Foliengewächshaus
Foliengewächshäuser sind rentabel in Bezug auf Kosten und Nutzen.

Da ich Gärtner und kein Chemiker bin, betrete ich nun ein Terrain, auf dem ich etwas unsicher agiere. Weil jedoch im Internet derzeit kaum verlässliche Informationen über moderne Gewächshausfolien zu finden sind, gebe ich hier meine persönlichen Recherchen weiter. Der Auslöser für mein besonderes Interesse an diesen Materialien war der Kauf eines Foliegewächshauses, mit dessen Qualität ich äußerst unzufrieden war und bin (siehe unten). Hier folgen die Kurzinfos zu den Materialien Polyethylen (PE), Polycarbonat (PC), Polyvinylchlorid (PVC) und Polyethylenterephthalat (PET):

Polyethylen, PE-Folien - die erste Wahl

Die Profi-Gewächshausfolien aus PE, genauer gesagt PE-LD und PE-LLD (spezielle weiche Polyethylene), sind um die 90 % lichtdurchlässig und lassen das rote und blaue Lichtspektrum besonders gut passieren. Sie lassen UV-Licht weitgehend hindurch, und in entsprechender Ausführung sind sie in der Lage, das UV-Licht in den für Pflanzen nutzbaren Bereich zu transformieren. Es gibt wärmeisolierende Spezialfolien mit Antitauwirkung. Diese Eigenschaft, dass sich an der Folie kein Kondenswasser niederschlägt, ist ein großer Vorteil, denn besonders bei kühler Witterung entsteht auf minderwertigen Gewächshausfolien ständig Kondensat, welches abtropft und die darunter befindlichen Kulturen schädigt.

Häufig geben die Hersteller lange Haltbarkeitsgarantien für ihre Produkte (z.B. 10 Jahre). Beim Kauf sollte man die PE Gartenfolien jedoch nicht mit den folgend erwähnten PC-Gewebefolien verwechseln.

Übrigens: Gewächshausfolien haben mitunter eine grüne Färbung, was sich jedoch nicht auf die Lichtausbeute bezüglich der Pflanzen auswirkt, denn das grüne Spektrum wird von den Pflanzen für die Fotosynthese nicht genutzt. Das ist wohl auch der Grund, warum uns das Laube der Bäume grün erscheint. Dort hat es die Natur so eingerichtet, dass das nicht verwertbare Grünspektrum in den dichten Wäldern den anderen Lebewesen am Boden des Waldes zugute kommt. Grünes "Waldlicht" wird vom Menschen wie vom Tier als beruhigend empfunden.

Tunnel aus PC-Gewebefolie

Polycarbonat, PC-Gewebefolien

Polycarbonat ist ein Kunststoff, der eine sehr hohe Schlagzähigkeit aufweist. Er ist allerdings nur um die 85 % lichtdurchlässig, lässt aber UV-Licht passieren. Man kennt das Material meist in Form der festen PC-Stegplatten (Hohlkammerplatten) für Gewächshäuser. Polycarbonat wird aber auch zu Folien oder Abdeckplanen verarbeitet. Leider ist es aber so, dass einfaches Polycarbonat ohne Zusatzstoffe (oder als Verbundfolie) nicht besonders UV-beständig ist. Wie bei den PC-Stegplatten lösen sich mit zunehmendem Alter die Weichmacher aus dem Material, sodass die Folien nach drei bis vier Jahren förmlich auseinanderbröseln. Aus diesem Grund wird in die Gewächshausfolie Gewebe eingearbeitet, woran man das PC-Material meist auch erkennt. Es gibt offensichtlich auch PC-Folien, welche einen UV-Schutz besitzen und langlebiger sind, doch werden sie kaum im Handel angeboten und nur von Spezialherstellern versandt.

Vom UV-Licht zersetzte Gewebefolie

Folientunnel mit PC-Gewebefolie

Ich hatte mir selber vor einigen Jahren einen preiswerten Folientunnel mit PC-Gewebefolie gekauft, von welchem nach 5 Jahren nur noch das Gewebe übrig blieb. Er hatte zudem eine weitere negative Eigenschaft, und zwar eine starke Schwitzwasserbildung im Herbst und Winter. Dabei kondensierte sehr viel Wasser an der Folie, sammelte sich an dem Gestänge (besonders den Längsstangen der Unterkonstruktion) und tropfte auf die darunterliegenden Salatpflanzen. Etwa 50 % meiner Salatkultur ging dadurch kaputt. 

PET Verglasungsfolien, Hartfolien (Glasersatz)

Polyethylenterephthalat (PET) ist ein Polyesterwerkstoff und nur für spezielle Gewächshäuser verwendbar. Diese um die 1 mm dicken und 1 m breiten Folien-Streifen von der Rolle sind mehr Kunststoffglas als Folien und ähneln sehr dem Acrylglas. Sie sind sehr gut lichtdurchlässig, lassen jedoch UV-Licht hindurch. Das Material ist lange haltbar und kostengünstig, aber weniger schlagfest als Acryl. Ein Treibhaus aus diesem Material ist auf jeden Fall langlebig und robust. Es gibt auch Modelle für den Kleingartenbereich. Und für den Eigenbau eines Gartengewächshauses eignen sich diese leicht zu verarbeitenden PET-Hartfolien. Man kann das Material auch gut als Ersatz für Glas- oder Hohlkammerplatten verwenden.

Gewächshäuser mit Hartfolie

Bildquelle letztes Foto: © JamesDeMers - Pixabay.com