zwar so, dass man mit den Nutztieren Wiesenflächen, Teiche und Haushaltabfälle (und Futterpflanzen) nutzte, also Flächen, die für den Pflanzenbau (Getreide, Gemüse) nicht rentabel waren. Außerdem brachte die Nutztierhaltung mit dem Stalldung den nötigen Dünger für den Gartenbau. In diesem Sinne ist die Kleintierhaltung für den Eigenversorger absolut empfehlenswert, selbst für den Vegetarier, die beispielsweise Kaninchen als alternative Tauschwährung verwenden kann. Ich möchte an dieser Stelle meine Erfahrungen mit der Kleintierhaltung (Kaninchen, Fische, Hühner) und der Imkerei teilen.

Ernte im LeiterwagenVerschiende Themen und Beiträge rund um die Eigenversorgung durch den eigenen Garten. Lohnt sich der Aufwand wirklich bzw. lässt sich eine autarke Lebensweise überhaupt realisieren? Interessante Infos, Ideen und Rechenbeispiele.