Hybrid-Sorte 'Genaral Sikorski' Waldrebe
Blaue Hybrid-Sorte 'Genaral Sikorski'.

Was wir uns allgemein unter Clematis (Waldrebe) vorstellen, sind überwiegend die großblumigen Sorten mit blauen, weißen oder ins Rot gehenden Blüten, die man häufig an Spalieren sieht. Doch neben diesen Clematis-Hybriden gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Formen, etwa mit gelben Glocken oder kleinblütige Arten. Es gibt schwachwüchsige und stark wuchernde Sorten.

Ich denke, dass wir uns bei der Suche geeigneter Waldreben für den Garten zunächst auf die sogenannten Clematis-Hybriden konzentrieren sollten, wie z.B. auf den Clematis x Jackmanii (uralte, bewährte Sorte) und den robusten Clematis viticella (Blaue Waldrebe, Italienische W.). Die anderen Arten sind dann schon mehr etwas für fortgeschrittene Gartenfreunde und eignen sich gut für die Gestaltung größerer Gartenanlagen. Da jede Waldrebe regelmäßig geschnitten werden sollte, sind gut zugängliche Spaliere empfehlenswert.

Standort, Pflanzung und Pflege

Clematis X Jackmanii am HausMan sollte wissen, dass die Waldreben schon ein wenig anspruchsvolle Gartenpflanzen sind und ich würde sogar behaupten, sie sind anspruchsvoller als beispielsweise Kletterrosen. So kommt es häufig vor, dass Clematis-Gehölze dahinkümmern bzw. eingehen oder wegen fehlenden Schnitts verbuschen. Das ist auch der Hauptgrund, warum man doch relativ wenig blühende Waldreben in unseren Gärten oder Vorgärten sieht.

Die Klettergehölze wünschen einen warmen, mehr sonnigen Standort, doch exponierte Südlage solltest du besser vermeiden. Leichter Schatten wird vertragen. Gleichzeitig verlangen sie einen nährstoffreichen, kalkhaltigen, beständig feuchten, aber auch durchlässigen Boden. All diese Bedingungen zu erfüllen, ist gar nicht so einfach. Optimal wäre eine Kiesdrainage unterhalb der Wurzeln.
Wurzelkonkurrenz von Großgehölzen wird nicht vertragen. Auch das ist wichtig zu beachten, wenn ein solches Gewächs in deinem Garten Einzug halten soll.

Bei der Pflanzung muss darauf geachtet werden, dass der Wurzelhals 12 cm unter die Erdoberfläche kommt. Das ist ungewöhnlich aber wichtig. Eine zusätzliche Mulchschicht ist ebenfalls gut, vor allem im Winter. Kränkelt eine Pflanze, dann schneide sie sofort auf 5 cm über dem Boden zurück und lass' sie neu austreiben.

Schnitt

Clematis viticella 'Tango'. Die Viticella-Sorten variieren stark in Blütenform und Farbe.In der Literatur werden unterschiedliche Methoden für den Schnitt empfohlen. Das resultiert sicher aus den verschiedenen Erfahrungen, die die Gärter in den klimatisch unterschiedlichen Gegenden gemacht haben.

Die im Frühjahr (Mai) blühenden Arten (C. alpina, C. monana, 'Mme Le Coultre', 'Lasurstern' und ähnliche) werden im zeitigen Frühjahr kräftig ausgelichtet (nicht wahllos zurückgeschnitten). Dabei muss das einjährige Holz unbedingt erhalten bleiben, denn dort bilden sich die Blüten. Eine andere Schnittvariante ist der Rückschnitt um 1/3 sofort nach der Blüte. Manche Gartenfreunde meinen, dass Clematis montana kaum geschnitten zu werden braucht.

Clematis viticella ist ein sommerblühendes Gehölz. Dieser und alle spät blühenden Arten kannst du im November (oder zeitigem Frühjahr) radikal zurückschneiden, damit sie im nächsten Jahr komplett neu austreibt. Die Blüten erscheinen dann am treibenden Holz im Jui/August.

Die großblumigen Clematis-Hybriden, welche zweimal im Jahr blühen, werden nur aller 4 – 5 Jahre stark zurückgeschnitten. In der übrigen Zeit kürzt man sie nur leicht.

Clematis kaufen

Da die Pflanzen als getopfte Ware angeboten werden, können sie theoretisch das ganze Jahr über gekauft werden. Doch von einer Pflanzung im Spätherbst rate ich ab, weil die Gehölze nicht mehr genug Zeit haben, ausreichend Wurzeln zubilden, bevor Frost die Erde gefrieren lässt. Es ist sicher besser, im Frühjahr oder Spätsommer zu bestellen und zu kaufen.

Es lohnt sich auf jeden Fall, auch mal zur Blütezeit der Waldreben die örtliche Baumschule aufzusuchen. So kannst du dir ein besseres Bild vom Habitus und vor allem von der Blüte machen. Nicht selten werden im Handel Sorten verwechselt, und das besonders dann, wenn sie keine Blüten haben. Beim Kauf via Internetversand ist dieses Risiko besonders hoch.

Literatur & Quellen

  • Eiselt/Schröder: Laubgehölze, Leipzig, 1977.
  • Günther, Harri: Schöne Blütengehölze, Berlin, 1979.